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Vorbereitet auf den Ernstfall

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Von: red Redaktion

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Wetteraukreis (pdw). Wenn ein Großfeuer ausbricht, ein schlimmer Unfall geschieht oder der Strom flächendeckend ausfällt, trifft das die Menschen meist völlig unerwartet. Nicht erst die Corona-Pandemie, das fatale Hochwasser in Büdingen 2021 oder die aktuelle Energiekrise zeigen: Derlei Schadensereignisse können auch den Wetteraukreis treffen. Deshalb informiert die Kreisverwaltung über mögliche Szenarien - und wie Bürgerinnen und Bürger vorsorgen können.

Aktuelle Themen sind der Katastrophenschutz im Kreis und eine mögliche Gasmangellage.

Der Katastrophenschutz ist derzeit in aller Munde. »Ein sehr heißer Sommer liegt hinter uns, in verschiedenen hessischen Regionen kam es zu Waldbränden. Auch Unwetterkatastrophen oder Hochwasser nehmen zu. Zudem hält uns die Corona-Pandemie in Atem, und für Herbst und Winter bereiten wir uns auf Szenarien einer möglichen Gasmangellage vor«, beschreibt Landrat Jan Weckler die Lage.

Grundsätzlich obliegt der Katastrophenschutz in Deutschland den Ländern. Gesetzliche Grundlage in Hessen ist das »Hessische Brand- und Katastrophenschutz-Gesetz« (HBKG). Das Land ist oberste Katastrophenschutzbehörde (KatS-Behörde), der Landkreis Untere KatS-Behörde. Konkret heißt das: Hessens Innenministerium koordiniert die sachliche Ausstattung des Katastrophenschutzes und deren Finanzierung, der Kreis ist für Aufstellung, Ausbildung und Administration der einzelnen Einheiten zuständig.

800 Helfer im Kreisgebiet

Der Wetterauer Katastrophenschutz ist im Fachbereich »Gesundheit & Bevölkerungsschutz« der Kreisverwaltung angegliedert und kann kreisweit auf rund 800 ehrenamtliche Helferinnen und Helfern zurückgreifen, die in der Regel auch in der täglichen Gefahrenabwehr in einer Feuerwehr oder Hilfsorganisation aktiv sind. Auf Grundlage gesetzlicher Vorgaben des Landes hat der Katastrophenschutz im Kreis in verschiedenen Fachdisziplinen entsprechende Planungen und Vorkehrungen zu treffen, um im Einsatzfall reagieren zu können.

Bei Eintritt einer Katastrophe kann es je nach Ausmaß zu einer Feststellung des Katastrophenfalls kommen (siehe Infobox). In solchen Fällen leitet ein Katastrophenschutzstab (KatSstab) die Maßnahmen zur Schadenbekämpfung. Verwaltungstypische Entscheidungen im administrativ-organisatorischen Bereich koordiniert der Verwaltungsstab.

Während den KatSstab Führungskräfte des Bereichs Gefahrenabwehr besetzen, sind im Verwaltungsstab Führungskräfte aller Bereiche der Kreisverwaltung tätig. Die Stäbe übernehmen unter Führung des Landrats das Krisenmanagement. Hierzu können bei Bedarf neben der ständigen Vertretung der Polizei im Krisenmanagement auch weitere externe Fachberater und Verbindungspersonen anderer Bereiche oder Behörden, etwa der Bundeswehr, der Energieversorgung oder der Wasserwirtschaft, hinzukommen.

Vorbereitung für »Notfallplan Gas«

Das Bundeswirtschaftsministerium rief im Juni die zweite Stufe des »Notfallplans Gas« aus. In Anbetracht einer etwaigen Gasmangellage in den Wintermonaten bereitet sich der Kreis seit Wochen intensiv auf mögliche Szenarien vor. »Unser Krisenmanagement tagt regelmäßig und in kurzen Abständen, um die Situation zu sondieren und gegebenenfalls kurzfristige Maßnahmen ergreifen zu können«, informiert der Landrat. Dazu gehören neben einem Austausch mit den Kommunen und Energieversorgern auch kurz- und langfristige Energiesparmaßnahmen sowie Vorbereitungen für die Einrichtung von Betreuungsstellen oder die Sicherstellung der Notfallversorgung in Kliniken. Mit dem neuen Katastrophenschutz-Lagezentrum in Friedberg verfügt man über moderne und zeitgemäße Technik und organisatorische Ausstattung.

»Unser Katastrophenschutz ist auch dank des hervorragenden Engagements der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gut aufgestellt. Aber auch die beste Hilfe ist nicht immer sofort zur Stelle, denn bei großflächigen Schadenslagen können Rettungskräfte nicht überall zugleich sein. Auch wenn kein Grund zur Panik besteht, ist es wichtig, dass man eigenverantwortlich für den Ernstfall vorsorgt«, betont Weckler.

Das Bundesamt für Katastrophenschutz empfiehlt deshalb, zuhause stets über einen Nahrungs- und Wasservorrat für zehn Tage zu verfügen. Auch eine Hausapotheke sollte vorhanden sein, um kleinere Verletzungen und leichte Erkrankungen notfalls selbst zu behandeln. Zudem sollten alle Haushalte für den Fall eines Stromausfalls über ein batteriebetriebenes Radio samt Ersatzbatterien oder ein Solar- oder Kurbelradio verfügen.

In Anbetracht der Gasmangellage sei es auch ratsam, sich mit Verwandten und Freunden zu vernetzen, die von Gas unabhängig sind: Gegebenenfalls lassen sich so kürzere Zeitspannen überbrücken, in denen die eigene Heizung nicht funktioniert.

Sämtliche Informationen, Tipps und hilfreiche Checklisten gibt es online auf www.bbk.bund.de, »Warnung und Vorsorge«.

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