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Vollgepackt mit moderner Technik

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Einartshausen hat ein neues wasserführendes Löschfahrzeug. Das Foto zeigt bei der offiziellen Inbetriebnahme (von links) Ortsvorsteher Heiko Wichmann, Stadtrat Kurt Karpf, der stellvertretende Stadtbrandinspektor Carsten Naumann, Erster Stadtrat Hans-Jürgen Jochim, Vereinsvorsitzender und Wehrführe Oliver Jochim, Bürgermeisterin Susanne Schaab, der stellvertretende Stadtbrandinspektor Sascha Burzak und Pfarrer Martin Jung. © Stefan Weil

Einartshausen (sw). Kompakt auf engem Raum, vollgepackt mit moderner Technik für Brandschutz und Hilfeleistungen, aber trotzdem in seiner Bedienbarkeit klar überschaubar - das neue Löschfahrzeug TSF-W der Freiwilligen Feuerwehr Einartshausen hat viele Pluspunkte aufzuweisen.

Davon konnten sich bei der feierlichen offiziellen Inbetriebnahme zahlreiche Vertreter der Schottener Stadtteil-Feuerwehren sowie aus dem benachbarten Stornfels und Schottens kraft Amtes oberste Feuerwehrfrau, Bürgermeisterin Susanne Schaab, überzeugen.

Eine der bedeutendsten Neuerungen gegenüber dem 1994 in den Dienst gestellten und jetzt ausgemusterten alten Einsatzfahrzeug ist ein 900 Liter fassender Wassertank, der im Fahrzeug mitgeführt wird. Der Tank ist beim flüchtigen Blick in das Innere des Aufbaus neben der Vielzahl der verbauten Ausrüstungsgegenstände kaum zu erkennen. Er ermöglicht zukünftig den Einartshäuser Feuerwehrleuten, Brände schneller bekämpfen zu können, wie der Wehrführer und Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Oliver Jochim, betonte. Dazu hat das Auto noch zusätzlich eine Schnellangriffseinheit, die direkt mit dem Tank verbunden ist. »Das ist überaus wichtig, denn bei den Einsätzen zählt oftmals jede Sekunde.«

Früher mit Tempo 30 den Berg hoch

Das neue Fahrzeug ist »ordentlich motorisiert«, wie der Wehrführer weiter informierte. Statt 78 PS wie beim Vorgängermodell verfügt das neue TSF-W jetzt über 180 Pferdestärken. »Als wir früher mit 30 Stundenkilometern den Berg zum Falltorhaus hinaufschlichen, war es nicht weit her mit dem Spruch: ›So schnell wie die Feuerwehr‹. Wir taten uns schwer, das Blaulicht einzuschalten. Dann wären wir belächelt worden«, erinnerte Jochim. Diese Zeiten sind nun vorbei, obwohl das neue Löschfahrzeug mit 6,5 Tonnen Gesamtgewicht fast um das Doppelte schwerer ist als das alte Einsatzauto. Gut motorisiert sind die potenziellen Einsatzorte zukünftig viel schneller zu erreichen - ein Aspekt, der grundlegend wichtig ist, wenn es darum geht, so früh wie möglich einzugreifen, um größere Schäden zu verhindern, beziehungsweise Menschen zur Hilfe zu kommen.

Jochim erinnerte an die lange Phase vom positiven Votum der Stadtverordnetenversammlung für das neue Löschfahrzeug im Juli 2019 bis zur jetzigen Fertigstellung. Der Aufbau bei einer Fachfirma in Herbstein dauerte mehr als zwei Jahre. »Am 8. Dezember des vergangenen Jahres konnten wir unser neues Löschfahrzeug endlich abholen. Noch am gleichen Tag wurde eine erste Einweisung vorgenommen, um das neue Fahrzeug unverzüglich in Betrieb nehmen zu können«, betonte der Wehrführer. Angeschafft wurde auch ein neuer Anhänger, der zukünftig bei Bedarf mitgeführt werden kann.

Beschaffungswesen und seine Tücken

Dass das Beschaffungswesen seine Tücken haben kann, unterstrich Bürgermeisterin Schaab. Nach dem BeschIuss der Parlamentarier folgte nach ihren Worten das übliche Prozedere mit Ausschreibung, dem Einholen von Angeboten und der Vergabe. Da es nur wenige Fachfirmen gebe, seien die Kapazitäten begrenzt. Auch Corona habe eine Rolle gespielt. »Dazu kamen noch Lieferengpässe«, so Schaab. »Das hat nicht zuletzt ein Stück Geduld erfordert.« Das neue Fahrzeug mit seiner beeindruckenden Funktionalität und Technik bedeute auch ein Mehr an Sicherheit für die insgesamt 26 Aktive umfassende Einsatzabteilung.

Die Indienststellung von Feuerwehr-Einsatzfahrzeugen sind keine alltäglichen Ereignisse, wie der stellvertretende Stadtbrandinspektor Sascha Burzak betonte. Der grobe Zeitrahmen erstreckt sich auf ein Vierteljahrhundert, bis ein neues Fahrzeug das seitherige Modell ablöst. Insgesamt sei das neue Löschfahrzeug das fünfte seiner Art in der Großgemeinde. »Wir haben bei der Planung darauf geachtet, dass die neuen wasserführenden Fahrzeuge baugleich aufgebaut werden, damit möglichst viele Feuerwehrleute die Technik bedienen können, so Burzak.

Wie immer bei Feuerwehrfahrzeugen teilten sich das Land Hessen und die Kommune die Kosten. Rund 40 000 Euro für das Fahrgestell wurden vom Land gefördert, die Stadt muss im Rahmen des Investitionsprogramms für den Brandschutz rund 56 000 Euro von den Gesamtkosten in Höhe von 96 000 Euro aufbringen. Der Feuerwehrverein Einartshausen hat einige Ausrüstungsgegenstände finanziert.

Unabdingbar für Schutz der Bürger

Ortsvorsteher Heiko Wichmann bezeichnete die Anschaffung als »unabdingbare Investition für den Schutz der Bürger und deren Eigentum«. Seinen Grußworten - auch im Namen der Vereine - schlossen sich Vertreter der Fraktionen von SPD und CDU an. Pfarrer Martin Jung spendete seinen Segen für das neue Feuerwehrfahrzeug. Auch die Gäste des in Verbindung mit der Fahrzeugübergabe nach zweijähriger Corona-Pause wieder veranstalteten Backhausfestes konnten sich von der modernen Technik des neuen Löschfahrzeuges überzeugen.

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