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Wildwechsel sind häufigste Unfallursache im Wetteraukreis

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Von: Michel Kaufmann

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WETTERAUKREIS - (jmk). Wildwechsel sind laut Polizei die häufigste Unfallursache auf Wetterauer Straßen - nicht nur im Frühjahr und Herbst. "Die Tiere überleben Zusammenstöße mit einem Kraftfahrzeug oft nicht. Ob der Fahrer später lediglich einen Schaden am Auto oder auch an seiner Gesundheit zu beklagen hat, dafür ist das richtige Verhalten in solchen Situationen maßgebend", erklärt Polizei-Pressesprecherin Sylvia Frech.

Allein in dieser Woche wurden laut Polizei bislang sechs Wildunfälle im Landkreis gezählt, bei denen insgesamt Sachschäden in Höhe von rund 10 000 Euro entstanden. Am Mittwochmorgen kollidierte beispielsweise eine 21-jährige Frau aus Schotten mit ihrem Auto auf der Bundesstraße 455 zwischen Unter-Schmitten und Harb gegen 6 Uhr mit einem Dachs. Das Tier überlebte, am Auto entstand geringer Sachschaden. Obwohl das Tier, möglicherweise verletzt, davonlief, verständigte die junge Frau die Polizei - und machte damit alles richtig. Die Polizei warnt zwar davor, dass angefahrene und verletzte Tiere zur Gefahr werden können, trotzdem sei eine Weiterfahrt keine Alternative, erklärt Frech. "Fast immer ist davon auszugehen, dass Tiere durch die Kollision verletzt wurden. Deshalb verständigt die Polizei nach einem Unfall den zuständigen Jagdpächter, der die Nachsuche nach dem Tier übernimmt und es gegebenenfalls von seinen Leiden befreien kann."

Wer diese Verständigungskette nicht in Gang bringt, macht sich wegen Unfallflucht sowie möglicherweise wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz strafbar. Dasselbe gilt, wenn man getötete oder verletzte Tiere auf der Fahrbahn liegen lässt. "Ein totes Tier einfach ins Auto zu laden und mitzunehmen, stellt ebenfalls keine rechtlich zulässige Option dar. Grundsätzlich besteht bei einem solchen Verhalten der Verdacht der Jagdwilderei."

Die Polizei rät, nach einer Kollision mit einem Tier sofort die Warnblinkanlage einzuschalten und die Unfallstelle abzusichern. "Ist das Tier weggelaufen und das Fahrzeug noch fahrbereit, macht es Sinn, bis zur nächsten Haltemöglichkeit weiterzufahren. Merken Sie sich aber die Unfallstelle und verständigen Sie anschließend sofort die Polizei, die weitere Verhaltenshinweise geben wird", erklärt Frech.

Die Polizei hat verschiedene Tipps parat, wie in einer solchen Situation reagiert werden sollte. "Ein Wildunfall kann jedem passieren. Mit gewissen Verhaltensregeln kann der Fahrer jedoch erheblichen Einfluss darauf nehmen, wie der Unfall verläuft."

Häufig werde der Aufprall unterschätzt. Die mentale Einstellung darauf, wie man sich verhalten will, wenn plötzlich ein Tier auf der Fahrbahn auftaucht, sei wichtig, erklärt Frech. Taucht etwa ein Tier bei Dunkelheit im Scheinwerferlicht auf, gelte es, sofort abzublenden. "Gleichzeitig sollte man zügig, aber kontrolliert bremsen." Die Polizei rät außerdem, keine Ausweichversuche zu unternehmen.

"Zum einen kann man die Bewegungen des Tieres nicht vorhersehen, zum anderen besteht die Gefahr, in den Gegenverkehr zu geraten oder die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren und von der Fahrbahn abzukommen", erklärt Frech. Wenn möglich, sollte man zudem versuchen, das Tier durch Hupen zu verscheuchen. "Ein Tier kommt selten allein. Man sollte immer damit rechnen, dass noch weitere Tiere folgen."

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