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Wo ist Wölfin GW2812f?

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Ob sich die bei Schotten nachgewiesene Wölfin noch im Vogelsberg aufhält, ist unklar. SYMBOL © DPA Deutsche Presseagentur

Kot, der bei Schotten entdeckt wurde, ist bislang die einzige Spur der Wölfin GW2812f. Ob sich das Tier noch im Vogelsberg aufhält, ist derzeit unklar.

Schotten (sw). Wo ist die Wölfin mit dem Laborkürzel GW2812f? Ob sich das Tier, das das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in der vergangenen Woche für den Raum Schotten gemeldet hat (der Kreis-Anzeiger berichtete), noch im Vogelsberg aufhält, ist derzeit unklar. Das erklärt HLNUG-Sprecherin Laura Hollerbach auf Anfrage dieser Zeitung.

Der Nachweis geht auf eine Kotprobe vom 5. Juli zurück, auf deren Grundlage eine bisher im Vogelsberg nicht nachgewiesene Wölfin, die dann das Laborkürzel GW2812f erhielt, anhand ihres Genmaterials bestimmt werden konnte. Die Probe ist nicht nur der erste und bislang einzige Nachweis dieses Individuums in Hessen, sondern auch in ganz Deutschland, erklärt das Landesamt. Ob sich das Tier noch im Vogelsberg aufhalte, könne ausschließlich durch weitere DNA-Proben geklärt werden, sagt Hollerbach.

Ziege gerissen

Am 23. Juli war im Gebiet von Ulrichstein ein Wolf in eine Fotofalle getappt. Ob das die bei Schotten nachgewiesene Wölfin gewesen sei, könne jedoch nur durch Bilder von Fotofallen nicht nachvollzogen werden, sagt Hollerbach.

Bereits am 31. Mai war im Raum Schotten eine Ziege gerissen worden. Der Vorfall wird einem Wolf zugeordnet. Allerdings habe die Probe von dem toten Tier nicht individualisiert werden können. »Es ist nicht bekannt, welcher Wolf DNA an der Ziege hinterlassen hat«, sagt die Sprecherin des Landesamtes. Daher lasse sich auch nicht bestätigen, dass die im Raum Schotten nachgewiesene Wölfin GW2812f etwas mit dem Ziegenriss zu tun hat. Es könne aber auch nicht ausgeschlossen werden. Somit ist weiter unklar, ob sich die Wölfin GW2812f noch im Vogelsberg aufhält oder in eine andere Region abgewandert ist - und sich ein anderes Tier die Ziege als Beute ausgesucht hatte.

Klar ist auf jeden Fall wegen des unterschiedlichen Genmaterials, dass die Wölfin GW2812f nicht die bei Ulrichstein nachgewiesene Wölfin GEW1166f ist. In Ulrichstein ist es um die Wölfin ruhig geworden, bestätigt Bürgermeister Edgar Schneider. »Es hat keine Schäden mehr gegeben«, sagt er. Im Jahr 2019 war die Wölfin in Ober-Seibertenrod, Bobenhausen II und im Lautertaler Ortsteil Dirlammen gesichtet worden und hatte mehrfach Nutztiere gerissen. Das Territorium der »Ulrichsteiner« Wölfin gilt derzeit als »erloschen«, erklärt das hessische Landesamt.

Im Vogelsbergkreis gab es in diesem Jahr laut dem Wolfsmonitoring des Landesamtes noch drei weitere Wolfsnachweise, allesamt in digitaler Form. Am 8. und 11. April sowie am 15. Mai schnappte im Raum Ulrichstein dreimal die Fotofalle zu.

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