1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Was Konradsdorfer Schüler über den Schutz des Waldes lernen

Erstellt:

Kommentare

cwo_MUebaumpflanzung_0505_4c
Die Klasse 5F der Gesamtschule Konradsdorf bei der Baumpflanzaktion an der »Baum des Jahres«-Allee. Mit dabei: Schulleiterin Birgit Bingel (4. v. r., hinten), Forstamtsleiter Bernd Reißmann, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Bezirk Büdingen, Klassenlehrerin Josephine Wolf (2. v. r.), Irmgard Reichert als Vorsitzende des SDW-Ortverbands Glauburg, Glauburgs Bürgermeisterin Henrike Strauch sowie weitere Lehrkräfte und angehende Forstwirte von Hessen Forst. © Ingeborg Schneider

Seit 25 Jahren pflanzen die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und Hessen Forst an der Gesamtschule Konradsdorf den jeweiligen »Baum des Jahres« - mit einem ökologischen Hintergedanken.

Ortenberg (mü). Die Aktion hat Tradition: »Seit 25 Jahren pflanzt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zusammen mit Hessen Forst in jedem Jahr einen neuen ›Baum des Jahres‹ - zunächst auf dem Gelände der Gesamtschule, inzwischen in einer stattlichen, abwechslungsreichen Allee auf Landesforstgebiet und bis hinauf zum Wald«, erläuterte Irmgard Reichert, langjährige Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) der Schulleitung, den Lehrkräften und Kindern der Gesamtschule Konradsdorf. »Heute darf die Klasse 5F im Beisein von Schulleiterin Birgit Bingel, Klassenlehrerin Josephine Wolf, Glauburgs Bürgermeisterin Henrike Strauch sowie Mitarbeitern von Hessen Forst und der SDW zusehen, wie der Baum des Jahres 2022 gepflanzt wird.«

Große Sorge: Jüngste Trockenheit

Dass es sich dabei um eine junge Buche handelte, war den Fünftklässlern natürlich vorab klar. Mit selbst vorgetragenen kleinen Steckbriefen zu Alter, Wuchs, Aussehen, Nutzung, Bedeutung und Bedrohung der Buche durch Klimawandel und Schädlinge zeigte sich die Gruppe bestens vorbereitet. Forstamtsleiter Bernd Reißmann, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bezirk Büdingen, ergänzte, dass der hessische Buchenwald den Förstern aktuell große Sorgen bereite, da er besonders unter der Trockenheit der vergangenen Jahre leide. »Im Vogelsberg sieht es in puncto Wasserversorgung für die Buche noch etwas besser aus, doch je weiter wir in die Wetterau hinein und nach Süden gelangen, umso mehr ist diese Baumart gefährdet«, sagte Reißmann mit einem weiten Blick über das Naturschutzgebiet Nidderau zu Füßen von Konradsdorf. »Dabei müsst ihr euch vorstellen, dass die Buche schon seit mehr als 4000 Jahren hier heimisch ist, dass Buchenwälder vor vielen Jahrhunderten sicher diese ganze Ebene bedeckten und vielleicht nur zehn Menschen in einer kleinen Ansiedlung darin lebten«, ergänzte Reißmann und zeichnete so ein anschauliches Bild der Vergangenheit. Erläuterungen zur früheren extensiven Waldnutzung für Bauvorhaben und deren Ausstattung sowie zur Wärme- und Energiegewinnung schlossen sich an. »Ihr seht, wie wichtig es ist, das, was wir Menschen der Natur nehmen, auch wieder zurückgeben und im Fall von Bäumen wieder aufzuforsten«, sagte der Forstamtsleiter.

Werbung für Berufe im Forstbereich

Anschließend sahen alle Beteiligten aufmerksam zu, wie die angehenden Forstwirte Leonhard Waldeck, Justin Hof und Philipp Kehm den jungen Baum setzten, angossen und mit einem umweltfreundlichen Verbiss- und Fegeschutz aus Holz umgaben. Besondere Sorgfalt schenkte man nach den vielen Erläuterungen über die wachsende Trockenheit dem Angießen, und einige Fünftklässler nahmen sich vor, die junge Buche regelmäßig aufzusuchen und zu gießen. Nachdem Irmgard Reichert bebilderte Waldführer an die Klasse verteilt hatte, beschrieben die drei angehenden Forstwirte ihre vielseitige duale Ausbildung, erklärten ihre Werkzeuge, die Schutzkleidung sowie weitere Schutzvorkehrungen und ermunterten die Klasse, im Rahmen eines Berufspraktikums später einmal den Beruf des Forstwirts und Waldarbeiters näher kennenzulernen.

Am Rande der Aktion verwies Irmgard Reichert noch auf die tragende Rolle des 1896 in Hungen geborenen und 1958 in Konradsdorf verstorbenen Forstmeisters Dr. Hermann Künanz, der nicht nur Mitgründer des Landesverbands Hessen der SDW gewesen sei, sondern auch federführend für den frühen Naturschutz in der Region bis hinauf zum Hohen Vogelsberg. »Sein Werk führen wir mit unseren Baumpflanzaktionen hier an Künanz’ ehemaliger Wirkungsstätte fort - und die Beteiligung der Jugend wäre ganz in seinem Sinne.«

Auch interessant

Kommentare