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Weil Jagsch die Sitzung zunächst nicht verlassen wollte, drohte der Kreistagsvorsitzende mit der Polizei. 

Eklat im Kreistag

Wetterau: NPD-Mann Jagsch sorgt für Eklat im Kreistag - Sogar Polizei sollte anrücken

Außergewöhnlicher Vorfall in der Sitzung des Wetterauer Kreistags: NPD-Mann Stefan Jagsch sorgte für Aufsehen. 

Friedberg/Altenstadt - Eklat im Wetterauer Kreistag: Vorsitzender Armin Häuser (CDU) hat den NPD-Abgeordneten Stefan Jagsch am Mittwoch nach mehrfacher Ermahnung der Sitzung verwiesen. 

Was war passiert? Jagsch, der in der vergangenen Woche als Ortsvorsteher von Altenstadt-Waldsiedlung abgewählt worden war, hatte geäußert, im Kreistag würde die Meinungsfreiheit beschnitten. Es folgte nach einigem Hin und Her der Verweis aus der Sitzung. Da sich Jagsch zunächst aber weigerte, den Plenarsaal zu verlassen, drohte Häuser, die Polizei einzuschalten. Die Sitzung wurde zunächst unterbrochen. Nach einigen Minuten entschied sich Jagsch aber doch dazu, den Saal selbstständig zu verlassen.

Wetterau: NPD-Mann Jagsch gerade erst als Ortsvorsteher abgewählt

Die mehrfache Äußerung seines Fraktionskollegen Daniel Lachmann "Migration tötet" brachte diesem in der Kreistagssitzung am Mittwoch eine Rüge ein. 

In den vergangenen Wochen hatte die Wahl von NPD-Mann Stefan Jagsch zum Ortsvorsteher von Altenstadt-Waldsiedlung bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der NPD-Mann war Anfang September von den damals anwesenden Vertretern des Ortsbeirats von CDU, SPD und FDP gewählt worden. Ihre Entscheidung hatten sie unter anderem damit begründet, dass es keinen anderen Kandidaten gegeben habe und dass die Parteizugehörigkeit keine Rolle gespielt habe. Nach der öffentlichen Empörung stellten die Mitglieder des Ortsbeirats einen Abwahl-Antrag.

Wetterau: Mehrere Rügen und Verweis für NPD-Mann Jagsch

Jagsch war später mit sieben von acht Stimmen abgewählt worden. Er hatte daraufhin kritisiert, dass es keine geheime Abstimmung gab. Diese ist laut der Hessischen Gemeindeordnung allerdings für Beschlüsse unzulässig. Zur neuen Ortsvorsteherin wurde, ebenfalls mit großer Mehrheit, die CDU-Politikerin Tatjana Cyrulnikov gewählt.

Zum Vorfall am Mittwoch im Wetterauer Kreistag schrieb die NPD Wetterau später auf Facebook: "Weil Stefan Jagsch in einem Redebeitrag im Kreistag die Meinungsfreiheit verteidigte, erhielt er mehrere Rügen und wurde letztlich aus der Sitzung ausgeschlossen. Es wird vor Gericht für den Kreistagsvorsitzenden schwer werden, diesen Schritt zu begründen."

jw/isa/dpa

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