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Vorfreude bei der Neuen Philharmonie Frankfurt auf Friedberger Auftritt

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»Magische Momente sind vorprogrammiert«, verspricht der künstlerische Leiter Jens Troester, wenn die Neue Philharmonie Frankfurt mit Sänger Karsten Stiers die Cross-over-Show »Friede, Freiheit, Sommernacht« an drei Abenden in der Stadthalle zeigen wird. © Annette Hausmanns

60 Musiker auf der Bühne und endlich wieder in Friedberg. Die Neue Philharmonie Frankfurt wird im August drei Konzerte in der Stadthalle geben. »Friede, Freiheit, Sommernacht« ist das Motto.

Über die Vorfreude, viel Mut und die Herausforderungen sprechen Manager Dirk Eisermann und Dirigent Jens Troester im Interview.

Nach zwei Jahre coronabedingter Pause nun endlich wieder in Friedberg, wo Sie große Erfolge gefeiert haben. Was geht da in Ihnen vor?

Dirk Eisermann: So traurig es war, in den beiden vergangenen Jahren gar nicht oder nur kleinformatig aufzutreten, so sehr freuen wir uns, und da spreche ich für alle Musikerinnen und Musiker der Neuen Philharmonie Frankfurt, endlich wieder mit großem Ensemble in Friedberg zu sein und unser brandneues Programm »Friede, Freiheit, Sommernacht!« vorzustellen.

Jens Troester: Langsam wacht die Veranstaltungsbranche ja wieder auf, wie aus einem langen Winterschlaf. Es ist ein großartiges Gefühl, wieder so viele Menschen im Publikum zu haben. Wir sind eben kein kleines Orchester - die große Bühne macht uns tatsächlich immer besonders viel Spaß.

»Friede, Freiheit, Sommernacht!« Wie kam es zu dem Titel? Was darf das Wetterauer Publikum erwarten?

Eisermann: Tolle Arrangements, großartige Interpreten und eine Songauswahl, die Spaß macht. Friede und Freiheit: Natürlich nehmen wir die Zeichen der Zeit wahr - Corona, der Ukraine-Krieg. Vor drei Jahren, als wir mit unserem Music-United-Programm in der Friedberger Stadthalle Europa feierten, hätten wir uns das nicht vorstellen können. Wir greifen aktuelle Themen auf, wollen aber Mut machen und Zuversicht vermitteln. Wir wollen mit unserer Kunst das Publikum zwei Stunden entführen und dann mit einem Lächeln nach Hause schicken.

Troester: Das Publikum wird schnell in die Show eingebunden und darf, wie in der Vergangenheit auch, schnell mit den Musikern mitsingen. Magische Momente sind vorprogrammiert: Wenn ich nur an die Refrains von »Don’t Give Up« und »Chasing Cars« denke - unter ganz vielen anderen. Da heißt es, Feuerzeuge hoch und Handy-Lights an. Tolle Stimmung.

Wie oft waren Sie schon in Friedberg, was verbindet Sie mit der Stadt?

Eisermann: Schon ewig. Als junges, freies Orchester, ohne regelmäßige öffentliche Subventionen, müssen und mussten wir von Anfang an mit Qualität und Originalität punkten. Die Ovag hat uns sehr früh vertraut und uns zu einem ersten Konzert 2004 auf das Burgfeld eingeladen. Als Veranstalter kamen dann die Stadt und die Sparkasse Oberhessen hinzu. Was folgte ist einfach eine tolle Geschichte mit Gewitterschauern, CD- und DVD-Produktion und einfach dem besten Publikum der Welt - das stimmt wirklich! Wir sind sehr, sehr dankbar, dass wir unsere neuen Produktionen hier jedes Jahr spielen dürfen. Jetzt wettersicher in der Stadthalle und das sogar an drei aufeinanderfolgenden Tagen.

Wie lange braucht es, um so ein Programm zu entwickeln? Wie gehen Sie dabei vor?

