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Wertvolles Wasser

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Von: red Redaktion

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koe_Guth_160722_4c © pv

Wenn man erschöpft durstig ist, gibt es nichts Schöneres als einen Brunnen oder einen klaren Bach, an dem man rastet und Wasser schöpfen und die Füße kühlen kann. Brunnen gibt es bei uns leider immer seltener. Wir drehen nur noch den Wasserhahn auf - noch!

Wenn wir dann doch mal vor einem Brunnen stehen, sind wir skeptisch, ob es sich um Trinkwasser handelt, wenn kein Schild darauf hinweist. Sauberes, klares Wasser ist kostbar geworden. Am heutigen Samstag findet der Wasserlauf von Frankfurt bis in den Vogelsberg statt: Das Wasser wird symbolisch zurück zur Quelle gebracht. 70 Prozent der Quellen im Vogelsberg sind trockengefallen. Zu viel Wasser geht nach Frankfurt. Das Grundwasser sinkt, noch immer wird an Bauprojekten festgehalten, mit denen weiter guter Boden versiegelt wird.

Früher war ein Brunnen der wichtigste und zentrale Ort im Dorf. Das ist bis heute noch so in Ländern, in denen Wasser ein knappes und wertvolles Gut ist. Am Brunnen begegnet man einander, tauscht Neuigkeiten aus. Davon erzählen auch Geschichten der Bibel. Für die Menschen damals lag es nahe, das Bild frischen Wassers, das für Leben steht, auch mit Gott in Verbindung zu bringen. Bei Gott ist die Quelle des Lebens (Psalm 36). Er lässt Quellen und Bäche hervorbrechen (Psalm 74). In einem Choral heißt es: »Ich weiß, dass du der Brunn’ der Gnad und ewge Quelle bist.« Da wird der Brunnen zu einem Bild für Gott.

Bei Gott, an seinem Brunnenrand, kann ich rasten, Pause machen, von all den Anforderungen und Selbstüberforderungen. Wenn ich aufs Wasser schaue, merke ich, wie gefährdet unsere Mitschöpfung ist. Von Gott strömt uns zu, was uns am Leben erhält und neue Kraft gibt. Achten wir besser drauf!

Volkhard Guth,

Pfarrer und Dekan des ev, Dekanats Wetterau

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