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Weiter mit neuem Träger

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Der Leiter des Birkenhofs, Andreas Nickel, und die Vorsitzende des bisherigen Trägervereins, Corinna Zeh, freuen sich mit der Geschäftsführerin der Schottener Sozialen Dienste und deren Regionalleiter der Region Süd, Martin Eisenlohr, dass diese die Einrichtung als neuer Träger weiterführen. © Oliver Potengowski

Gedern (ten). Vor mehr als 40 Jahren gründete man den Birkenhof in Gedern als Therapieeinrichtung, um sektengeschädigten Jugendlichen den Weg zurück in ein selbstbestimmtes leben zu ermöglichen. Im Laufe der Zeit entwickelte er sich zu einem Wohnheim für junge Erwachsene mit psychischen Erkrankungen. Um angesichts wachsender Anforderungen den Fortbestand der Einrichtung zu sichern, haben sich Mitarbeiter und der ehrenamtliche Trägerverein entschlossen, den Birkenhof von den Schottener Sozialen Diensten weiterführen zu lassen.

»Wir sind an unsere Grenzen gestoßen. Das kann man ehrenamtlich nicht mehr bewältigen«, erklärt Diplom-Ingenieurin Corinna Zeh, Vorsitzende des bisherigen Trägers Christlicher Verein für psychosoziale Arbeit. »Unser Interesse war, dass wir unsere Arbeit fortsetzen können und das Zuhause sichern für 16 Bewohner«, erklärt sie, dass ein zukunftsfähiges Trägerkonzept gesucht werden musste. Dabei hätte es den Verein personell überfordert, eine eigene gemeinnützige GmbH zu gründen. Hätte man auf die Gemeinnützigkeit verzichtet, um den Aufwand zu reduzieren, wären für die vergangenen zehn Jahre Steuern nachzuzahlen gewesen. Ein externer Investor, der den Betrieb des Birkenhofs finanziell abgesichert hätte, wäre ebenfalls keine Alternative gewesen, erläutert Zeh. Weil ein solcher Investor gewinnorientiert arbeitet, wären Konzept und Fortbestand des Birkenhofs auf Dauer ungewiss gewesen.

»Wir haben hier zweieinhalb Jahre überlegt, einen Weg zu finden«, beschreibt die Vorsitzende die schwierige Entscheidung, wie der Birkenhof weitergeführt wird. Denn dabei waren nicht nur wirtschaftliche Kriterien wichtig. »Es steckt hier viel Idealismus drin«, betont Einrichtungsleiter Andreas Nickel.

Die Lösung fand sich schließlich durch die langjährige Zusammenarbeit mit den Schottener Sozialen Diensten. »Es gibt Bewohner des Birkenhofs, die seit vielen Jahren in den Werkstätten der Schottener Sozialen Dienste arbeiten«, erklärt Martin Eisenlohr, Regionalleiter der Region Süd des neuen Trägers. Er stellt fest, dass es auch in der inhaltlichen Arbeit zwischen den Schottener Sozialen Diensten und dem Birkenhof viele Berührungspunkte gibt. »Wenn man unsere Rahmenkonzeption mit dem Einrichtungskonzept des Birkenhofs vergleicht, dann gibt es eine ganze Reihe Parallelen.«

Doch diese Gemeinsamkeiten sind nicht der einzige Grund, weshalb die Schottener Sozialen Dienste sich entschieden, den Birkenhof als Träger zu übernehmen. »Das, was hier läuft, hat ein Alleinstellungsmerkmal«, lobt Eisenlohr die Arbeit des bisherigen Trägervereins und der zwölf Mitarbeiter. »Der Birkenhof hat Inhalte, die wir in dieser Form nicht haben.« Silke Becker, Geschäftsführerin der Schottener Sozialen Dienste, ergänzt, dass es in deren Arbeit zwar auch ein tiergestütztes Angebot der Kinder- und Jugendhilfe gebe. Für Erwachsene hatte der neue Träger bisher noch kein entsprechendes Angebot.

Wichtiger Schritt in die Zukunft

Dass die Übernahme auch bei den Mitarbeitern und dem bisherigen Trägerverein des Birkenhofs als wichtiger und guter Schritt in die Zukunft gesehen wird, zeigen deren Entscheidungen. »Die Vereinsmitglieder mussten als Erstes abstimmen«, erklärt Zeh. »Sie waren einstimmig dafür.« Selbstverständlich habe man auch die Mitarbeiter in die Auswahl einbezogen, zu welchem Träger der Birkenhof wechselt. Dabei sei die Zustimmung für die Schottener Sozialen Dienste ebenfalls groß gewesen. Einrichtungsleiter Nickel weist auf deren Motto hin. »›Der Mensch im Mittelpunkt‹ trifft auch unseren Kern«, stellt er fest. Becker freut sich über diese Zustimmung: »Die Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital. Nur gemeinsam mit ihnen können wir unser Angebot sozialer Dienstleistung überhaupt aufrechterhalten.«

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