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Wo Kinderrechte im Fokus stehen

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Kevin Fischer und Denise Gerhardt nehmen die Auszeichnung zur Kinderrechte-Schule aus den Händen von Christa Kaletsch und Fabricia Lederer (v. l.) in Frankfurt entgegen. © pv

Kinder bereits in jungen Jahren für ihre eigenen Rechte zu sensibilisieren - das ist ein guter Weg, sich für Menschnrechte und gegen Diskriminierung einzusetzen. In Stockheim ist man ihn gegangen.

Stockheim (red). Die Keltenberg-Schule in Stockheim ist jetzt eine Kinderrechte-Schule. Kürzlich würdigten Fabricia Lederer vom Bereich Koordination für Kinder- und Jugendrechte im Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen sowie Christa Kaletsch, Vorsitzende des Frankfurter Vereins Makista, die Schule für ihre Teilnahme am Qualifizierungsprogramm »Auf dem Weg zur Kinderrechteschule«.

Beide dankten dem Schulteam für sein Engagement, das auch in Zukunft weitergehen wird: Die Keltenberg-Schule ist nun Teil des Netzwerks für Kinderrechte und Demokratie Hessen, das seit 2010 unter Leitung von Makista aktiv ist. Auf Grundlage der in Deutschland seit 1992 geltenden UN-Kinderrechtskonvention, die seit 2018 auch Teil der Hessischen Landesverfassung ist, gestalten die darin Engagierten kindgerechte, demokratische, diskriminierungsfreie und weltoffene Schulen. Orientierung geben dabei die Prinzipien Gleichheit, Schutz, Förderung und Partizipation.

Vorstellung eigener Beiträge

Was es bedeuten kann, Kinderrechte lebendig zu machen, zeigten alle vier neuen Kinderrechte-Schulen beim Treffen in Frankfurt in eigenen Präsentationen aus ihrem pädagogischen Alltag: Mit der Frage »Was braucht ein Kind, um glücklich zu sein?« philosophierten alle Kinder der Brüder-Grimm-Schule über ihre Rechte. Die Degerfeldschule würdigt durch verschiedene Angebote die Vielsprachigkeit ihrer Kinder und Familien und wählt regelmäßig das Kinderrecht des Monats. Ein schulinternes Curriculum zu sozialem Lernen und Kinderrechten ist an der Elly-Heuss-Knapp-Schule entstanden. Das Kollegium der Keltenberg-Schule hat mit und für alle Klassen eine Projektwoche organisiert, in der man unterschiedliche Kinderrechte kreativ bearbeitete - unter anderem mit Szenen zum Thema Meinungsbildung und Fake News, in der Auseinandersetzung mit einem sicheren Zuhause oder mit Bildern zu Zukunftswünschen.

Kinderrechte sichtbar machen

Nicht zuletzt werden die Kinderrechte in den Schulen auch sichtbar gemacht, durch Literatur in der Bibliothek oder Schaukästen im Schulgebäude. Das erinnert alle an der Schule Beteiligten, Eltern und Kooperationspartner immer wieder an die Verpflichtung, Kinder in ihren Rechten zu fördern.

In Hessen ist das Netzwerk der mittlerweile 35 Kinderrechte-Schulen ein wichtiger Multiplikator für die Realisierung der Kinderrechte in Bildungseinrichtungen und darüber hinaus. Das Hessische Monitoring Kinderrechte, vorgenommen vom Deutschen Institut für Menschenrechte, lobt in seinem Bericht 2023 das Programm als vorbildhafte Initiative der Menschenrechtsbildung: »Wünschenswert wäre aus kinder- und jugendrechtlicher Perspektive ein weiterer […] Anstieg der im Netzwerk Kinderrechte-Schulen beteiligten Schulen.« Und auch der UN-Kinderrechtsausschuss empfiehlt Deutschland 2022, dass in Schulen explizit und aktiv für die Menschenrechte und gegen Diskriminierung gearbeitet wird.

Hocherfreut nahmen Stockheims Schulleiterin Denise Gerhardt und der schulische Sozialpädagoge Kevin Fischer die Auszeichnung in Frankfurt in Empfang. Künftig darf sich die Keltenberg-Schule nun Kinderrechte-Schule nennen. Zu einer Zertifikatsübergabe vor Ort soll es demnächst noch kommen.

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