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In der Wetterau unterwegs: So funktioniert das Shoppen beim Modemobil

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Von: Sabrina Dämon

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Mit dem Modemobil ist Ulrike Kögler in der Wetterau und im Hochtaunuskreis unterwegs. Wenn sie in eine Senioreneinrichtung kommt, baut sie dort ihre mobile Boutique auf, und die Bewohner können in Ruhe stöbern und einkaufen.
Mit dem Modemobil ist Ulrike Kögler in der Wetterau und im Hochtaunuskreis unterwegs. Wenn sie in eine Senioreneinrichtung kommt, baut sie dort ihre mobile Boutique auf, und die Bewohner können in Ruhe stöbern und einkaufen. © Red

Ulrike Kögler fährt mit ihrem Kleinbus vor und legt los: Sie baut ihre Boutique in einem Raum in der Senioreneinrichtung auf, und die Kunden können sich in Ruhe umschauen, Hosen, Blusen und Schuhe anprobieren. Im Februar hat sich Ulrike Kögler mit dem Modemobil selbstständig gemacht. Eine Idee, auf die sie ohne Corona wohl nicht gekommen wäre.

Friedberg – Fast wäre alles anders gekommen. Ulrike Kögler hatte Pläne geschmiedet, sich um alles gekümmert, die Eröffnung des eigenen Geschäfts für Bettwäsche »war so gut wie in trockenen Tüchern«. Doch dann kam Corona. Die 54-Jährige verwarf ihren Plan von der Selbstständigkeit im klassischen Einzelhandel. Nicht jedoch den Gedanken, etwas eigenes aufzubauen. »Ich wollte mich eigentlich schon immer selbstständig machen«, erzählt sie. Nur hatte sie die vergangenen 30 Jahre einen guten Arbeitsplatz, war als Leiterin der Bettenrid-Filiale in Frankfurt tätig. Doch noch vor Corona, 2019, schloss die Filiale. Ulrike Kögler war arbeitslos.

Durch das Arbeitsamt, ein Headhunter rief bei ihr an, wie sie erzählt, kam sie schließlich auf ihre heutige Geschäftsidee: Modemobil - ein Franchise-Unternehmen mit Sitz in Wuppertal. Marke, Idee und Konzept existieren bereits in mehreren Regionen in Deutschland. Schon bei ihrem ersten Besuch auf der Webseite, erzählt Ulrike Kögler, war sie sich sicher: »Es war so ein Gefühl: Ja, hier willst du sein.« Sie nahm Kontakt auf, einigte sich mit der Geschäftsführerin und suchte sich ihr Gebiet aus - die Wetterau und den Hochtaunuskreis. Dort fährt sie mit ihrem Modemobil, einem kleinen Bus, vollgepackt mit Kleidung, Unterwäsche und Schuhen, in Senioreneinrichtungen, um den Bewohnern ihre Kollektion zu präsentieren. Das bereite beiden Seiten viel Freude, erzählt Ulrike Kögler.

Wetterau: Modemobil für Senioren eine schöne Abwechslung

In Absprache mit der Einrichtung kommt Ulrike Kögler mit dem Bus zum jeweiligen Verkaufstermin und baut in einem ihr zugewiesenen barrierefreien Raum, zum Beispiel im Festsaal der Einrichtung oder in der Cafeteria, ihre mobile Boutique, also ihre sechs Doppelständer mit Kleidungsstücken auf.

Manchmal verbindet sie den Verkauf mit einer kleinen Modenschau vor Ort, bei der die Bewohner selbst zu Models werden. Ulrike Kögler kleidet die »Models« ein, die dann auf dem »Laufsteg« ihren Mitbewohnern die Mode vorstellen. Im Anschluss wird gestöbert. »Ich habe im Moment 2500 Teile für Damen und Herren im Angebot. Angefangen bei Unterwäsche und Schuhen, Oberbekleidung, Hosen.« Das Motto: »Mode für Senioren«, denn Mode, sagt Ulrike Kögler, »macht jedem Spaß«. Die Teile in ihrem Sortiment seien einerseits schick, andererseits auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten. So gebe es zum Beispiel Hosen in Schlupfform, Blusen mit größeren Knopflöchern und Stoffe, die in den großen Wäschereien in den Einrichtungen gewaschen werden können.

Für die Senioren in den Einrichtungen sei die vorbeikommende Boutique eine schöne Abwechslung und gleichzeitig sehr praktisch. Schon mehrmals hat Ulrike Kögler gehört, wie jemand sagt: »Bei Ihnen bekomme ich alles.« Und auch sie ist begeistert: »Es macht mir sehr viel Spaß und ich hatte schon viele tolle Erlebnisse. In den Häusern, in denen ich bereits das zweite oder dritte Mal war, wurde ich schon von den Bewohnern erwartet und freudig winkend begrüßt.«

Lager für Wetterauer Modemobil ist in Bad Vilbel

Dabei sei es am Anfang nicht einfach gewesen, und Ulrike Kögler war nicht sicher, ob sie es schaffen würde. Sie hat im Februar begonnen, mitten im Lockdown. Viele Einrichtungen hatten zu dieser Zeit Besuchsverbot. Doch im Sommer entspannte sich die Situation. Kögler verzeichnete Verkaufserfolge und begann, als zweites Standbein zu Privatkunden zu fahren.

Ihr Lager ist in ihrem Zuhause in Bad Vilbel. Dort, wo auch ihre Mutter wohnt. Der gefällt die Selbstständigkeit der Tochter sehr gut: »Sie ist begeistert, dass wir jetzt eine Boutique zu Hause haben«, erzählt Ulrike Kögler schmunzelnd. »Und sie ist mein Model und probiert vieles an.«

Das nächste Jahr »wird sicher noch mal spannend werden«. Doch Ulrike Kögler ist zuversichtlich, dass sie noch viel zu tun haben wird und mit ihrem Modemobil in der Wetterau und im Hochtaunuskreis unterwegs sein kann. »Ich denke, ich habe alles richtig gemacht.«

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