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Eva Grund vor der Alten Mühle. Die Aufgaben in ihrem FSJ erfüllen sie mit großer Freude, denn Theater ist seit jeher ihre große Leidenschaft.

Kultur

Sie will junge Menschen in Bad Vilbel fürs Theater begeistern

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Bequem zurückgelehnt in einem Theatersessel, im Blick eine hell erleuchtete Bühne, darauf dramatische Inszenierungen oder komödiantische Auftritte: So könnte ein Lieblingsmoment von Eva Grund beschrieben werden. Die 19-Jährige absolviert ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Theater Alte Mühle und ist längst der größte Fan der Stadt.

Der wohl häufigste Grund für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ist nicht zu wissen, was man eigentlich studieren will. So ging es auch Eva Grund nach dem Abitur im vergangenen Sommer. Doch auch wenn sie nicht weiß, welcher Studiengang zu ihr passt: Wo sie sich wohlfühlt und was ihre Leidenschaft ist, hat sie längst erkannt. Denn Eva Grunds Liebe gilt dem Theater.

Es kommt also nicht von ungefähr, dass es die gebürtige Limburgerin in die Festspielstadt verschlagen hat. Seit September vergangenen Jahres absolviert sie nun ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Alten Mühle. "Ich wusste vorher nichts über Bad Vilbel", blickt sie zurück. Inzwischen ist sie längst von der Quellenstadt fasziniert – allen voran von deren Kulturbetrieb, den sie engagiert mitgestalten möchte.

Denn eines stört sie gewaltig an den Vorführungen, nicht nur in der Alten Mühle: "Ich wünsche mir, dass mehr junge Leute erreicht werden", betont sie. Denn mit der Tatsache, dass klassisches Kulturpublikum etwas betagter ist, steht die Alte Mühle nicht alleine da. Eva Grund würde das gerne ändern und junge Leute für die Mühle und Theater im Allgemeinen begeistern.

"Die Künstler hier sind auch für junge Leute interessant", verspricht sie und erinnert sich an Aufführungen, die sie zum Lachen gebracht haben, die sie nachdenklich gemacht haben, bei denen sie auf humorvolle Art so einiges gelernt hat und in jedem Fall garantiert immer einen schönen Abend hatte.

Jüngeres Publikum versucht sie vor allem über die modernen sozialen Netzwerke zu erreichen und pflegt Instagram und Co. akribisch mit ansprechenden Inhalten. Doch sie kennt ihre Generation genau: "Als junger Mensch überlegt man sich zweimal, ob man das Geld für eine Kulturveranstalung ausgibt." Und auch das gehört zur Wahrheit: "Viele gehen lieber feiern."

Hinter der Bühne

Ohne Zweifel geht die modische junge Frau auch gerne mal ausgelassen feiern, doch die größte Erfüllung findet sie nach wie vor im Theater und rund um Kleinkunstbühnen. Das war schon immer so – seit ihrem FSJ kommt sie jedoch noch in einen weiteren Genuss und darf die Künstler, die sie schon immer auf der Bühne bewunderte, auch persönlich kennenlernen.

Denn neben einer großen Menge an Büro- und Öffentlichkeitsarbeit gehört es im FSJ auch zu ihren Aufgabe, die Künstler zu betreuen. Das Klischee vom egozentrischen und eigenartigen Künstlertypus habe sich zu Glück noch nicht bewahrheitet: "Die Künstler, die ich bisher kennengelernt habe, waren alle sehr nett und dankbar", erzählt sie.

In der Alten Mühle fühlt sie sich wohl, so wie in ganz Bad Vilbel. Aufgewachsen ist Eva Grund in Limburg. Ohne Zweifel eine schöne Stadt, doch mit Bad Vilbel könne Limburg nicht mithalten. Insbesondere mit Blick auf die Kultur-Spielorte: "In Limburg gibt es die Stadthalle", berichtet Grund mit gesenkter Stimme und fährt mit strahlenden Augen fort: "Dass man die Burg hier so umbauen kann, dass darin sowohl Festspiele als auch ein Weihnachtsmarkt stattfinden können, ist erstaunlich."

Im Rampenlicht

Auch die Stadtbibliothek fasziniert sie. Nicht nur durch die Architektur, auch das vielfältige Veranstaltungskonzept sieht sie mit Freude. Und das nicht ganz uneigennützig: "Ich darf in jede städtische Einrichtung umsonst rein", berichtet sie und lacht. Allein deswegen habe sich das FSJ längst gelohnt: "So viel auf einmal habe ich noch nie erlebt", erzählt sie schwärmend.

In Anbetracht der vielen Zeit, die sie neben Bühnen verbringt, verwundert es nicht, dass es sie auch selbst auf Bühnen zieht. In der Schulzeit konnte sie diesem Drang im kreativen Unterrichtsfach "Darstellendes Spiel" nachgehen. Über einen Kontakt auf Instagram konnte sie zudem bereits eine kleine Rolle in einem Kurzfilm erhaschen.

Für solche Engagements bleibt momentan jedoch kaum Zeit. All ihre Energie investiert sie in die Alte Mühle: "Nach einem Tag bin ich einfach nur müde und mache gar nichts mehr", erzählt sie. Bleibt doch etwas Kraft über, schreibt sie eigene Texte und geht bei Besuchen in der Limburger Heimat reiten. Auch ihr verstaubtes Saxofon hat sie neuerdings hervorgekramt, mit dem Ziel, es wieder häufiger zu spielen. Wenn Zeit bleibt, denn am liebsten, sitzt sie schließlich doch im Theater.

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