Die Sozialdemokratin Beate Taubel hat seit 2011 als Vorsitzende den Streit der Fraktionen im Gemeindeparlament moderiert. Nun reicht es ihr ? für 2016 tritt sie nicht mehr zur Kommunalwahl an. Nach der Etatberatung überreichte ihr der SPD-Fraktionschef Helge Hinkelmann einen Kaktus, eine Topfpflanze und eine Flasche Wein. Links im Bild rückt Hauptsamtsleiter Walter Dignal die Geschenke ins richtige Licht. Foto: Klaus Nissen
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Die Sozialdemokratin Beate Taubel hat seit 2011 als Vorsitzende den Streit der Fraktionen im Gemeindeparlament moderiert. Nun reicht es ihr ? für 2016 tritt sie nicht mehr zur Kommunalwahl an. Nach der Etatberatung überreichte ihr der SPD-Fraktionschef Helge Hinkelmann einen Kaktus, eine Topfpflanze und eine Flasche Wein. Links im Bild rückt Hauptsamtsleiter Walter Dignal die Geschenke ins richtige Licht. Foto: Klaus Nissen

Wöllstadter im Geld-Glück

Es sieht gut aus mit den Finanzen im 6100 Einwohner zählenden Wöllstadt. Die Einnahmen steigen. Etwa 1,7 Millionen Euro können investiert werden.

Der einstimmig gebilligte Haushalt für 2016 enthält Geld für einige lange vermisste Neuerungen. Die Gemeinde beherbergt dieses Jahr mehr als 100 Flüchtlinge. Sie baut und wächst – und trotzdem gibt es kein Defizit in der Stadtkasse. Das sei „eine ausgezeichnete Leistung“, sagte Sebastian Briel (FWG) vor dem Parlament im Nieder-Wöllstädter Bürgerhaus. Es bleibe ein kleines Plus in Höhe von 2985 Euro im Etat. Briel ist als FWG-Fraktionschef Mehrheitsführer eines lockeren Bündnisses aus FWG und SPD. Seit 2011 konnte der Schuldenstand von 2,7 Millionen auf aktuell 1,8 Millionen Euro reduziert werden, so Briel. Im Haushalt stehen 1,75 Millionen Euro für neue Projekte zur Verfügung.

Sozialwohnungen geplant

Eine Million aus dieser Summe ist sehr günstig geliehenes Geld, mit dem die Gemeinde zwei Container-Anlagen für Flüchtlinge und den Neubau eines Vier-Familien-Hauses mit Sozialwohnungen finanziert. Eine Ausgabe von bis zu 200 000 Euro beschloss das Parlament auf Wunsch der FWG zugunsten der Feuerwehr: Sie soll ein neues LF-16-Löschfahrzeug bekommen.

Weiteres Geld reserviert die Gemeinde für digitale Feuerwehr-Funkgeräte, neue Duschen in der Römerhalle, die Sanierung des alten Rathauses in Nieder-Wöllstadt und für die Fahrrad-Abstellanlage am Bahnhof. Auf jeden Fall werde der Rückbau und die Sanierung der Vorsorgungsleitungen in den Ortsdurchfahrten noch viel Geld kosten, sagte CDU-Gemeindevertreter Oliver Kröker. Das Gewerbegebiet Am Kalkofen brauche endlich eine neue Zufahrt vom Sportplatz her. Und: „Ein neuer Kindergarten muss zeitnah gebaut und unterhalten werden.“

Defizite am Horizont

All das scheint machbar zu sein. Denn die Einkommensteuer-Einnahmen der Gemeinde wachsen dieses Jahr laut Kröker um eine Million auf fast vier Millionen Euro, die Zuweisungen vom Land steigen um 350 000 Euro, und der Verkauf der Gemeinde-Immobilien an der Rosbacher Straße bringt 1,2 Millionen Euro in die Kasse.

Allerdings lache die Sonne nicht dauerhaft, mahnte CDU-Sprecher Kröker. Für 2017 sei ein Defizit von 627 000 Euro absehbar, 2018 von knapp 1,8 Millionen und 2019 beinahe 2,4 Millionen Euro. Die Grundsteuern bleiben im neuen Jahr unverändert. Die Kanalgebühr muss im Laufe des Jahres aber um drei Cent auf 2,83 Euro pro Kubikmeter angehoben werden.

(fnp)

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