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Würdigung für einzigartiges Lebenswerk: Walter Arbeiter ist Ehrenvorsitzender

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Dank für großes Engagement: Ehrenvorsitzender Walter Arbeiter (M.) mit Bernd und Elvira Petri, Vanessa Hellmann-Koch und Helge Arendt, die das neue Vorstandsteam bilden. © Corina Sargk

Das Büdinger 50er-Jahre-Museum ist sein Lebenswerk, das er mit viel Liebe und großem Engagement aufgebaut hat. Für diese Leistung wurde Walter Arbeiter zum Ehrenvorsitzenden des Trägervereins ernannt.

Walter Arbeiter ist Ehrenvorsitzender des Vereins 50er-Jahre-Museum. Er war es per Briefbeschluss der Mitglieder schon seit exakt einem Jahr, aber nun wurde es am Samstag beim Helferfest des Museums, der ersten Veranstaltung in der kernsanierten Milchbar, ganz offiziell kundgetan und mit Urkunde.

Vorsitzender Bernd Petri und sein Stellvertreter Helge Arendt sowie das Vorstandsteam dankten Arbeiter von Herzen für all das, was er gemeinsam mit seiner Ehefrau Else für den Verein, das Museum, Büdingen und für die Erinnerung an die Zeit des Wirtschaftswunders mit großem Elan, mit Leidenschaft und Beharrlichkeit geleistet hat.

Ebenso gilt der Dank des Vorstands für den Aufbau der Sammlung Else und Walter Arbeiter, denn das Ehepaar hat einen enormen Fundus mit Exponaten der 50er Jahre zusammengetragen, die längst nicht alle im Museum gezeigt werden können, aber genauso diese Zeit dokumentieren.

Eine öffentliche Ehrung des rührigen Mannes, der mit seiner Frau und etlichen Mitstreitern 1997 den Verein gegründet hatte, im November 1999 das bundesweit bekannte und beliebte Museum im Haus »Zum Schwanen« am Marktplatz eröffnete und im Laufe der Jahre sukzessive erweiterte, war im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie nicht möglich.

Tränen angesichts der Wasserschäden

Zudem hatte die Milchbar durch das Hochwasser vom 29. Januar 2021 massive Schäden erlitten und stand fast im Rohbau. Deshalb war das Fest für Freunde, Gönner, Firmen und Helfer, die nach dem Hochwasser bei der Sanierung und dem Umbau der Milchbar und der unteren Museumsräume mit angepackt hatten, der richtige Rahmen für die offizielle Ernennung zum Ehrenvorsitzenden, der noch in dieser Woche seinen 81. Geburtstag feiern kann.

Obwohl ein sehr sachlicher Mensch, kamen ihm angesichts der Katastrophe durch das Hochwasser, das 80 Zentimeter hoch in der Milchbar und den unteren Museumsräumen stand und das Mobiliar weitgehend zerstörte, doch ein paar Tränen. Aber sowohl die vielen tatkräftigen Helfer als auch Spenden aus der gesamten Bundesrepublik gaben ihm neuen Mut, weiterzumachen.

Was einst mit einer Blecheisenbahn vom Flohmarkt begonnen hatte und mündete schließlich in der Sammlung, die mittlerweile als Schenkung der Familie Arbeiter an die Stadt Büdingen ging.

Geschenke berühmter Stars

Sie umfasst wertvolle Exponate wie Geschenke berühmter Stars der 50er und beginnenden 60er Jahre und kann getrost als Lebenswerk von Else und Walter Arbeiter bezeichnet werden, das darüber hinaus der Stadt Büdingen eine weitere Attraktivität verleiht.

Arbeiter ist glücklich, dass seine Engagement - und die seiner Frau - von einem engagierten Team fortgesetzt wird. Bernd und Elvira Petri, Helge Arendt, Vanessa Hellmann-Koch und Kai Zunke sind ein Vorstandsteam, das mit viel Herzblut und gemeinsam mit ebenso engagierten Freunden und Helfern die Arbeit angeht und das Museum weiterführt. »Sie sind ein tolles Team und geben alles«, lobt Arbeiter.

Allerdings brauchen sie noch Unterstützung: Das Team sucht ehrenamtliche Helfer, die freitags und samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 13 bis 17 Uhr Dienst im Museum machen. Sie bekommen als Gegenleistung die Milchbar für Familienfeiern kostenlos zur Verfügung gestellt und werden beitragsfrei Mitglieder im Verein. Interessenten können sich bei Familie Petri melden (Telefon 0 60 42-70 82).

Info: Wasserschaden in der Küche

Gerade am Tag, nachdem das Vorstandsteam und seine Helfer nach dem Hochwasser vom Januar 2021 mit der Sanierung und Umgestaltung der Milchbar und der Ladenzeile fertig waren, das letzte Regal eingeräumt war, wurde die 50er-Jahre-Küche im hinteren Drittel durch eine Wasserschaden im Stockwerk über dem Museum durchnässt.

Küche und Schränke mussten komplett ausgeräumt werden. Die Decke muss erneuert werden, der Putz an den Wänden voraussichtlich auch. Die massiven Holzschränke können nach der Trocknung wieder aufgearbeitet werden.

Unwiederbringlich zerstört sind allerdings die originalen Care-Pakete aus den USA. »Sie waren aus der ersten Zeit nach dem Krieg, noch von privat für Not leidende Familien in Deutschland gepackt«, erläuterte Helge Arendt. Jetzt muss die Museums-Crew noch auf einen weiteren Gutachter warten, die Feuchtigkeit muss erneut gemessen werden.

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