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Adrian Roskoni blickt entspannt auf die bevorstehende Wahl.

Politik

Wöllstadts Bürgermeister Adrian Roskoni im Interview

Am 28. Oktober sind die Wöllstädter zur doppelten Wahl aufgerufen – wie der Rest Hessens wählen sie den Landtag und zudem ihren Bürgermeister. Amtsinhaber Adrian Roskoni ist der einzige Kandidat. Im Interview mit Sabrina Dämon erzählt der parteilose Wöllstädter Bürgermeister, warum er die Wahl dennoch nicht auf die leichte Schulter nimmt und was er in den kommenden sechs Jahren vorhat.

Sie treten als einziger Bürgermeisterkandidat an – weil Sie sowieso antreten wollten oder weil es jemand machen muss?

ADRIAN ROSKONI: Für mich war beim ersten Mal schon klar, dass, wenn ich das Amt übernehme, es mein Ziel sein wird, nicht nach einer Amtszeit aufzuhören.

Also ganz unabhängig vom Gegenkandidaten?

ROSKONI: Ich hätte auch mit einem Gegenkandidaten kein Problem gehabt, anzutreten. Ich habe von Anfang an gesagt, Wahlen sind zum Wählen da. Wir haben einige Projekte umgesetzt in den vergangenen knapp sechs Jahren, daher wäre die Ausgangssituation nicht allzu schlecht gewesen.

Sind Sie dennoch froh darüber, keinen Kontrahenten zu haben?

ROSKONI: Ich habe das zur Kenntnis genommen und mich auf die Situation eingestellt. Freudensprünge habe ich keine gemacht. Die Wahl nehme ich auch nicht auf die leichte Schulter. Wir haben einen Flyer gemacht und eine Homepage. Es soll auch Möglichkeiten geben, mich persönlich zu treffen, um mir Ideen, Anregungen und Bedenken mitzuteilen.

Was die Wahlbeteiligung angeht, ist es in Ihrem Fall ein wenig einfacher, da am selben Tag auch der Landtag gewählt wird. Dennoch: Was ist Ihr Ziel?

ROSKONI: Ich denke, dadurch, dass Landtagswahl ist, werden wir bei über 50 Prozent liegen. Natürlich sind Wahlbeteiligungen von 20 oder 25 Prozent unterirdisch.

Warum überhaupt wählen gehen, wenn Sie doch sowieso im Amt bleiben?

ROSKONI: Wenn man die Arbeit des Bürgermeisters gut fand, ist es schön, wenn die Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen – auch als Zeichen der Unterstützung und als Legitimation für die nächste Amtszeit. Es gibt ja auch die Möglichkeit, „Nein“ anzukreuzen. Wenn das über 50 Prozent tun, ist ein Bürgermeister abgewählt. Solche Sorgen mache ich mir nicht zu intensiv, aber es ist schon vorgekommen. Daher wäre es leichtsinnig, jetzt schon alles für selbstverständlich zu nehmen.

Im März sind Sie sechs Jahre im Amt, was ist das Schönste an Ihrem Beruf?

ROSKONI: Wenn man sieht, welche Entwicklung eine Gemeinde nehmen kann, und diese aktiv begleitet. Wir haben einige Projekte umgesetzt. Thema Neubaugebiete, Bauplätze für junge Familien zu moderaten Preisen, das Pflegeheim, der Supermarkt und der neue Kunstrasenplatz. Oder auch die Rückbauabschnitte.

Das ist ein Thema, bei dem man sich in Wöllstadt schnell unbeliebt machen kann – in irgendeiner Straße gab es in den vergangenen Jahren immer irgendein Problem.

ROSKONI: Bei der aktuellen Baustelle in der Hanauer Straße liegen Kanäle aus den 50er Jahren, die Wasserleitung ist von 1926. Hier ist die Thematik der Rückstufung von Bundes- in Gemeindestraße aktuell. Wir haben daher keine Wahl, das zu tun oder nicht. Sonst müssten wir in wenigen Jahren anfangen, die alten Leitungen herauszureißen und alles wieder kaputtzumachen, was jetzt im Zuge des Rückbaus gemacht wird. Ich könnte auch ein Jahr ohne Großbaustelle vertragen. Aber das ist im Moment die Zeit, da müssen wir durch.

Was ist das Schlechteste an Ihrem Beruf?

ROSKONI: Wenn es sachliche Gründe gibt, wie man mit einer Situation umgehen muss, das aber im Ergebnis nicht dem entspricht, was sich der Gesprächspartner vorstellt, bekommt man schnell persönlichen Unwillen unterstellt. Ich hätte immer gerne die beste Antwort für alle, die zu mir kommen. Nur geht das leider nicht immer.

Was haben Sie in der kommenden Amtszeit vor?

ROSKONI: Eine Sache, die uns mit Sicherheit intensiv beschäftigen wird: Wir sind dabei, eine Gewerbegebietserweiterung zu planen, bei der wir die verkehrliche Anbindung zwischen neuem Sportplatz und Rewe berücksichtigen. Wir wollen die Spange hinten um den Ort herum schließen, damit wir auch den Park-und-Ride-Platz anschließen. Dadurch, dass wir den Flächennutzungsplan anpassen müssen, gehe ich von eineinhalb bis zwei Jahren aus, bis wir Baurecht haben. Ganz aktuell haben wir es geschafft, in das Landesförderprogramm für die Stadtentwicklung zu kommen. Ich freue mich auf den Beteiligungsprozess der Bürger zur Innenentwicklung. Ein interessantes Projekt ist auch der Neubau der Kita Wichtelburg. Ziel ist es, im Oktober 2019 Einweihung zu feiern.

Sie sind parteilos. Wollen Sie das bleiben?

ROSKONI: Ich habe natürlich darüber nachgedacht, bin aber immer wieder zu dem Entschluss gekommen, dass es für meine Arbeit besser ist.

Wieso?

ROSKONI: Weil ich freier auf alle zugehen kann. Natürlich kann ich nicht beeinflussen, wie das angenommen wird. Es ist auch kein Geheimnis, dass es durchaus eine konstruktive Zusammenarbeit mit der CDU-Fraktion gibt. Für mich persönlich kann ich aber immer nur wieder sagen, dass ich alle Fraktionen gleich behandele.

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