1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Zeitreise zur Gründung der Großegemeinde Ortenberg

Erstellt:

Kommentare

cwo_MUe50jahreortenberg_0_4c
Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring (l.) und Stadtverordnetenvorsteherin Ute Arendt-Söhngen plaudern vom roten Ledersofa aus über 50 Jahre gemeinsame Geschichte der Stadt Ortenberg und ihrer zehn Stadtteile. © Ingeborg Schneider

Es soll der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltung anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Großgemeinde Ortenberg sein - das Sommerfest mit einem lockeren Blick auf die Anfänge.

Ortenberg (mü). Nicht als festlichen Kommers, sondern als lockeren Dialog gestalteten Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring und Stadtverordnetenvorsteherin Ute Arendt-Söhngen den Sommerempfang zum 50-jährigen Bestehen der Stadt Ortenberg im Festzelt der Kalbsvilla. Vom roten Ledersofa aus ließen sie fünf Jahrzehnte voller Herausforderungen Revue passieren.

Es sei eine Zeit voller Veränderungen gewesen, stellten beide Politikerinnen fest und erinnerten eingangs an das Festjahr zum 25-jährigen Bestehen der Stadt: »Damals konnten wir im großen Rahmen auf dem Marktplatz feiern, jeder unserer zehn Stadtteile hatte Zeit und Raum, sich ausführlich zu präsentieren. Heute betrachten wir diesen Sommerempfang lediglich als Auftakt, dem weitere Veranstaltungen im Herbst folgen können. Wir wagen erste kleine Schritte aus der Pandemie.«

Vorreiter in

der Region

Es folgte ein Streifzug Arendt-Söhngens durch die Schwerpunktthemen der Stadtgeschichte. Hierbei kontrastierten Bürgermeisterin und Stadtverordnetenvorsteherin Schlagzeilen des Kreis-Anzeigers aus den 70er und 80er Jahren mit ihren eigenen Erinnerungen. »Wir spüren den demographischen Wandel deutlich in Bevölkerung, Verwaltung und Politik«, resümierte Pfeiffer-Pantring. »Verdiente Menschen mit ihrem Erfahrungsschatz aus fünf Jahrzehnten sind plötzlich nicht mehr greifbar, früher als selbstverständlich erachtetes Wissen bricht weg, manches scheinen wir neu erfinden zu müssen.« Umso wichtiger sei das offene Gespräch untereinander betonten beide Frauen und unterstrichen, man sei sehr froh, im Ortenberger Parlament ausschließlich Parteien vertreten zu wissen, die sich auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung des Landes befänden.

Im Folgenden ging Pfeiffer-Pantring auf die Themen Wasserhaushalt der Stadt samt Beschaffungs- und Schutzmaßnahmen sowie einer geregelten Entsorgung, auf Klima- und Naturschutz, die Ausdehnung der Verwaltung im relativ kleinen Rathaus sowie die Veränderungen im Kindergarten- und Schulwesen ein. »Es ist richtig, dass Ortenberg noch immer Schulden hat«, stellte die Rathauschefin fest. »Wichtig ist aber, dass unser Haushalt gesund ist und wir über die Jahre hinweg, durchaus als Vorreiter in der Region, kontinuierlich und weitsichtig in die wichtigen Bereiche Energie, Mobilität und Klima investiert haben. Maßnahmen, die heute ein vielfaches der damaligen Summen kosten würden, haben uns zur Klima-Kommune werden lassen.« Zu dieser Entwicklung, die auch maßgeblich den Weg zur Interkommunalen Landesgartenschau prägen werde, habe jeder Stadtteil gemäß seinen Möglichkeiten und Visionen Entscheidendes beigetragen. Diese Impulse aufzugreifen und mitzutragen, sei immer das Ziel ihrer nunmehr 22 Jahre währenden Amtszeit gewesen, sagte Pfeiffer-Pantring.

Chancen für

Kalten Markt

»Aufgrund des sehr unterschiedlichen Charakters unserer Stadtteile, allein was die Topographie mit ihren Chancen und Gefahren angeht, handelt es sich bei diesem Zusammenführen um ein echtes Kunststück, an dem Bürger und Politik nunmehr seit 50 Jahren arbeiten.«

Erschwerend komme hinzu, dass Ortenberg als einzige Wetterau-Kommune mit zehn Ortsteilen seitens des Landes nie den Status eines Mittelzentrums mit einer entsprechenden finanziellen Förderung erhalten habe. »Man verweist uns immer auf die Nachbarstädte Büdingen und Nidda und deren Infrastruktur, obwohl wir hier seit fünf Jahrzehnten mit wenig Geld exzellente Arbeit leisten«, bedauerte die Bürgermeisterin, stellte aber in Aussicht, dass sich diese Situation dank der vielen Eingaben der Stadt zur Interkommunalen Landesgartenschau ändern und verbessern werde. »Die Zeiten, in denen das Niddertal zu den ärmsten Gegenden des Kreises zählte, sollten endlich vorbei sein. Mit unseren Angeboten der Konradsdorfer Schulen und der Kitas, der Einrichtungen für Senioren, dem herausragenden NABU-Zentrum, den Ansätzen zur E-Mobilität und der innovativen Energieversorgung haben wir gemeinsam Werte und ein eigenständiges lebenswertes Umfeld geschaffen, auf das wir stolz sein können und das weit mehr Unterstützung verdient«, resümierte Ulrike Pfeiffer-Pantring. Abschließend stellte sie in Aussicht, dass anlässlich des 50. Geburtstag der Stadt im Herbst wieder ein Kalter Markt stattfinden könne, wenn auch in veränderter und möglicherweise abgespeckter Form.

Auch interessant

Kommentare