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Weinfest in Büdingen: Trauben und Trubel

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Von: Georgia Lori

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Es ist Sommer und Weinfest in Büdingen. © Georgia Lori

Bei tropischen Temperaturen gestaltete sich die achte Auflage für die Gastronomen tagsüber eher schwierig. In den Abendstunden erlebte das Weinfest ein deutliches Besucher- und Umsatzplus.

Arnika Haury, Geschäftsführerin der Büdinger Tourismus GmbH, hat gute Laune. »Es ist ein sehr schönes Flair. Wir hoffen, dass sich einige Leute in den kühleren Abendstunden noch heraus trauen«. Sie freut sich, dass viele Hoheiten nach Büdingen kommen, um ihre Städte und Produkte zu bewerben.

Monika Hammer (72) aus Büdingen sitzt mit ihrer Familie unter einem großen Sonnenschirm auf dem Marktplatz. Schwester, Nichte, Großnichte mit Ehemann hocken mit am Tisch. Corona hat ihren früher geplanten Treffen mehrmals einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Familien treffen sich auf dem Marktplatz

Jetzt auf dem Weinfest sitzt die Familie wieder zusammen. Sie kommen gerne aus Frankfurt mit dem Neun-Euro-Ticket. Vom Weinfest erwartet sich Hammer vor allem Geselligkeit. »Die komplette Veranstaltungsbranche liegt am Boden. Wir leisten einen Beitrag sie zu unterstützen«, sagt sie.

Das Weinfest tut den Leuten gut, ist sich Ex-Bürgermeister Erich Spamer sicher, schätzt jedoch, dass aufgrund der Hitze das Besucheraufkommen geringer sein wird. »Gott sei Dank findet das Fest wieder statt, auch mit einigen Hoheiten«, sagt er. Lang kann er nicht bleiben, wird er sich doch noch am Abend auf den Weg nach Leipzig machen.

Zu den Majestäten zählt die Sonnenbotschafterin aus der Stadt Bürstadt Luisa-Marie I. (Morwimer). Die Damen und Herren mit Schärpen und Kronen kennen sich untereinander. »Nach der langen Zeit ist es schön, dass es wieder Begegnungen und Austausch bei einem Glas Wein gibt«, sagt die 22-Jährige mit Blick auf die Bühne.

Dort begrüßt Organisator Klaus Schwarzhaupt einige Ehrengäste. Bürgermeister Benjamin Harris dankt der Abteilung Jugend, Kultur und Soziales der Stadt und dem Gewerbe- und Verkehrsverein Büdingen für die wochenlange Vorbereitungszeit. Nach zwei Jahren haben auch die Vocaladies aus Wolf wieder ihren ersten Auftritt. »Wein, laut Goethe ein Sorgenfresser, soll ein sorgenfreies Wochenende garantieren«, sagt Harris.

Erste Stadträtin Katja Euler weist auf die vielen Anbieter hin, auch auf die Gastronomen, die am Marktplatz ansässig sind. Hubert Hacker vom Gewerbeverein zeigt sich erfreut darüber, dass wieder gefeiert werden darf und dankt den Helfern.

Harris kündigt die Lokalmatadorin, die vierte Büdinger Froschkönigin Jule I. an. In ihrer Nähe ist auch der frisch wiedergewählte Vonhäuser Apfelsaftkönig Achim I. Sie werden von Hoheiten aus Bad Vilbel, Bürstadt, Schotten, Ober-Ursel, Büdesheim, Rosbach, Bebra, Guntersblum und Lampertheim begleitet.

Beate Wagner schenkt mit ihrem Ehemann Manfred für das Weindepot und Wohndesign Bernd Frier Wein aus. Die vergangenen sieben Jahre arbeiteten beide im Hintergrund. Auch ihr Bruder und ihre Schwester helfen mit. Die Vier hoffen auf die Abendstunden. Sie bieten Weine vom Gardasee und aus dem Bordeaux an. »Die Leute geben ihr Geld bewusster aus«, stellt Manfred Wagner fest.

Wein und die Waldhütte

Liroum Then hat vor Kurzem das Genuss-Eck in Büdingen eröffnet und nutzt das Fest, um sein Geschäft etwas bekannter zu machen. Corona und auch die Ukraine-Krise hätten den Umsatz gesenkt.

Patamaras Yea vertritt ihre Freundin am Stand der Cockpit-Lounge. Sie bietet selbst gemachte Bowlen und Destillate an.

Yannick Konefka (28) aus Hannover ist für eine Geburtstagsüberraschung für seinen Freund nach Büdingen gereist. »Wir wollten etwas Besonderes schenken und haben in der Umgebung im Wald eine Waldhütte für das Wochenende gemietet und das Weinfest entdeckt«, sagt Konefka.

Es ist Abend. An den Ständen herrscht reges Gedränge, die Sitzbänke sind ausnahmslos belegt. Fans swingen zur Musik von Tine Lott und Thomas Richter (Ti-To) und Wein und Wasser werden rege nachgefragt.

Klaus Schwarzhaupt ist vom Ansturm am Abend trotz der hohen Temperaturen angenehm überrascht. »Der Abend ist hervorragend. Jeder Verkäufer an den 14 Ständen hat zu tun. Ich bin sehr zufrieden«, zieht der Organisator in den Abendstunden ein positives Resümee.

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