Troester: Oh, das ist eine ganz schöne Arbeit. Es gibt einfach wahnsinnig viel gute Musik, sowohl im Klassik-, wie auch im Rock-Pop-Bereich. Und bei uns ist ja das Besondere, dass wir beides zusammenbringen. Jeder von uns hat eine Liste von Stücken, von denen wir denken »Das wollten wir immer schon mal spielen« oder »Das könnte mit Orchester fantastisch werden«.

Eisermann: Die ersten Titel stehen meistens schon nach dem vorhergehenden Programm auf einem großen Blatt Papier. Ein Motto hilft uns dann, die Auswahl in eine Richtung zu leiten und so kommt eins zum anderen. Die Solisten haben Vorschläge, die Veranstalter, unsere Fans. Und dann sitzen Jens und ich in kleiner Runde und hören uns die Sachen an und entwickeln einen Ablauf, eine Dramaturgie, so, wie wir sie uns vorstellen. Die Stelle, an der ein Song am Abend gespielt wird, kann entscheidend sein. Gerade im zweiten Teil eines Programms kann es auch mal einen ruhigen Moment geben, bevor die Stimmung zum Finale hin wieder zum Kochen gebracht wird.

Troester: Es ist eine Menge Recherche nötig, denn nicht immer sind es die Original- beziehungsweise Studiofassungen der Songs, die uns überzeugen. Dass »Juke Box Hero« mit »Whole Lotta Love« verbunden werden kann, hat uns ein Live-Mitschnitt von Foreigner gezeigt. Großartig, auf den Punkt - Rock’n’Roll für großes Orchester und natürlich die Stromgitarre. Oder »Whatever You Want« von Status Quo. Klar, das ist ein Song zum Mittanzen, aber Status Quo hat das einmal live mit Orchester gemacht, und da gibt’s ein unglaubliches Intro, die den Song noch mal auf ein ganz anderes Level hebt.

Aber wie gewohnt geht es klassisch los?

Troester: Ja, mit Beethovens Fidelio-Ouvertüre. Ein mitreißendes Stück, dass den Abend fetzig-klassisch startet. Aber dann sind wir schon bei John Lennon und seinem Peace-Song »Come Together«. Dieser Kontrast ist einfach super.

Ihr Lieblingsstück in diesem Programm?

Eisermann: Ach, so viele tolle Stücke, aber ja, ich glaube, »You’ve Got a Friend«, interpretiert von Katrin Glenz, und die letzten fünf Minuten von »Bilder einer Ausstellung«, in denen »Große Tor von Kiew« prunkvoll, voluminös und einfach großartig musikalisch nachgezeichnet wird. Das sind meine Lieblinge in unserem Programm.

Troester: Schwierig, aber wenn ich einen Favoriten herauspicken müsste, dann wär’s wahrscheinlich der »Ride to Dubno«. Das kennen sicher die wenigsten, aber es ist ein absolut cooles Stück Orchestermusik. Ein bisschen wie der »Säbeltanz« von Katchaturjan, wenn man das einmal gehört hat, geht es nicht mehr aus dem Ohr.

60 Musiker auf der Bühne

60 Musiker auf der Bühne, die Band um Ralf Hübner und das Gesangsensemble mit Katrin Glenz, Achim Dürr und Karsten Stiers: Großes Kino in der Friedberger Stadthalle, wenn die Neue Philharmonie Frankfurt von Donnerstag, 25., bis Samstag, 27. August, (jeweils um 20 Uhr) endlich wieder in der Wetterau auftritt

Die Neue Philharmonie Frankfurt wurde 1999 spontan für eine Deutschlandtournee der Musical-Sopranistin Sarah Brightman zusammengestellt. Seit 2018 ist das Orchester eine eigenständige GmbH mit Dirk Eisermann als Geschäftsführer und Jens Troester als musikalischer Leiter. Das Orchester wird gebucht für Rock-Pop-Shows internationaler Künstler wie Udo Lindenberg oder Nena, aber auch von José Carreras, Giora Feidman oder David Garrett. Die eigenen Cross-over- und Klassik-Projekte haben es bekannt gemacht.

Karten für alle drei Konzerte gibt es bei der Ovag, der Sparkasse Oberhessen, dem Ticket-Shop Friedberg und im Internet unter www.adticket.de. hms/pm

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