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Wenn es zu Interessenkonflikten kommt

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Deutlich zu sehen ist die Nagearbeit des Bibers am Eisteich am Nidda-Stausee. © Stefan Weil

Schotten (sw). Die Spuren sind eindeutig. Gefällte Bäume und die Nage-Spuren an Gehölzen entlang von Bächen und Teichen sind ein Zeichen für die »Heimkehr« des Biebers.

»Somit wird neben Wildkatze, Luchs und Wolf eine weitere seltene Art ihrem angestammten Lebensraum wieder besiedeln«, sagt Klaus Pfarrer, der im Forstamt Schotten für den Naturschutz zuständig ist.

Eine sogenannte »Schlüsselart«

Durch konsequenten Schutz und Auswilderungen haben sich die Bestände des Europäischen Bibers in den letzten Jahrzehnten wieder erholt. Der Biber ist streng geschützt und darf nicht gejagt werden. Er gilt als sogenannte »Schlüsselart«. Durch seine Wasserbautätikeit schafft er Lebensräume wie Tümpel, Röhricht und Nasswiesen, in denen Amphibien, Libellen und Fische beste Lebensvoraussetzungen haben. In diesen Biotopen finden Eisvogel, Schwarzstorch und Co. ideale Jagdgründe. Eine weitere wichtige Funktion der Aktivitäten des »Öko-Ingenieurs«, gerade im Hinblick auf den Klimawandel und den Regenmangel der vergangenen Jahre, ist die Wasserrückhaltung in der Landschaft und damit die Grundwasseranreicherung. »Trotz dieser positiven Wirkungen kann es in Einzelfällen zwischen Mensch und Biber zu Interessenkonflikte kommen«, weiß Klaus Pfarrer. Diese entstünden erfahrungsgemäß dort, wo Biber und Mensch denselben schmalen Uferstreifen nutzten. In jüngster Zeit habe es immer wieder Meldungen über illegale Beseitigungen von Biberdämmen gegeben. Und in der vergangenen Woche ist in Götzen ein toter Biber gefunden worden.

Der Landesbetrieb Hessen Forst wurde vom Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz beauftragt, die Naturschutzbehörden beim Bibermanagement zu unterstützen. Schwerpunkt ist dabei die Information der Bevölkerung und das Lösen von kleineren Konflikten. »Ziel ist es, Schäden durch den Biber zu verhindern oder zu minimieren«, so der Naturschutzbeauftragte des Forstamtes.

Eingriffe müssen genehmigt werden

Klaus Pfarrer bittet Betroffene, sich beim Forstamt Schotten (0 60 44/96 16 28) zu melden. Gemeinsam mit den Naturschutzbehörden werde dann nach Lösungen gesucht. Keinesfalls sollte man versuchen, selbst etwas zu unternehmen. Klaus Pfarrer hebt hervor: »Der Biber und sein Lebensraum, dazu gehören auch seine Burg und die Dämme, sind streng geschützt. Veränderungen an diesem Lebensraum gelten als Eingriff nach dem Naturschutzrecht und bedürfen der Genehmigung durch die Behörde. Eigenmächtiges Handel wird als Straftat geahndet.«

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