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Die Bodisky-Brücke zwischen Kleingärten und Sportplatz ist zu schmal. Sie wird durch ein breiteres Bauwerk ersetzt.

Lücke wird geschlossen

Niddaweg wird ausgebaut und asphaltiert 

Es ist eine der letzten Asphaltlücken entlang der gesamten Nidda: der Weg an den Dortelweiler Kleingärten. Diese Zeit wird nun bald ein Ende haben, der große Lückenschluss steht bevor und soll noch vor dem Hessentag vollendet werden. Auch auf die Bodirsky-Brücke kommt eine große Veränderung zu. 

Bad Vilbel - Seit langem wird am Niddaradweg gebaut. Nun soll auch das Dortelweiler Stück angegangen werden. "Das Ziel ist es definitiv, bis zum Hessentag fertig zu werden", erklärt Karsten Ott, zuständig im Ingenieurbüro IMB-Plan für die Planung des neuen Niddaradweges, und zeigt mit dem Laserpointer auf das Areal entlang der Nidda auf seiner Präsentation. Vom Übergang des "Stockheimer Ließchens" zieht sich der Weg westlich der Nidda bis zur sogenannten Bodirsky-Brücke zwischen Kleingärten und Sportplatz. 

"Etwa 1,2 Kilometer ist das ganze lang, das ist schon ein gutes Stück", meint der Ingenieur, als er die Pläne im Ortsbeirat Dortelweil am Mittwochabend vorstellt. "Ist dieser Abschnitt abgeschlossen, knüpft er an beiden Seiten an die bereits fertigen Stücke an und es kann ohne Probleme gefahren werden." 

Doch bei der Erneuerung des Weges wird nicht nur die an vielen Stellen marode Fahrbahn durch frischen, modernen Asphalt ersetzt, auch sonst wird sich einiges entlang der Strecke tun. "Der erste Schritt ist die Fahrbahnbreite auf drei Meter zu erweitern, so kann der Verkehr auf dem Fahrrad oder zu Fuß besser fließen", erklärt Ott. Ansonsten soll vieles beim Alten bleiben: Der bisherige Steckenverlauf wird erhalten und die Bänke, die an einigen Stellen zum Verweilen entlang der Lebensader einladen, werden sogar noch ausgebaut. Zusätzliche Bänke und Tische sollen dann einen guten Ausblick auf die renaturierte Nidda bieten. 

Ideal für Inliner und Rollator 

Wichtig sei es den Verantwortlichen gewesen, dass der Weg so fußgängerfreundlich wie möglich bleibe. "Dort sind viele Spaziergänger unterwegs, auch Senioren mit Rollatoren", erklärt etwa Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) das Anliegen. "Für diese soll der Weg attraktiv bleiben." Zu steil solle es daher, mit Ausnahme des Bahnübergangs, an dem sich das nicht vermeiden ließe, nicht werden. Perfekt also für Inlinerbegeisterte und Rollatorenspaziergänger. 

Doch ohne Hindernisse geht es leider auch bei diesem Projekt nicht. "Die Lage hier gestaltet sich schwierig", gibt Ott zu. Besonders die schmale Zufahrt zum Weg und die geringe Fläche entlang des Areals stelle ein Problem für die LKWs und Baufahrzeuge dar. So werde die Aktion sehr aufwendig und damit teuer. Genau gesagt: 1,5 Millionen Euro Gesamtkosten. "Die Baufahrzeuge müssen auf dem Weg selbst fahren, das ist natürlich keine optimale Lösung, aber anders geht es nicht." 

Der Weg ist zwar idyllisch, doch auch sehr uneben. Das soll bald ein Ende haben: Schon im Oktober sollen die Bagger anrücken.

Doch dies ist nicht das einzige Opfer. "Es lässt sich leider nicht vermeiden, dass ein paar Bäume gefällt werden müssen", erklärt Ott. Denn um den Weg zu verbreitern, stünden einige im Weg. "All diese Bäume werden neu gepflanzt, dann besteht auch die Möglichkeit, etwa Weiden oder andere passende Gehölze in der Böschung anzupflanzen, dort können sie dem Fluss mehr Schatten geben." 

"Wenn es sich vermeiden lässt, bleiben die Bäume selbstverständlich stehen", verspricht der Ingenieur. "Nach ein paar Jahren wird man davon gar nichts mehr merken, und einige der Bäume hätten wahrscheinlich bald altersbedingt sowieso gefällt werden müssen." 

Bleibt nur noch ein letztes Thema: die Bodirsky-Brücke an den Kleingärten. Denn auch hier wird sich etwas tun. Die alte Brücke sieht alles andere als gut aus und nun biete sich die Möglichkeit sie zu erneuern. "Die Brücke wird dafür komplett abgerissen", erklärt Ott anhand einer mitgebrachten Karte. "Die bestehenden Fundamente werden weiter verstärkt, so können sie den Neubau tragen." 

12 Tonnen Traglast 

Dieser wird mit vier Metern Breite deutlich größer als der Vorgänger und als schlanke Aluminiumkonstruktion optisch eine Veränderung. "Dass wir hier so breit bauen, liegt mehr an den Fördermitteln", erklärt Ott. "Durch die Bedeutung des Weges hätten wir eine schmalere Brücke nicht gefördert bekommen, außerdem ist es natürlich auch für den Radverkehr praktischer, wenn man viel Platz hat. So ist auch entgegenkommender Verkehr kein Problem." 

Einen weiteren Vorteil der breiteren Brücke nennt der Erste Stadtrat. "Mit 12 Tonnen hat sie ein gutes Tragegewicht, das heißt wir können Kehrmaschinen darüber schicken um den Radweg abzufahren. Wir müssen nur schauen, dass sich an dieser Stelle kein neuer Schleichweg etabliert, hier werden wir noch prüfen, ob sich Poller als Lösung anbieten." 

Auch der bisher unbefestigte Teil des Radweges südlich des Sportplatzes, soll im Zuge der Arbeiten asphaltiert werden. Damit wird auch diese Lücke bis zum asphaltierten Niddaweg Richtung Gronau geschlossen. Nördlich des Sportplatzes bleibt der schmale Fußweg zwischen den beiden Brücken von den Arbeiten unberührt. 

Los geht es voraussichtlich bereits im Oktober. Dann wird mit dem Abbruch der Brücke begonnen. Bis März wird die Neue in einem Stück angelieferte und per Kran in Position gebracht, bevor im Frühjahr mit den Arbeiten am Radweg begonnen werden kann. Bis zum Hessentag im Sommer sollen alle Arbeiten erledigt sein.

Unterdessen gibt es eine neue Petition, die sich dafür einsetzt, dass das sogenannte Naturerlebnis Nidda statt nördlich der Büdinger Straße doch im Burgpark umgesetzt wird. Nicht besonders gut steht es dagegen um den Stadtwald in Bad Vilbel.

Alexander Seipp

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