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Wie der Glasfaserausbau einen Rommelhäuser ungewollt ausbremste

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Der Glasfaserausbau verläuft in manchen Fällen nicht so reibungslos, wie sich das alle Beteiligten wünschen; im konkreten Fall zum Leidwesen eines betroffenen Einwohners von Rommelhausen. SYMBOL © DPA Deutsche Presseagentur

Glasfaser für schnelles Internet ist sehr gefragt. Umso stärker stehen Anbieter unter Druck, schnell zu liefern. Für einen Rommelhäuser führte dies zu einer unfreiwilligen Bewegungseinschränkung.

Rommelhausen (jwn). Dass auch in Zeiten modernster Technik, wie etwa bei der Verlegung von Glaserfaserkabeln, ganz analoge Hindernisse auftreten können, erlebte man in kürzlich in Rommelhausen. Beim Anschluss an das schnelle Netz wurde zumindest ein Einwohner für rund zwei Tage in seiner Bewegungsfreiheit ausgebremst.

Glasfaser zur schnellen Übertragung von Daten über das Internet ist momentan das Maß der Dinge. Deshalb werden aktuell in vielen Orten Straßen und Gehwege aufgerissen, um die Kabel unter die Erde zu bringen. So auch in Rommelhausen. Und weil die Nachfrage nach einem Glasfaseranschluss groß ist, stehen die Anbieterfirmen unter großem Zeitdruck und beschäftigen daher auch Subunternehmer, die ihrerseits wiederum Subunternehmen beschäftigen. Normalerweise kein Problem, wenn der Bausektor momentan nicht so angespannt wäre. So komme es vor, dass am Ende vor Ort auf der Baustelle Arbeiter beschäftigt werden, die weder Deutsch noch Englisch sprechen oder verstehen. Und da könne es zu Kommunikationsproblemen und letztlich zu Problemen im Ablauf kommen, wie Alexandra Berg von Yplay die Lage beschreibt. Das Lindheimer Unternehmen ist gerade unter anderem mit dem Glasfaserausbau in Limeshain befasst.

Unerfreuliche Überraschung

Kürzlich war nun die Kurt-Moosdorf-Straße dran. Ein Mitarbeiter des beauftragten Bauunternehmens erschien unter anderem an einem Samstagmorgen bei einem der Anwohner und teilte diesem mit, dass an diesem Tag Straße und Gehweg vor seinem Haus aufgerissen würden und er deswegen seinen dort stehenden Wagen seiner Frau umparken müsse, wie der Anwohner gegenüber dieser Zeitung schildert. Das tat er auch, um an diesem Tag mobil bleiben zu können. Nachmittags fuhr er dann für einige Stunden fort im Glauben, bei seiner Rückkehr wären die Arbeiten erledigt. Doch anders, als zugesagt, war dies nicht der Fall. Der Zugang zum Haus sei nur »balancierenderweise« über die Baustelle möglich gewesen, schildert er. In seiner Garageneinfahrt hatte der Bautrupp zudem Pflastersteine des Gehwegs gestapelt und teils eine Absperrung davor platziert. »Dass die Garage am Sonntag und den halben Montag blockiert war, war nicht zu erwarten. Natürlich hätte ich mein dort parkendes anderes Auto, das ich am Montag brauchte, aus der Garage gefahren, wenn man mich informiert hätte. Dies geschah aber nicht«, ärgert sich der Anwohner, der trotzdem viel Verständnis für die Einschränkungen während der Bauphase zeigt. Vielmehr verdrossen hat ihn, dass Yplay in dieser Lage keine Hilfe war. Seine Anrufe am Sonntag und Montagvormittag führten jedenfalls zu keinem Ergebnis.

Doch noch positives Ende

Beim Lindheimer Unternehmen ist man sich bewusst, dass es bei den Arbeiten immer einmal zu Schwierigkeiten kommen kann. »Hin und wieder kommt es zu Problemen beim Ausbau. Dann kümmert sich aber im Bedarfs- oder Eskalationsfall unsere Bauleitung persönlich um eine schnelle Regulierung«, versichert Alexandra Berg.

Dass das Zusammenspiel zwischen Yplay und den Bürgerinnen und Bürgern möglichst reibungslos klappt, ist auch Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig wichtig. »Unser Bauamt steht in einem ständigem Kontakt mit den ausführenden Bauunternehmen und mit Yplay. Zusätzlich habe ich ein Mitglied des Gemeindevorstands beauftragt, sich speziell um den Ausbau in Rommelhausen zu kümmern«, so Ludwig. Das funktioniere bisher auch ganz gut, weil auch jede Woche ein Gespräch mit den beteiligten Firmen und der Gemeindeverwaltung stattfinde, bei dem man solche Probleme anspreche. Offensichtlich mit gutem Ergebnis, denn in den anderen Ortsteilen Hainchen und Himbach sei das Glasfasernetz bereits in Betrieb.

Auch im Falle des Anwohners in der Kurt-Moosdorf-Straße gibt es schließlich ein positives Ende. »Heute hatte ich Besuch von einem Vertreter von Yplay. Dieser entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten, gestand die Fehler der Baufirma ein und versprach Besserung. Damit ist der Vorgang für mich abgeschlossen«, erklärt der Anwohner anschließend.

Auf einen Umstand möchte Yplay in diesem Zusammenhang aber noch einmal hinweisen: Man habe auch schon erlebt, dass Kontaktaufnahme-Versuche oder Info-Einwürfe zu den Arbeiten nicht von allen Kundinnen und Kunden wahrgenommen würden, sondern manchmal ungelesen im Papiermüll landeten. Deshalb bittet Yplay in der Bauphase alle Schreiben sorgfältig zu studieren, um Probleme wie das geschilderte weitgehend vermeiden zu können.

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