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Wertschätzung fürs Büdinger Kita-Personal: 500 Euro Corona-Bonus

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Von: Oliver Potengowski

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Als Anerkennung für die besonderen Belastungen während der Corona-Pandemie bekommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Büdinger Kitas eine Sonderzahlung von 500 Euro. © Oliver Potengowski

Büdingens Stadtverordnete erkennen die Belastung des Personals in der Kinderbetreuung an. Das Gremium spricht sich für einen Corona-Bonus in Höhe von 500 Euro je Mitarbeiter aus. .

Gleich zweimal waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kinderbetreuung Thema in der Stadtverordnetenversammlung. Mit sehr großer Mehrheit sprach sich das Gremium für einen höheren Corona-Bonus für die Mitarbeiter in den entsprechenden Einrichtungen aus. Bürgermeister Benjamin Harris (CDU) wies darauf hin, wie stark Infektionen sowohl beim Personal als auch bei den betreuten Kindern einen planmäßigen Betrieb der Kitas beeinträchtigen.

Gemeinsamer Antrag

In der Büdinger Politik besteht große Einigkeit, dass das Personal der Kindertagesstätten durch die Pandemie besonders belastet ist. Deshalb hatte der Magistrat bereits einen einmaligen Corona-Bonus von 150 Euro für Erzieherinnen und Erzieher sowie Hauswirtschaftspersonal beschlossen. In einem gemeinsamen Antrag hatten CDU, SPD, FWG, Bündnis 90/Die Grünen und Pro Vernunft angeregt, diesen Bonus deutlich zu erhöhen.

»Der bisher festgesetzte Betrag von 150 Euro scheint nicht angemessen, bedenkt man, mit welch hohem Einsatz die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kindertageseinrichtungen seit zwei Jahren unter extrem erschwerten Bedingungen arbeiten müssen«, heißt es in der Begründung des Antrags. »Es ist an der Zeit, dass die Wertschätzung der Kinderbetreuung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konkret erfahrbar und greifbar wird!«

In dem Antrag betonen die beteiligten Fraktionen, dass sie die Initiative des Magistrats für einen Corona-Bonus begrüßen. Dieser solle jedoch nicht nur 150 Euro, sondern 500 Euro betragen und sowohl an pädagogische Fachkräfte wie auch das Personal für die Hauswirtschaft gezahlt werden. Der Bonus solle noch vor dem 31. März ausgezahlt werden. Bis auf zwei Stadtverordnete stimmten alle übrigen für den Antrag.

Die angespannte Personalsituation in den Kitas thematisierte Henning Nitzsche (FWG) in einer Anfrage. Er wollte vom Bürgermeister wissen, ob es geplant sei, eine Kita wieder zu einer Teilzeiteinrichtung umzuwandeln. Harris erklärte, dass die Verwaltung versuche, in den Einrichtungen eine Entspannung zu erreichen und den Regelbetrieb herbei zu führen.

Bürgermeister sucht Gespräch

Das sei jedoch schwieriger als gedacht. Auch in der vergangenen Woche habe es wieder Corona-Fälle sowohl unter den betreuten Kindern wie auch dem Personal gegeben. Seit seinem Amtsantritt habe Harris bereits in drei Kitas und auch mit Eltern Gespräche für eine Verbesserung der Situation geführt, verdeutlichte er die Priorität des Themas in der Verwaltung.

Uta Clifton, Amtsleiterin des Bereichs Jugend, Kultur, Soziales (JKS), weist im Gespräch mit dem Kreis-Anzeiger auf die Fortschritte bei der Rückkehr zum Normalbetrieb hin. »Wir waren im Januar auf eine Betreuung bis 14 Uhr zurückgegangen«, beschreibt sie die Auswirkungen der Pandemie in den vergangenen Monaten. Inzwischen seien alle Einrichtungen wieder bis 17 Uhr geöffnet. Nur die Büdinger Kita Weiherwiesen sowie die Einrichtungen in Eckartshausen und Diebach am Haag müssten bereits um 14 Uhr schließen. Als letzte sei die Kita Kraftenborn in Düdelsheim zu den üblichen Öffnungszeiten zurückgekehrt.

Trotz dieser Anzeichen für eine Normalisierung sei die Lage weiterhin schwierig und von deutlichen Veränderungen geprägt. »Wir haben gehofft, dass sich das entspannt«, berichtet Clifton. Stattdessen stiegen die Zahlen wieder an. Aktuell seien von den 145 Erzieherinnen und Erziehern 10 bis 15 Prozent erkrankt. Dazu kommt, dass immer noch 16 Stellen in diesem Bereich bei der Stadt Büdingen unbesetzt seien.

Begrenzte Möglichkeiten

»Wir haben Teile der Elternschaft, die weinend vor uns stehen und sagen, sie verlieren ihren Job«, beschreibt die Amtsleiterin im Gespräch, wie belastend die Situation für viele ist. »In dem Moment, wo ich keine Leute habe, sind meine Möglichkeiten auch begrenzt«, betont Uta Clifton. Deshalb sei der Corona-Bonus aus ihrer Sicht ein wichtiger Schritt, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Wertschätzung für ihre Arbeit zu zeigen.

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