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Zentrale Versorgungsbereiche: Stärkung für den Einzelhandel in Nidda

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Um den Niddaer Einzelhandel zu stärken, legte das Stadtparlament zentrale Versorgungsbereiche fest, beispielsweise in der Schillerstraße. © Petra Ihm-Fahle

Ohne einen städteplanerischen Rahmen könnte der Einzelhandel in Nidda in Gefahr geraten. Deshalb hat das Stadtparlament ein Einzelhandelskonzept beschlossen, das zentrale Versorgungsbereiche festlegt.

Ich fahre zum Einkaufsbummel nach … Nidda.« - Der Gedanke ist nicht abwegig für Verbraucher, die die Angebote im Zentrum der Stadt kennen. Angefangen von der Kaffeerösterei über Geschenkartikel, Bücher, Kinderspielzeug bis hin zu Schuhen und Mode stellen die Einzelhändler attraktive Offerten bereit. Parkplätze gibt es, beispielsweise am Bürgerhaus. Ein abschließendes Stück Torte oder ein anderer Snack kann das Einkaufserlebnis abrunden.

Um die Innenstadt in verschiedener Hinsicht zu stärken, beteiligt sich die Stadt am Förderprogramm ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept). In dem Programm ist auch ein Einzelhandelskonzept enthalten, erstellt von der Firma Cima aus Stuttgart, einstimmig beschlossen durch die Stadtverordneten bei ihrer jüngsten Sitzung am Dienstagabend.

Wie Pablo Hildebrandt, der städtische Fachdienstleiter für die Bauverwaltung, im Gespräch mit dieser Zeitung erläutert, untersuchten Städteplaner in dieser Sache, wo zentrale Versorgungsbereiche entstehen können.

Diese Bereiche stellten die Planer in Nidda entlang der Schillerstraße, am Rauner Graben und an einem Standort in Eichelsdorf fest. Großflächiger Einzelhandel, sprich über 800 Quadratmeter groß, muss künftig eine Verträglichkeit mit diesen Gebieten nachweisen. Ausnahme ist lediglich Harb mit einem Lebensmittelmarkt.

Spezielles oder gemischtes Angebot

Diese Einzelhandelsflächen bieten laut Hildebrandt oft spezielles oder gemischtes Sortiment an. Die Festlegung der Versorgungsbereiche macht seinen Worten nach Sinn. »Denn würde sich in jedem Ortsteil so ein großer Laden ansiedeln, wären die Geschäfte teilweise leer und über das Stadtgebiet verteilt. Die Verbraucher fahren überall hin statt zentral zu einem Ort.« Vor allem für die kleineren Läden wäre es schwierig, sich zu halten, je mehr große Geschäfte es gibt.

Insofern ist das Programm laut Hildebrandt aufgelegt, damit sich der großflächige Einzelhandel oder bestimmte Sortimente bündeln, besonders in der Schillerstraße. Das belebe zum einen diesen Bereich und schütze kleinere Läden, die in den Ortsteilen entstehen können.

»Das ist der Kern dieser Sache«, erläuterte Hildebrandt. Es handelt sich seinen Worten zufolge um ein sogenanntes städtebauliches Rahmenkonzept, das für die gesamte Kommune gilt. »Es ist in der Bauleitplanung und für Baugenehmigungen verbindlich«, fügt er hinzu.

Käme ein Investor, um sich mit großflächigem Einzelhandel an einem bestimmten Punkt niederzulassen, könne die Stadt das verwehren, wenn der Standort außerhalb des zentralen Versorgungsbereichs liegt. »Es ist ein Steuerungsinstrument, um den Einzelhandel zu steuern«, sagt Hildebrandt.

Wie aus dem Konzept ferner hervorgeht, stellt die zunehmende Digitalisierung den Einzelhandel vor besondere Herausforderung. »Insbesondere der inhabergeführte Einzelhandel ist stärker davon betroffen als die nationalen und internationalen Filialisten, die in der Regel über professionelle Digitalstrategien verfügen«, heißt es in dem 96-seitigen Papier.

Nicht zuletzt die Corona-Pandemie habe demnach gezeigt, dass die digitale Präsenz beziehungsweise Auffindbarkeit der Betriebe mit gleicher Priorität zu behandeln sei wie das stationäre Ladengeschäft. Aus diesem Grund gelte es, den stationären Handel mit einer ganzheitlichen Entwicklungsstrategie auch digital zu stärken.

Das Entwicklungsgebiet Schillerstraße liegt in der Innenstadt. Es reicht von der Neuen Straße (Höhe Marktplatz) bis zur Krötenburgstraße beziehungsweise Hindenburgstraße im Norden. Es umfasst neben der Schillerstraße auch Teile der Altstadt.

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