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Was bedeutet Freiheit?

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Von: red Redaktion

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Zum vierten Mal wurde der Schülerschreibwettbewerb ausgetragen. Das Thema »Freiheit« gewann während des Wettbewerbs dramatisch an Aktualität. © pv

Altenstadt/Region (red). »Menschen brauchen Freiheiten, um Fehler zu begehen und aus ihnen zu lernen«, meint Mia. »Ein Leben ganz ohne Freiheit wäre für mich unvorstellbar, weil das Leben ohne einen Funken Freiheit keinen richtigen Sinn ergibt«, schreibt Carlotta. »Freiheit ist Ungebundenheit, Freiheit ist Leben. Jeder empfindet Freiheit anders«, erklärt Helena.

Schon fast philosophisch muten diese Zeilen an. Sie alle stammen aus handgeschriebenen Briefen von hessischen Schülerinnen und Schülern der sechsten und siebten Klassen.

Als die Stiftung Handschrift im Sommer vergangenen Jahres zum vierten Mal zu ihrem Schülerschreibwettbewerb aufrief, war niemandem klar, welche Brisanz das Thema »Freiheit« aufgrund der politischen Entwicklungen zum Zeitpunkt der Preisverleihung haben würde.

Beim Start des Wettbewerbs im Sommer hatte die Stiftung wichtige Fragen gestellt: »Was bedeutet Freiheit für dich?«, »Wann fühlst du dich richtig frei?«, »Wie definierst du Freiheit?« Daraufhin erreichten im Herbst 9500 Briefe die Fachjury - rund 2500 mehr als im Jahr zuvor.

Grundlegende Kulturtechnik

»Sie alle sind einzigartige Zeitdokumente und bieten einen unverfälschten Einblick in das Denken und Erleben von Kindern und Jugendlichen. Zugleich regen viele der darin getroffenen Aussagen auch Erwachsene zum Nachdenken an«, so Raoul Kroehl, Geschäftsführer der Stiftung Handschrift.

100 Briefe wurden nun in einer virtuellen Feierstunde vom hessischen Kultusminister Alexander Lorz prämiert, darunter auch vier Briefe von Schülerinnen der Limesschule in Altenstadt. Julia Staubach, Nina-Sophie Kuhl, Marlena Reichhold und Hannah Schmitt aus der Klasse 7Ga, Klassenlehrerin Françoise Jaouiche, wurden ausgezeichnet.

Der Kultusminister ging auf die Bedeutung des Schreibens mit der Hand ein, griff aber auch die aktuelle Lage auf: »Die Handschrift ist eine unserer grundlegenden Kulturtechniken und individuelles Markenzeichen eines jeden Menschen. Wer einen Brief schreibt, transportiert eine Wertschätzung für den Empfänger, die eine Nachricht in den sozialen Medien nicht vermitteln kann.«

Erklärtes Ziel der Stiftung Handschrift ist es, gemeinsam mit Schulen außerhalb des Unterrichts Anlässe zum handschriftlichen Schreiben zu schaffen. Im digitalen Zeitalter, aber auch vor dem Hintergrund möglicher coronabedingter schulischer Defizite ist ein derartiges Engagement wichtiger denn je.

Förderung der Kreativität

Wissenschaftliche Studien belegen, dass durch die Entwicklung einer flüssigen und lesbaren Handschrift kognitive Prozesse im Gehirn angeregt werden. Gleichzeitig werden Kreativität und Individualität gefördert. Christian Boehringer, Vorsitzender des Stiftungsrates, erläutert die Intention der 2009 gegründeten Stiftung Handschrift: »Wer Lerninhalte mit der Hand mitschreibt, versteht und behält sie besser. Außerdem sind Menschen, die Konzepte handschriftlich entwickeln, innovativer.«

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