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Erst Beats, dann »Bembel-Musik«

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Von: Harald Schuchardt

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sda_Vielfalt_Manhattan_1_4c © Loni Schuchardt

Wölfersheim (har). Sie gehören zu den musikalischen Lokalmatadoren in Wölfersheim: Sängerin Bettina Skottke und Keyboarder Stefan Bodem, die als Manhattan Affair auf Familienfeiern ebenso aufspielen wie auf Festen aller Art.

Das war am Dienstagabend beim zweiten Konzert auf der Vielfaltbühne am See wieder einmal der Fall. Und zu diesem Heimspiel hatte sich das Duo einmal mehr mit dem Wölfersheimer Saxofonisten Stefan Völp verstärkt, mit dem Skottke und Bodem hin und wieder zusammen auftreten.

»Beats’n‘Bembel« lautete laut Programmheft das Motto des Abends. Was dahinter steckt, war vor Konzertbeginn nicht jedem Besucher klar. »Wir können auch seriös«, sagte Bodem, und Skottke konterte: »Wir spielen ein spontanes Programm, nur das erste Lied steht fest.«

Sprach’s und legte mit der Party-Version von Reinhard Meys »Über den Wolken« gleich so richtig los. Der Song gehörte zur Bembel-Abteilung, also zu den Party-Hits, die in Festzelten und bei Partys lautstark mitgesungen werden.

Das Genre beherrscht das Trio genauso gut wie die »Beats-Abteilung«, von Oldies und Kultschlagern über fetzigen Soul bis hin zum aktuellen Pop.

Eine spontane Abstimmung unter den fast 400 Besuchern ergab zunächst eine Mehrheit für die Beats-Abteilung, beispielsweise mit einer tollen Version des Elton-John-Klassikers »It’s gonna be a long long time« oder das inzwischen auch schon wieder elf Jahre alte »Mr. Saxobeat« der rumänischen Sängerin Alexandra Stan.

Sirtaki vor

der Bühne

Da hielt es Stefan Völp nicht auf der Bühne. Während seines Solos spazierte er durchs Publikum, das sich angesichts der Sonneneinstrahlung vor der Bühne weiter hinten schattige Plätze gesucht hatte, was sich aber noch ändern sollte. »Der Stefan leidet an einem Aufmerksamkeitssyndrom«, scherzte die bestens aufgelegte Bettina Skottke über den ersten »Ausflug« ihres Mitstreiters.

Wie breit aufgestellt das Trio ist, zeigte dieses noch im ersten Teil mit »Ring of Fire« von Johnny Cash genauso wie mit dem Funk-Klassiker »Ain’t nobody«. Nach der Pause versuchte es das Trio noch einmal mit »Bembel-Musik«.

Mit der inoffiziellen hessischen Nationalhymne »Erbarme, zu spät, die Hesse komme« klappte es nun: Die ersten Besucher kamen direkt vor die Bühne und bei bayerischen Partyklassikern wie »Rock me heut Nacht« von Vox Club und »Hulapalu« von Andreas Gabalier war das Eis endgültig gebrochen: Der Mittelgang füllte sich zusehends.

Das Konzert wurde nun zur fröhlichen Dauerparty, die beim Udo-Jürgens-Superhit »Griechischer Wein« ihren Höhepunkt erreichte. Die Fans tanzten Sirtaki rund um Saxofonist Völp, der daran sichtlich Spaß hatte. Auch zu Pop- und Rock-Klassikern, wie Garry Rafertys »Baker Street« mit genialem Saxofon-Intro von Völp wurde weiter getanzt. Ein Medley vieler Hits aus der Neuen Deutschen Welle war ein weiteres Highlight der zweieinhalbstündigen Party, bei der Skottke und Bodem sowohl als Solisten als auch im Duett überzeugten.

Klar, dass die Zugabe-Rufe nicht enden wollten. Und mit »Geiles Leben« von Glasperlenspiel sowie der Toten-Hosen-Hymne »An Tagen wie diesen« endete die Party-Premiere von Manhattan Affair auf der Seebühne. Es dürfte nicht der letzte Auftritt gewesen sein.

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sda_Vielfalt_Manhattan_2_4c © Loni Schuchardt

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