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»Wärme-Winter« startet sofort

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Von: red Redaktion

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Wetteraukreis (red). Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) will mit den Mehreinnahmen aus der Energiepauschale Menschen helfen, die durch Energiekrise und Inflation in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Pauschale von 300 Euro, die allen Arbeitnehmern gezahlt wird, ist einkommenssteuerpflichtig. Damit fällt für Kirchenmitglieder automatisch auch Kirchensteuer an.

Die EKHN will diese Mehreinnahmen nicht dem Haushalt zuordnen, sondern an die Regionale Diakonie Hessen und Nassau übergeben, um sie für armutsbezogene Arbeit in der Region einzusetzen. Eine Hälfte der Mittel soll an kirchliche und diakonische Tafeln zur Auszahlung gebracht wird, die andere Hälfte wird an die Regionalen Diakonischen Werke (RDW) ausgezahlt.

Christoff Jung, der Leiter des Diakonischen Werkes Wetterau, hat den Kirchengemeinden bereits einen konkreten Vorschlag unterbreitet, wie ein Teil der Gelder für Projekte in den Kirchengemeinden genutzt werden könnte. Die Aktion »Wärme-Winter« startet ab sofort, sodass Kirchengemeinden Betroffene konkret unterstützen könnten. Kirchenpräsident Volker Jung regt die Kirchengemeinden an, die Kollekte am dritten Advent in »Wärme-Winter-Kollekten« umzuwandeln. Die Diakonie Wetterau werde nach Rückmeldung der Kollekten an das Dekanatsbüro für eine Verdopplung dieses Betrages sorgen. Dadurch könnten Aktionen vor Ort besser umgesetzt werden. Darüber hinaus werde die Allgemeine Lebensberatung des Diakonischen Werkes aufgestockt und ausgeweitet. Zusätzlich könnten Zeitkontingente für eine gezielte Unterstützung bei Schulden oder Hilfen bei der Antragstellung zu Sozialleistungen etabliert werden. Jung weist darauf hin, dass die Mittel nicht direkt an die Kirchengemeinden ausgezahlt werden. Auch sogenannte Einzelfallhilfen zur direkten Unterstützung in Größenordnung von mehreren Hundert Euro werde es in der Regel nicht geben. Er empfiehlt, keine direkten finanziellen Hilfen auszuzahlen, da staatliche Unterstützungsangebote nicht ersetzt werden sollten. Bewährt habe sich in Einzelfällen das Aushändigen von Gutscheinen für Lebensmittelmärkte in Höhe von maximal 25 Euro. Großer Wert werde auf die Beratung gelegt, in der auf die Ansprüche der Betroffenen gegenüber dem Sozialleistungsträger hingewiesen werde. Darüber hinaus hat die Dekanatssynode im Dekanat Büdinger Land die Richtlinien für die Vergabe von Zuweisungen aus dem Finanzausgleich beschlossen. Darin ist die Vergabe von Mitteln für diakonische Aufgaben und gemeindliche Projekte vorgesehen. Kirchengemeinden könnten so zusätzliche Mittel beantragen. Die Diakoniestiftung Büdinger Land hat zudem den Stiftungszweck »Unterstützung und Hilfe für armutsgefährdete Menschen« in ihrer Ordnung vermerkt. Auch aus diesem Topf können Mittel beantragt werden.

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