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Weniger tödliche Verkehrsunfälle

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hks_imago0158163456h_110_4c © Imago Sportfotodienst GmbH

Vogelsbergkreis (sw). Im vergangenen Jahr ereigneten sich auf osthessischen Straßen insgesamt 10 145 Verkehrsunfälle. »Dies ist der zweitniedrigste Wert seit Bestehen des Polizeipräsidiums«, so Präsident Günther Voß bei der Veröffentlichung der Verkehrsunfallstatistik 2021 für die Landkreise Fulda, Hersfeld-Rotenburg und Vogelsberg.

Zwar stieg die Anzahl der Unfälle gegenüber 2020 um 732 an, was aber aufgrund des verringerten Verkehrsaufkommens während der Corona-Pandemie zu erwarten war, erklärt Voß. Aussagekräftiger ist daher der Vergleich mit dem Vor-Corona-Jahr 2019. Damals wurden 11 644 Unfälle registriert. Die Zahlen von 2021 zeigen, dass die Verkehrsunfälle um 13 Prozent weniger geworden sind. Das sei nicht zuletzt den vielfältigen Präventionsmaßnahmen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu verdanken.

Überwachung zeigt Wirkung

Wirkung zeige die Geschwindigkeitsüberwachung, so Voß weiter. 2021 habe es 6,8 Prozent weniger Verkehrsunfälle mit Personenschaden aufgrund zu schnellen Fahrens gegeben. Auch Motorradunfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit seien weniger geworden. 2021 ereigneten sich in Osthessen 286 Verkehrsunfälle, an denen Motorradfahrer beteiligt waren. Im Vorjahr waren es 274 Unfälle. Mit 240 Personen gab es im aktuellen Berichtszeitraum 22 Verletzte mehr als 2020, acht Unfallopfer kamen zu Tode. Das sind zwei Menschen mehr als im Vorjahr. Die Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen ist zu 32 Prozent der Verkehrsunfälle beteiligt und bildet die größte Risikogruppe. »Die Hauptunfallursache für Motorradunfälle ist nach wie vor zu hohe Geschwindigkeit«, betont der Polizeipräsident. Ereigneten sich 2020 noch 62 Unfälle wegen zu schnellen Fahrens, sank die Zahl 2021 um 12,9 Prozent auf nunmehr 54.

Um die Unfallzahlen zu reduzieren, führe die osthessische Polizei während der Motorradsaison regelmäßig Kontrollen durch, unter anderem im Bereich der beliebtesten regionalen Strecken im Vogelsberg und der Rhön. Im Rahmen von Schwerpunktaktionen werde versucht, die Hauptunfallursachen »Geschwindigkeit«, »zu geringer Abstand« und »Fehler beim Überholen« zu bekämpfen.

Darüber hinaus seien Motorradfahrer bei unterschiedlichen Präventionsaktionen bezüglich aufgeklärt worden. So waren Ende September vergangenen Jahres unter dem Motto »Biker auf Augenhöhe« erstmalig Polizisten und Piloten auf Motorrädern zu einer gemeinsamen Tour durch den Vogelsberg unterwegs. Die richtige Schutzausrüstung und eine angepasste Geschwindigkeit standen dabei im Vordergrund. Auch für das laufende Jahr sind zwei Touren im Vogelsberg und in der Rhön geplant, kündigt die Polizei Osthessen an.

Die Zahl der Verkehrsunfälle unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen ist im vergangenen Jahr um 34 auf 247 gestiegen. Nach einem Tiefstand in 2020 bewegt sich der Wert wieder auf einem ähnlichen Niveau wie in den Jahren vor der Pandemie. Über ein Drittel dieser Unfälle endete mit Personenschaden. 120 Menschen wurden verletzt, drei Unfallopfern verstarben - zwei mehr als in 2020.

