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Wildpark Büdingen: Erlebnisort für alle Jahreszeiten

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»Für die Hirsche ist das wie Naschen!«, meinen Christiane Ewigs Töchter beim Füttern am Wildgehege, was die Kinder fasziniert. © Elfriede Maresch

Ob Sommer oder Winter, Frühling oder Herbst - jede der vier Jahreszeiten hat ihre Besonderheit und bietet Möglichkeiten für Bewegung und Naturbegegnung. Für Christiane Ewig ist dafür der ideale Platz der Wildpark in Büdingen - ihr Lieblingsort.

Lerchensporn und Buschwindröschen im Frühjahr, heiße Sommertage mit kühlem Waldschatten als Kontrast, Laubgeraschel im Herbst oder Winter mit Raureifgeglitzer - der Lieblingsort von Christiane Ewig ist der Wildpark mit dem Walderlebnispfad im Tal des Kälberbachs.

Genau genommen ist es ein »Lieblingsort im Lieblingsort«. Bewusst sind Christiane Ewig und ihr Mann vor einigen Jahren nach Büdingen gezogen, weil die Stadt vieles bietet, was dem Paar wichtig ist: eine schöne Lage, reges städtisches Leben mit Festen und kulturellen Angeboten, gute Einkaufsmöglichkeiten, aber auch Überschaubarkeit, ruhiges Wohnen, nachbarschaftliche Beziehungen, nicht die Anonymität eines Ballungsraumes.

Christiane Ewig arbeitet in Teilzeit als Travel Planer einer Frankfurter Unternehmensberatung, teils im Homeoffice, teils am Unternehmensstandort. Als Ausgleich zur Büroarbeit sucht die 37-jährige Bewegung und Naturbegegnung. Der Wildpark ist ein häufiges Ziel der jungen Familie.

15 Erlebnisstationen zum Ausprobieren

Ihre beiden lebhaften Töchter im Alter von drei und fünf Jahren wollen spielen, aktiv sein, Neues entdecken. »Da ist der Walderlebnispfad ideal«, findet die Mutter. »Hier fahren keine Autos, die Kleinen können mit Roller und Fahrrad unterwegs sein.

An den 15 Erlebnisstationen gibt es viel auszuprobieren, die Drehstelen und Klapptafeln sind kindgerecht stabil, die hölzernen Tierskulpturen entlang des Traumpfades können kletternde Kinder ertragen. Man muss nicht ständig mahnen ›Vorsicht, pass auf, nicht so hastig‹.«

Christiane Ewig schätzt das Offene der Angebote: »Bei jungen Kindern ist Entdecken und Lernen eng verknüpft und das Ziel des Walderlebnispfades ist, dass sie die Natur um ihren Wohnort herum kennenlernen. Aber das geschieht nicht durch starre Vorgaben, sondern meist durch Ausprobieren.

An der Weitsprunggrube sind die Bilder von Heuschrecke bis Hirsch, einschließlich dem Maskottchen des Pfades, der Haselmaus Emma. Die Kinder können hier springen - weiter als die Heuschrecke, noch lang nicht so weit wie der Hirsch.«

Aktiver als in Freizeitparks

Sie können aber auch buddeln, Bilder in den Sand malen. Sie lernen auf dem Barfußpfad, dass sich Rindenmulch angenehmer anfühlt als Tannenzapfen - zumindest für die Fußsohlen. Am Klangbaum bei der Spielwiese probieren sie Geräusche aus.

»Hier können die Kinder weit mehr eigene Aktivitäten entwickeln als in Freizeitparks, wo sie in ihren Gondeln und Achterbahnen eher passiv bespaßt werden. Der Eintritt ist frei - auch ein angenehmer Unterschied zum Freizeitpark.«

Für Mütter mit kleinen Kindern gibt es auch bei Teilzeitarbeit viel zu organisieren, der Arbeitstag ist eng getaktet. So haben die Stunden im Wildpark für Christiane Ewig Erholungswert: »Beim Picknick unterm Sonnensegel auf der Kreuzerwiese bleiben die Kinder nicht lange sitzen, sie klettern auf den Holzskulpturen in der Nähe, beobachten Käfer und Schmetterlinge, verstecken sich.

Solang sie so vergnügt beschäftigt sind, kann ich mich entspannen, auf der Bank in der Sonne meinen Gedanken nachhängen, mal durchatmen.«

Absolutes Lieblingsziel der beiden Mädchen ist der Wildpark. Gut, dass es in der Nähe Futterautomaten mit Maiskörnern gibt, ein artgerechtes Angebot.

Tiere lassen sich gerne füttern

Dass die Tiere sich durch das Gitter füttern lassen, ganz aus der Nähe zu sehen und zu berühren sind, ist faszinierend. Wenn die Maiskörner verbraucht sind, wissen sich die Kinder zu helfen. Sie rupfen frisches saftiges Gras und strecken es durchs Gitter, aus der Sicht eines Rehs oder Damhirsches eine leckere Alternative.

Aber jetzt, nach langer Dürre, ist da nichts Rechtes zu finden. Die Fünfjährige kommt auf die Idee, kleine, nicht verholzte Zweige mit Blättern zu pflücken. Die scheinen noch verhältnismäßig saftig zu sein.

Das Mädchen hat offensichtlich den Geschmack des Wildes getroffen, schnell verschwinden die Zweige in den Mäulern, man kann sogar die kauenden Zähne aus der Nähe sehen. Davor hat die Kleinere Respekt. Sie zerzupft Blättchen in winzige Stücke und wirft sie durch das Gitter auf die Wiese. Vielleicht nicht ganz so effizient - auch Wildfüttern muss man erst lernen.

Christiane Ewig: »Ich merke, wie behutsam die Mädchen beim Füttern sind. Oder dass sie öfter Käfer vom Weg auf den Rain schieben, damit sie nicht zertreten werden. Dass die Kinder scheinbar von selbst Liebe zur Natur entwickeln, andere Geschöpfe achten, ist der schönste Lerneffekt des Wildparks.«

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