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Zeit des Aufbruch

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Von: red Redaktion

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koe_PfarrerinTenholte_23_4c © pv

Sommerzeit - Ferienzeit: Für viele eine Zeit des Aufbruchs mit einer heilsamen Unterbrechung des Alltags. Mit Erlaubnis des Arbeitgebers oder mit der festgesetzten Ferienzeit durch die Schulbehörde eröffnet sich die Möglichkeit des Atemholens und einer Zeit, die nicht von Terminen, Pflichten, Leistungsanforderungen und Erwartungen geprägt ist, sondern die danach fragt, was die Seele braucht, um glücklich zu sein.

Gott wünscht sich diese Lebenshaltung für seine Menschen und lädt zu einer lebenswichtigen Unterscheidung ein: »Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und dabei Schaden nimmt an seiner Seele« (Mk 8,36).

Erlauben wir uns, diese Unterscheidung in unserem Leben vorzunehmen? Was tut mir gut? Was schadet mir? Erlaube ich mir, glücklich zu sein?

Das Wort »Urlaub« hat seinen Ursprung im Althochdeutschen und bedeutet »Erlaubnis«. Bedienstete eines Bauern durften nach der Ernte um Erlaubnis bitten, um den Hof eine Weile zu verlassen.

Auch wir dürfen nun für eine gewisse Zeit, »unsere alten Höfe verlassen« und aufbrechen in eine Zeit, in der wir ohne Fremdbestimmung die Tage so gestalten können, dass sie uns gut tun. Danach kehren wir zurück, seelisch aufgetankt, um dann wieder einzusteigen in einen Alltag, der oft auf den nächsten »erlaubten« Urlaub zur Erholung hin lebt.

Wie wäre es eigentlich, wenn wir eines Tages keine Erlaubnis mehr von außen bräuchten, weil wir in einer Welt lebten, aus der keiner mehr ausgelaugt und erschöpft aufbrechen muss?

Diese Hoffnung werde ich dieses Jahr auf meinen Urlaubskarten mir selbst und den Adressaten gern ans Herz legen: »Erlaube Dir das Leben, das Gott sich für Dich wünscht! Sei glücklich!« Denn Gott lockt aus dem »alten Trott« und das Leben bricht neu auf - nicht nur im Urlaub.

Kerstin Tenholte ,

Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Berstadt

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