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»Winterende« im Galerie-Café Kleeblatt in Konradsdorf

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Stephen Porter im Galerie-Café des Hofladens Kleeblatt in Konradsdorf vor dreien seiner Bilder. © Corinna Willführ

Der Ortenberger Künstler Stephen Porter stellt im Kleeblatt in Konradsdorf aktuell einige Werke aus. Übertitelt ist die Ausstellung mit »Winterende«. Zu sehen sind besonders landschaftliche Motive.

D er Ortenberger Künstler Stephen Porter ist mit Freunden nach einem Spaziergang ins gemütliche Galerie-Café des Hofladens »Kleeblatt« gekommen, um sich mit ihnen über die Bilder seiner aktuellen kleinen Ausstellung unter dem Titel »Winterende« auszutauschen. Doch die Stimmung in der Runde ist getrübt. Die Gespräche sind von den aktuellen Nachrichten über den Krieg in der Ukraine bestimmt. »Winterende« hat Stephen Porter auch ein Gedicht überschrieben. Eine Zeile daraus: »Heut’ aber halt ich inne.«

Unterwegs mit Mal-Utensilien

Wenn Stephen Porter »in die Gefilde geht«, dann tut er dies mitunter »mit komprimiertem Gepäck«. Dann hält er an und inne, stellt die Staffelei auf, packt Skizzenblock und Stifte, auch Farben und Pinsel aus, um das, was er sieht und empfindet, in einem Bild festzuhalten. Etwa beim Anblick eines Rapsfelds am Waldausgang oder bei der Sicht vom »Rehberg« auf den Hoherodskopf. Aus dem reichen Fundus seiner Werke hat der Ortenberger, vielen in der Region vor allem durch seine Aufarbeitung lokaler Kirchenarchive bekannt, für die Präsentation in dem Galerie-Café acht Arbeiten ausgewählt. »Winterende« nennt er sie. Das Porträt einer jungen Frau, eine der gezeigten Zeichnung, irritiert unter dem Titel eher. Der Künstler, Jahrgang 1949, erklärt dazu: »Das ist eine Arbeit, die ich wiederentdeckt habe. Ist die Jugend nicht expressiv und steht für den Neubeginn?«

Weitere Motive in Planung

Bis Ende April wird die Ausstellung »Winterende« im Galerie-Café zu sehen sein. Dabei hat der Künstler vor, im 14-tägigen Rhythmus einen Teil davon auszutauschen. Ob dazu auch neue Arbeiten kommen werden, das wird die Zeit - eben der Frühling - zeigen. »Ich habe mir auf einer Karte Punkte notiert, an denen ich mir gut vorstellen könnte zu zeichnen oder zu malen. Beispielsweise auf dem Hügel zwischen Usenborn und Gelnhaar, von dem man einen großartigen Blick bis nach Frankfurt hat.« Oder auch an einem Punkt unterhalb des Bergfrieds von Lißberg »am See, wo man die Spiegelung der Burg gut einfangen kann«, sagt er.

Ansporn beim Malen

Eine seiner Arbeiten zeigt ein »Dorfende am Winterende«. Siedlung oder Landschaft? Die Antwort des Künstlers, der an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach Grafikdesign studierte, sich aber mehr der Kunstschule des Frankfurter Städel nahe fühlte, ist eindeutig: eher Landschaft. Wobei der Reiz, Augenblicke in dieser in einem gemalten oder gezeichneten Bild auszudrücken, eine Herausforderung ist. Zumal, da es ein Ansporn für ihn ist, wenn er im Gefilde unterwegs ist, »in drei Stunden ein brauchbares Bild zu schaffen«.

Ob es denn seinem eigenen Urteil immer Stand hält? Stephen Porter hat den Arbeiten ein Gedicht aus seiner Feder zur Seite gestellt. Hier ein Auszug: »Indes wir eilen/Zum warmen Empfangen/Mit dem Rücken zum/Herben Ringsum/Zu den Umarmungen/Der Räume hin./Heut aber halt ich Inne.«

Auch an dem Tag, an dem der Krieg in der Ukraine herrscht.

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