Meisenknödel sicher fressen – dafür sorgt das Gitter, kleine Vögel passen hindurch und sind vor Greifvögeln geschützt, wie Frank Uwe Pfuhl erklärt.

Vögel füttern

Wie werden Vögel im Winter richtig gefüttert? NABU-Experte gibt Tipps

Vögel füttern ist an sich eine gute Idee, sagt Frank Uwe Pfuhl vom NABU. Doch dabei kann eine Menge schiefgehen und letztlich dazu führen, dass die Vögel krank werden. So wird richtig gemacht.

Wetterau - Früher hieß es: Vögel sollen nur bei klirrender Kälte gefüttert werden. Im Sommer, wenn überall Insekten krabbeln, können sie sich selbst versorgen. Doch so ist es längst nicht mehr, sagt Frank Uwe Pfuhl. Als Leiter der NABU-Regionalstelle im Wetteraukreis gibt er deswegen die Empfehlung, Vögel das ganze Jahr über zu füttern – wegen des Insektensterbens. "Überall sieht man, dass es weniger Insekten gibt", sagt er. "Beziehungsweise: Man sieht, dass man nichts mehr sieht."

Vögel brauchen Futter - wegen des Insektensterbens

Dieser Wahrnehmung entsprechen auch die Zahlen: In den vergangenen 20 Jahren, berichtet Pfuhl, sind auf zahlreichen Versuchsflächen jährlich Insektenmassen erfasst worden. Das Ergebnis: "Die Anzahl ist in diesem Zeitraum um 80 Prozent gesunken."

Das wiederum wirkt sich auf die Vogelwelt aus – "denn nahezu alle Vögel brauchen Insekten, um sich zu ernähren. Man muss sich nur vorstellen, was geschehen würde, wenn der Menschheit 80 Prozent der Nahrungsressourcen genommen würden."

Ein Vogel bedient sich an einer Futterstelle

Deswegen die Empfehlung, das ganze Jahr über Vögel zu füttern. Und deswegen auch die Info-Veranstaltungen des NABU in der Umweltwerkstatt in Assenheim oder durch das Info-Mobil, das Stationen in der ganzen Region ansteuert. Dort erklären Mitglieder, worauf es bei der Fütterung ankommt, denn wie so oft: Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht, herkömmliche Vogelhäuschen mit einer flächigen Futterstelle könnten sogar Schaden anrichten.

Winterfütterung: Bei falscher Fütterung drohen Infektionen durch Kot

Pfuhl erklärt das am Beispiel des Grünfinks: Vor Jahren ein "Allerweltsvogel", sei er kaum noch zu sehen, da viele Grünfinken an einer Infektion gestorben seien – übertragen durch Kot in den Futterstellen.

Die Futterstellen, die der NABU empfiehlt, sind daher so konstruiert, dass die Vögel außer mit ihrem Schnabel nicht mit dem Futter in Berührung kommen. Da sind zum Beispiel Futtersäulen: Die Körner sind in einer Art Silo, von dort wird das Futter in eine Schale geleitet. Zudem gibt es den Meisenknödel-Kranz – dieser habe laut Pfuhl den Vorteil, dass die Knödel nicht in den Kunststoffnetzen aufgehängt werden müssen, in denen sich manche Vögel verheddern.

Bauanleitungen für Futterhäuschen im Netz

Wer aber ein Freund des klassischen Vogelhäuschens ist, müsse nicht darauf verzichten. Der Nabu bietet eins an, das so konstruiert ist, dass das Futter nicht auf einer Fläche liegt, auf der die Vögel stehen – stattdessen gibt es eine Stange, von dort können sie das Futter picken. Wer selbst werkeln will: Auf der Web-Seite des NABU gibt es eine Bauanleitung. Wichtig sei auch: Die Futterstelle so befestigen, dass Katzen sie nicht erreichen können.

Sonnenblumen sind gutes Universalfutter für Vögel

Was das Futter angeht, gibt es auch mehrere Möglichkeiten – und Geschmäcker. Nicht jeder Vogel frisst alles. Wer nur eine Sorte füttern möchte, sagt Pfuhl, ist mit Sonnenblumenkernen gut bedient. Die seien nahrhaft und vor allem fetthaltig – für Elterntiere sei das wichtig, da diese viel unterwegs seien und permanent Energie verbrauchten, um Nahrung für ihre Jungen zu bekommen. Vogelfütterer können auch Mischprodukte kaufen, etwa Körner mit getrockneten Mehlwürmern, Nüsse oder Nusspasten. Manche Vögel wie das Rotkehlchen sind "Weichfresser" – sie mögen Haferflocken oder Rosinen.

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