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Wassertreten - aber richtig

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Von: red Redaktion

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Büdingen (red). Ein Kneippianer braucht keinen Sonnenschein, sondern nur Wasser. Auf Wasseranwendungen hat Pfarrer Sebastian Kneipp seine ganzheitliche Gesundheitslehre aufgebaut. Einen Einblick erhielt eine Gruppe Interessierter, die sich jetzt am Kneipp-Garten unterhalb des Büdinger Freischwimmbades »Hinter der Meisterei« einfand.

Gutes fürs Immunsystem

Ilona Engelhard (Kneipp-Gesundheitstrainerin, SKA) und Eva Leitzgen (Kneipp-Mentorin und Heilkräuterführerin, SKA) vom Kneipp-Verein zeigten, wie es richtig geht, und standen für Fragen zur Verfügung. Das Wassertreten ist im Übrigen nur eine von etwa 120 Wasseranwendungen in der Kneippschen Lehre, die in den vergangenen Jahren wiederentdeckt wurde und einen neuen Trend auslöste. Denn immer mehr Menschen fragen sich, wie sie auf natürliche Weise ihre Gesundheitsfaktoren stärken können. Wer sich intensiver mit den Kneipp-Elementen Wasser, Ernährung, Kräuter, Bewegung und Balance beschäftigt, ist da schon auf dem richtigen Weg, um sein Immunsystem zu mobilisieren.

Das Naturkneipp-Becken in den Jägerwiesen bietet eine gute Gelegenheit für einen Start. Ilona Engelhard gab Tipps: Die Füße sollten vorher warm sein. Weil der rechte Fuß am weitesten vom Herz entfernt ist, taucht dieser zuerst ins Wasser ein. Die Füße werden abwechselnd betont aus dem Wasser gezogen, das fördert die Muskulatur und insbesondere die Venen-Muskel-Pumpe. Der Temperaturunterschied von Luft und Wasser intensiviert den Reiz. Wenn das Kältegefühl aufsteigt, ist es genug. »Ein mäßiger Reiz reicht aus«, riet Petra Engelhard, die in ihrem Berufsleben viele Mädchen und Jungen in der Kita Wassertröpfchen, der erste zertifizierte Kneipp-Kindergarten Hessens, ans Kneippen herangeführt hat.

Zwischen Wassertreten und Armbad sollte mindestens eine Stunde liegen, da sich die Wirkung sonst aufhebt. Kommt man aus dem Wasser, streift man dieses nur ab, um die Verdunstungskälte zu nutzen, und schlüpft mit feuchten Füßen sogleich in die Socken, um für Wiedererwärmung zu sorgen, oder man bewegt sich. Es dauert nicht lange, dann verstärkt der Körper die Durchblutung und die Füße werden wollig warm. Mit einem Bewegungsspiel wurde nochmals nachgeholfen.

Brennnesseln in der Küche

Eva Leitzgen ist die Kräuter-Expertin im Kneipp-Verein der ehemaligen Kreisstadt. Nicht weit vom Kräuterbeet entfernt wachsen Brennnesseln. Was für manchen nichts als Unkraut zu sein scheint, ist die Heilpflanze des Jahres 2022. Die kommenden Wochen sind die beste Zeit, die Brennnessel zu ernten. Als Salat, Tee oder Pesto findet sie in der Küche Verwendung. Die getrockneten Samen sind aufgrund ihrer Mineralstoffdichte ein wahres Superfood. Mit Milchpulver gemörsert und getrocknet lässt sich die Pflanze auch wunderbar verwenden. Jeder Teilnehmer erhielt ein Tütchen mit dem frisch gemörserten Brennnesselgemisch zum Trocknen und zum Testen.

Ilona Engelhard las noch ein Gedicht von Martin Auer mit dem Titel »Über die Erde« vor. »Zieh die Schuhe aus, Schuhe machen dich blind. Du kannst doch den Weg mit den Zehen sehen, auch das Wasser und den Wind…", heißt eine Strophe daraus. Es war ein Appell, öfters mal die Schuhe auszulassen, den Boden unter den Füßen wieder bewusst zu spüren.

Weitere Termine für die Reihe »Effektives Kneippen« sind am 28. Mai, am 25. Juni und am 30. Juli. Beginn ist jeweils um 17 Uhr. Während dieser Termine werden verschiedene Schwerpunkte gelegt. Es gibt ausreichend Gelegenheit, Fragen rund um Sebastian Kneipp und seine Anwendungen zu stellen. Weitere Informationen gibt es beim Büdinger Kneipp-Verein per E-Mail an info@ kneippverein-buedingen.de.

Der Büdinger Kneipp-Verein ist der einzige Verein der Region, der Heigln anbietet. Diese einfache Gymnastik mit speziellen Schwungübungen findet jeden Donnerstag auf dem Herrnhaag im Freien mit Trainerin Karla Herd statt. Am 5. Mai ist um 18 Uhr Beginn. Neue Teilnehmer sind willkommen. red

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