Weil sie in einer Wohnung in Reichelsheim (Wetterau) scharfe Waffen vermutete, rückte die Polizei mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) an. (Symbolbild)
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Weil sie in einer Wohnung in Reichelsheim (Wetterau) scharfe Waffen vermutete, rückte die Polizei mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) an. (Symbolbild)

Polizeieinsatz

Wetterau: Facebook-Fotos rufen SEK auf den Plan – Waffen in Reichelsheim gefunden

  • Alexander Gottschalk
    vonAlexander Gottschalk
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Polizeieinsatz in Reichelsheim (Wetterau): Das SEK durchsucht die Wohnung eines Rechtsextremen. Der hatte sich auf Internetbildern verdächtig gemacht.

  • Das Spezialeinsatzkommando (SEK) rückt am Donnerstag (11.03.2021) nach Reichelsheim (Wetterau) aus.
  • In der Wohnung eines 27-Jährigen sollen sich Waffen befinden, mit denen er für Facebook posierte.
  • Den Wetterauer Rechtsextremen erwartet nun genauso ein Strafverfahren wie seinen Mitbewohner.

Reiskirchen – Aufgrund mehrerer verdächtiger Internetfotos hat am Donnerstagmorgen (11.03.2021) ein Spezialeinsatzkommando (SEK) die Wohnung eines 27 Jahre alten Rechtsextremen aus der Wetterau durchsucht. Auf Bildern, die er bei Facebook veröffentlichte, hatte der Mann aus Reichelsheim mit Waffen posiert, wie ein Polizeisprecher erklärte. Hinweise auf dieses Verhalten stießen die aktuellen Ermittlungen gegen ihn an. Den Mann erwartet nun ein Strafverfahren..

In der Wohnung fand die Polizei unter anderem vier Softair-Waffen, zwei Luftdruckwaffen, zwei Schreckschusswaffen, einen Teleskopschlagstock sowie mehrere Messer. Scharfe Schusswaffen entdeckten die Einsatzkräfte nicht. Seine Wohnung hatte der Reichelsheimer mit NS-Devotionalien ausgestattet, also verherrlichenden Erinnerungsstücken an den Nationalsozialismus in Deutschland. Aktuell gehen die Sicherheitsbehörden der Frage nach, ob der Mann in Kontakt zu rechtsextremen Gruppen oder Netzwerken stand.

Wetterau: SEK durchsucht Wohnung in Reichelsheim

Mehrere der gefundenen Waffen, darunter die Schreckschusswaffen, hätte der 27-Jährige laut Polizei nicht besitzen dürfen. Im Zuge der Ermittlungen kam heraus, dass die Waffenbehörde des Wetteraukreises gegen ihn ein Waffen- und Munitionsbesitzverbot ausgesprochen hatte. Zudem verstoße nur der Teleskopschlagstock für sich genommen gegen das Waffengesetz. Die Polizei stellte die Waffen sicher. Außerdem fanden sie bei dem Verdächtigen eine „geringe Menge Marihuana“. Auch sein 21-jähriger Mitbewohner lagerte in einem Glas rund 50 Gramm der Droge. Er muss sich nun wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.

Der 27-jährige Reichelsheimer durfte nach seiner Vernehmung die Polizeiwache in Friedberg wieder verlassen. Gegen ihn ergeht jetzt Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz. Sein Fall erinnert an den eines Rechtsextremen aus dem nur 45 Kilometer entfernten Wetzlar (Lahn-Dill-Kreis), wo Beamte vor kurzem bei einer Wohnungsdurchsuchung mehr als 100 Waffen fanden, darunter auch scharfe Schusswaffen.

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