1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

»Wir sind inklusiver Arbeitgeber«

Erstellt: Aktualisiert:

Von: red Redaktion

Kommentare

bg_imago0092669885h_0806_4c
Landrat Jan Weckler appelliert an Arbeitgeber, Schwerbehinderte in ihren Teams willkommen zu heißen. SYMBOLFOTO: IMAGO/PANTHERMEDIA © pv

Wetteraukreis (red). Die aktuelle Statistik zur Beschäftigung von Schwerbehinderten in der Kreisverwaltung zeigt laut Landrat Jan Weckler (CDU), dass der Wetteraukreis ein inklusiver Arbeitgeber ist. »Nach den gesetzlichen Vorgaben müssten wir 66 Stellen mit Menschen mit Schwerbehinderung besetzen. Tatsächlich bieten wir 125 schwerbehinderten Menschen einen Arbeitsplatz«, erklärt er in einer Pressemitteilung.

Damit überschreite die Kreisverwaltung die gesetzlich vorgeschriebene Quote von fünf Prozent wie bereits in den vergangenen Jahren deutlich.

Appell an Arbeitgeber

Das Sozialgesetzbuch schreibe vor, dass private und öffentliche Arbeitgeber mit mehr als 20 Arbeitsplätzen Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen müssen. Ansonsten müssten Ausgleichsabgaben bezahlt werden, die dafür genutzt würden, Fördermaßnahmen für Menschen mit Behinderung zu finanzieren.

Als schwerbehindert gelten Menschen mit einem Behinderungsgrad ab 50 Prozent. Das heißt jedoch nicht unbedingt, dass man ihnen ihre Behinderung ansieht. Beispielsweise können auch schwere Fälle von Migräne, ein schlimmer Bandscheibenvorfall oder Diabetes zu einer Schwerbehinderung führen.

»Leider haben Menschen mit Handicap oft mit Vorurteilen zu kämpfen. Zu Unrecht: Sie sind genauso motiviert und leistungsfähig wie andere Mitarbeiter«, betont Weckler. »Deshalb möchte ich Betriebe und Unternehmen in der Wetterau dazu ermutigen, Schwerbehinderte in ihren Teams willkommen zu heißen.«

Ilona Maier, Schwerbehindertenvertreterin des Wetter-aukreises, betont: »Es ist gut, dass wir die gesetzliche Quote bei den Einstellungen übererfüllen. Genauso wichtig ist es aber, als Arbeitgeber auch darüber hinaus für Menschen mit Behinderung ansprechbar zu bleiben und ein offenes Ohr zu haben.« Das tue der Wetteraukreis beispielsweise in Form von Gesprächen zum Thema betriebliches Eingliederungsmanagement. Maier: »Dabei wird etwa geschaut, wie das Arbeitsumfeld und die Arbeitsbedingungen möglichst unterstützend gestaltet werden können.«

Pandemie sorgt für Herausforderungen

Die Schwerbehindertenvertreterin weist darauf hin, dass die Corona-Pandemie für Menschen mit Behinderung nach wie vor große Herausforderungen im Arbeitsalltag bereithalte, die gemeinsam gelöst werden müssten. »Ein strukturierter Tag ist für sie oft das A und O. Da hat es während der Pandemie beispielsweise geholfen, wenn das Arbeiten von zu Hause aus schnell und unkompliziert möglich gemacht wurde - und man sich so eine neue Routine schaffen konnte«, erklärt sie.

Ebenso wie Landrat Weckler ermutigt Maier Wetterauer Arbeitgeber, mehr Menschen mit einem Handicap einzustellen, denn sie seien fleißige, loyale und verlässliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. »Deshalb ist mein Appell an alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber: Geben Sie ihnen eine Chance, sich zu beweisen«, betont sie.

Auch interessant

Kommentare