Bei den Unfällen mit Fahrrädern sei ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Die Zahl sank um 18,6 Prozent auf nunmehr 158 und bildet den Tiefstwert der letzten vier Jahre. Mit 130 Personen verunglückten 41 Menschen weniger als 2020. Die Zahl der Leichtverletzten sank von 123 um 28,5 Prozent auf 88 Personen. In 2021 kam es auf osthessischen Straßen zu keinem Fahrradunfall, bei dem ein Verkehrstoter zu beklagen war. 2020 waren es noch drei Personen gewesen.

Die Zahl der Pedelec-Unfälle bleibt 2021 im Vergleich zum Vorjahr auf einem nahezu unverändert niedrigen Niveau. Im Berichtszeitraum ereigneten sich mit 66 Unfällen lediglich drei mehr als im Vorjahr (2021: 63 Unfälle). In 2021 war bei keinem Unfall unter Beteiligung eines Pedelecs ein Menschenleben zu beklagen. Im Vorjahr kamen noch zwei Personen ums Leben.

Unfallflucht: Hohe Aufklärungsquote

Nahezu jede zweite Verkehrsunfallflucht habe geklärt werden können. Dazu hätten auch viele Hinweise von aufmerksamen Zeugen beigetragen. »Schon die Mitteilung weniger Details, wie ein Kennzeichenfragment oder die Marke und Farbe eines Autos, können bei der Überführung des Täters helfen«, betont Voß. Unfallflüchtige erwartet ein Strafverfahren.

Die Zahl der Verunglückten stieg im Jahr 2021 um 7,7 Prozent von 1721 auf 1853 Personen. Im aktuellen Berichtszeitraum ereigneten sich 26 Verkehrsunfälle, bei denen insgesamt 27 Menschen zu Tode kamen. Ein Jahr zuvor wurden 25 Personen bei Verkehrsunfällen tödlich verletzt. Bei der Anzahl der Schwerverletzten ist ein leichter Anstieg von 433 auf 439 Menschen zu verzeichnen. Ähnlich entwickelte sich die Zahl der Leichtverletzten, die um 124 auf 1387 stieg.

»Verkehrsunfälle sind schreckliche Ereignisse, bei denen immer wieder Menschen verletzt werden oder sogar zu Tode kommen. Oftmals bleiben bei den Betroffenen Spätfolgen oder schmerzliche Erinnerungen zurück«, so der Polizeipräsident. Das Polizeipräsidium Osthessen arbeite mit Verkehrskontrollen und Unfallbekämpfungskonzepten tagtäglich daran, die Unfallursachen zu bekämpfen und die Verkehrsteilnehmer im Hinblick auf die Gefahren zu sensibilisieren. »Auf eine offensive Präventionsarbeit legen wir dabei ein genauso großes Augenmerk wie auf polizeiliche Kontrollmaßnahmen und eine qualifizierte Strafverfolgung. Jeder verhinderte Unfall ist ein Erfolg«, sagt Voß.

Wie aus dem Verkehrsbericht zu entnehmen ist, stieg im Vogelsbergkreis die Gesamtunfallzahl gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent auf 2432 Unfälle. Nach den Lockdowns im Frühjahr und Herbst 2020, die noch zu einer Reduzierung des Verkehrsaufkommens und mithin zu sinkenden Unfallzahlen führten, liegt die Zahl wieder im Bereich der Jahre vor der Pandemie.

Einen beträchtlichen Anteil der Verkehrsunfälle im Vogelsbergkreis machen Wildunfälle aus, wie die Polizei mitteilt. Diese haben 2021 um 61 auf 1080 Unfälle zugenommen und entsprechen damit einem Anteil von über 44 Prozent an den Gesamtunfallzahlen.

Die Unfallzahlen mit tödlichem Ausgang gingen um drei auf sieben zurück. Bei den Unfällen mit schwerem Personenschaden konnte ebenfalls ein leichter Rückgang von 107 auf 105 Verkehrsunfälle festgestellt werden. FOTO: IMAGO

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