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Die CDU macht Druck: Das Gerätehaus der Eichener Feuerwehr soll endlich neu gebaut werden.

Wann geht’s endlich voran?

CDU in Nidderau macht Druck: Gerätehaus der Feuerwehr soll endlich neu gebaut werden

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Wird der Neubau der Feuerwehrwache Eichen zu einer Endlosgeschichte und gefährdet so auf Dauer die Einsatzbereitschaft der Eichener Feuerwehr? Fragt die Nidderauer CDU. Sie fordert, dass endlich was getan wird, damit die 40 Eichener Feuerwehrleute ein optimales Umfeld für ihr ehrenamtliches Engagement bekommen.

Nidderau - Etwa 40 Einsatzkräfte hat die Eichener Feuerwehr. Alle sind ehrenamtlich tätig und alle setzen im Ernstfall ihr eigenes Leben aufs Spiel. In Eichen hat die Sache einen Haken. Denn im Ernstfall können hier höchsten 15 Einsatzkräfte auf einmal ausrücken. Grund sind alte Fahrzeuge, die schon lange nicht mehr den heutigen Anforderungen genügen. 

Dabei mangelt es nicht etwa an Geld oder Einsicht, sondern es ist die Politik, die einen Umzug in neue Räumlichkeiten immer wieder hinauszögert. Bereits vor neun Jahren hat das Stadtparlament im Einvernehmen mit der Feeurwehr einen Neubau beschlossen. Das Gerätehaus ist zu klein, zu alt und entsprach schon damals nicht mehr den für eine moderne Feuerwehrwache geforderten Voraussetzungen. 

Der Neubau sollte am Ortsrand errichtet werden, um genügend Platz fürs Üben und Parkplätze zu haben. 2016 wurde dieser Beschluss dann jedoch abgeändert, wieder mit dem Okay der Feuerwehr. Der Umbau einer bestehenden Halle auf dem ehemaligen Dillmann-Grundstück sollte wesentlich schneller fertig sein, nämlich sofort, und vor allem käme er die Stadt auch wesentlich billiger. So die Theorie. Doch die Praxis stellte sich dann als viel komplizierter heraus. 

Schnell stellte sich heraus, dass die Halle mit ihren über 650 Quadratmetern viel zu groß für die Eichener Feuerwehr war. Außerdem stand die Halle mitten auf dem Grundstück, von dem zur Refinanzierung so viel wie möglich an einen Investor für Wohnbebauung verkauft werden sollte. Also beschloss man flugs die Finger vom Umbau zu lassen, die Halle stattdessen abzureißen und dafür am Rande des Grundstücks eine neue und einen von der Größe passenden Feuerwehrstützpunkt bauen zu lassen. 

Denn das Auflebenlassen des ursprünglichen Plans mit dem Sprung über die B 521 war innerhalb der rot-grünen Koalition nicht durchsetzbar. Doch dann kam die nächste Überraschung. Der neue Standort für die neue Feuerwehrwache war kontaminiert. Einer der Vorbesitzer, ein Metall verarbeitendes Unternehmen, hatte Altöl, Fett und anderes in den Boden sickern lassen, was dieser jedoch vehement abstreitet. 

Rechtsstreit droht 

Aus ursprünglich drei Routineerduntersuchungen wurden schnell neun und die ersten Erdabhebungen sind bereits erfolgt. Dabei dauern die Untersuchungen seitens des Regierungspräsidiums Darmstadt weiter an und außerdem droht ein Rechtsstreit mit dem Alteigentümer Seeger & Orbis hinsichtlich des Aushubs und der Entsorgung des kontaminierten Erdreiches. Parallel zu dem Geschehen auf dem Grundstück "Im Wiesengrunde" hatte die Opposition mittlerweile in der Nidderauer Stadtverordnetenversammlung einen Akteneinsichtsausschuss beantragt, weil sie der Meinung ist, dass das Grundstück überteuert eingekauft worden sei und mit der Wende zum Neubau viel Geld verschwendet wurde. 

Der Akteneinsichtsausschuss kam zu dem Ergebnis, dass der Stadt durch den Kauf des Grundstücks kein Schaden entstanden sei, doch damit war man dem Bau der dringend benötigten Feuerwehrwache nicht näher gekommen. Mittlerweile war sogar der Unmut über die scheinbar festgefahrene Situation von der politischen Ebene auf die Eichener Feuerwehr übergesprungen. Die Wehrleute hatten sich den Neubau jenseits der B 521 auf freiem Gelände gewünscht. 

Kein Wehrführer mehr 

Das war 2010. Wegen des vermeintlichen Zeitgewinns stimmte sie dann jedoch 2016 nach einigen Diskussionen in den eigenen Reihen dem Umbau der Industriehalle in das dringend herbeigesehnte Feuerwehrgerätehaus zu. Als sich die Umsetzung dann aber immer mehr hinauszögerte, kam es zum offenen Streit zwischen der Stadtbrandinspektion und dem Eichener Wehrführer. Mit der Folge, dass der wegen einer nachlässigen Protokollierung zurücktreten musste. 

Weil die Fronten zwischen der Eichener Feuerwehr und der Stadt mittlerweile verhärtet sind und wegen der alten Wache neue Feuerwehrfahrzeuge auch in andere Stadtteile umgesetzt werden, will zurzeit keiner mehr die Wehrführung in Eichen übernehmen. Sie wird kommissarisch vom stellvertretenden Stadtbrandinspektor geleitet. Dass die Bodenuntersuchungen und deren Auswertungen so lange dauern und den Bau der neuen Wache immer weiter hinauszögern, kommt selbst für Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) nun überraschend. 

Nach seinen Angaben in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses habe die Behörde ihm gegenüber das Bauvorhaben stets als unproblematisch und beherrschbar bezeichnet. Auch wenn mittlerweile die Abrissgenehmigung für die Industriehalle vorliegt und der Bauantrag für die neue Wache längst eingereicht ist, kann mit dem Bau nicht begonnen werden. Die CDU fordert deshalb die Rückkehr zur alten Entscheidung und den Bau der neuen Wache jenseits der Bundesstraße. 

CDU-Fraktionschef Thomas Warlich kritisiert: "Aus dem vermeintlichen Nullsummenspiel wird eine finanzielle Katastrophe, weil auch der Abriss der Halle mit ihren meterdicken Fundamenten und dem kontaminierten Erdreich die Stadt ein Vermögen kosten wird." Die CDU-Stadtverordneten Thomas Warlich (links) und Rolf Schmid an einem Bohrloch für die Bodenuntersuchung auf dem geplanten neuen Standort für die Feuerwehrwache. Sie fordern nun, dass der Neubau auf einem anderen Areal jenseits der Bundesstraße gebaut wird.

VON JÜRGEN NIEHOFF

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