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Weniger ist manchmal mehr: Heuson-Musem mit neuem Konzept geöffnet

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Im Heuson-Museum ist wieder eine Reise in die Vergangenheit möglich: Bei der Wiedereröffnung betrachtet Reinhard Pfnorr, Leiter des Heimatmuseums Nidda, die Ausstellung mit Alltagsgegenständen im zweiten Stock. © Oliver Potengowski

Das Hochwasser vom Januar 2021 hat auch im Büdinger Heuson-Museum erhebliche Schäden angerichtet. Saniert und mit einem neuen Konzept ist das Museum jetzt wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Eineinhalb Jahre nachdem auch das historische Rathaus vom Hochwasser überflutet worden ist, konnte am Dienstag das Heuson-Museum wieder eröffnet werden. Stadt und Museumsverein nutzten die Sanierungsarbeiten zu einer Modernisierung. Diese zeigt sich auch in einer anderen Ausstellungskonzeption.

»Ein ganzes Haus mit Geschichte steht der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung« freute sich der Vorsitzende des Geschichtsvereins, Joachim Cott bei der Feierstunde zur Wiedereröffnung. Er erinnerte an den schweren Schicksalsschlag, den das Hochwasser für die Altstadt und das Heuson-Museum bedeutet hat. Dabei lenkte er den Blick vor allem auf die positiven Aspekte. »Ganz toll war am 30. Januar, als das Hochwasser langsam zurückschwappte, die Hilfe von den Nachbarn«, dankte er.

Mehr über die Historie erfahren

Durch die notwendige Sanierung hätten sich auch Chancen ergeben. So habe der notwendige Austausch des Fußbodens durch den Steinmetz Martin Röhling die Fertigstellung der Sanierung zwar verzögert. Zugleich habe man dadurch aber die Möglichkeit gehabt, in einer kleinen Grabung mehr über die Geschichte des historischen Rathauses und seine Gründung als Markthalle zu erfahren.

Cott berichtete, dass neben der Beleuchtung auch die Heizungsanlage erneuert wurde. Im Erdgeschoss und im ersten Stock wurden die Gaseinzelöfen durch eine Sockelleistenzentralheizung ersetzt, wie Carsten Schlögel vom Bauamt der Stadt erläuterte. Diese fügt sich nicht nur unauffällig in die Museumsgestaltung ein. Cott würdigte auch die verbesserte Effizienz, die Energie und damit Heizkosten spare.

»Mit der Vollendung der Sanierung im Erdgeschoss und der Umgestaltung des zweiten Stocks hat die Altstadt wieder ein Stück Attraktivität gewonnen«, stellte er fest. Dabei sei die Präsentation »punktuell verfeinert« worden.

Die Zeit der Pandemie und der Sanierung hat der Geschichtsverein - unterstützt durch umfangreiche Förderprogramme - genutzt, um das Internet-Angebot des Heuson-Museums erheblich zu verbessern und auszuweiten. Dadurch hätten Besucher jetzt sowohl im Vorfeld eines Besuchs als auch als Nachbereitung die Möglichkeit nach ihren Interessen eine Fülle von Zusatzinformationen aus dem Netz herunterzuladen.

Bis zu 12 000 Besucher im Jahr

Cott dankte ausdrücklich allen Helfern, die das Museum nach dem Hochwasser unterstützt haben, der Stadtverwaltung mit Bürgermeister Benjamin Harris, Bauamt und insbesondere auch dem Bauhof, den an der Sanierung beteiligten Handwerkern und dem Wetteraukreis. Durch die Vermittlung von Landrat Jan Weckler habe der Geschichtsverein Gelder der Stiftung der Sparkasse Oberhessen für die Sanierung bekommen.

»Mit Geburtstagen muss man flexibler umgehen, wenn die Umstände es verlangen«, erinnerte Weckler daran, dass das Heuson-Museum vergangenes Jahr 50 Jahre alt geworden ist. Er würdigte die Bedeutung des Museums, das mit bis zu 12 000 Besuchern pro Jahr zu den am besten besuchten Museen im Kreis zähle.

Das Heuson-Museum sei auch das erste Regionalmuseum in Hessen gewesen. Dazu sei es Teil einer reichen Museumslandschaft in Büdingen mit 50er-Jahre-, Sandrosen- und Metzger-Museum. »Ich sage Dankeschön dafür, dass so etwas betrieben werden kann«, lobte er das ehrenamtliche Engagement.

Großer Einsatz der Ehrenamtlichen

»Das kann die Stadt alleine gar nicht leisten.« Harris wies darauf hin, dass alle Büdinger Museen durch das Hochwasser stark getroffen worden seien. »Unsere Museumslandschaft konzentriert sich nun mal in der Altstadt.«

Umso glücklicher sei er, dass in diesen Wochen nahezu alle Museen nach der Beseitigung der Schäden wieder öffnen könnten. Dabei hob er den großen Einsatz der Ehrenamtlichen hervor.

Als positiven Aspekt hob auch er hervor, dass im Rahmen der Sanierung auch der Boden im Erdgeschoss erneuert und die Ausstellung neu gestaltet worden sei. »Der Geschichtsverein hätte eigentlich genug zu tun gehabt«, wies er darauf hin, dass die Mitglieder stetig an der Weiterentwicklung des Heuson-Museums arbeiten. »Sie können sich auf etwas gefasst machen, die Truppe ist keineswegs müde.«

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