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Zum Abschied von Büdingens Rathauschef gibt es Sinatras »My Way«

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Ein letztes Gruppenbild: Die Mitarbeiter der Büdinger Stadtverwaltung bereiten ihrem Chef einen Überraschungsempfang zum Abschied. Bürgermeister Erich Spamer genießt die Momente im Kreise langjähriger Kollegen. © Ingeborg Schneider

Der Abschied vor dem Rathaus war emotional und persönlich. Sämtliche Abteilungen der Büdinger Stadtverwaltung erwiesen Erich Spamer an seinem letzten Arbeitstag als Bürgermeister die Ehre.

Mit einer Überraschungsparty vor den Toren des Büdinger Rathauses haben die Angestellten der Stadtverwaltung Bürgermeister Erich Spamer am Freitag als ihren Chef verabschiedet. Unterstützt von Magistratsmitgliedern, Freunden und Wegbegleitern, Amtsnachfolger Benjamin Harris inmitten der Menge sowie der Musikerin und Sängerin Tine Lott, die die spontane Feierstunde an der Gitarre begleitete, ließ man die 18 Jahre währende Amtszeit Spamers Revue passieren, übergab Geschenke und lag sich hier und da für Momente sogar in den Armen - ein durch die Pandemie inzwischen vollkommen ungewohntes und emotionales Bild.

Die Laudatio hielt Stadträtin Sylvia Klein (Bündnis 90/Die Grünen). »Du warst mit 18 Jahren im Amt so lange unser Bürgermeister wie kein anderer deiner Vorgänger seit dem Zweiten Weltkrieg - und dein Beruf war dir stets mehr als ein Job, nämlich Berufung«, attestierte sie dem scheidenden Rathauschef. »Auch wenn Geduld nicht zu deinen Tugenden zählte, so hast du dich doch immer dann, wenn es galt, schützend vor deine Verwaltung und dein Team gestellt und deine vielseitige Tätigkeit mit Stolz und erkennbarer Freude erfüllt. Viel Spaß nun mit dem neuen Lebensabschnitt - erlebe mehr Genuss, neue Möglichkeiten und die von dir so sehr geliebte Kunst und Kultur«, gab Sylvia Klein Spamer mit auf den Weg.

Dieser bestätigte: »Geduld war nie meine Stärke - und es wird mir schwerfallen, so etwas wie ›Gemach, gemach!‹ zu leben. Wenn man mir jetzt eine Halbtagesstelle anböte, würde ich garantiert einen Vollzeitjob daraus machen.« Er sei als Chef sicher nicht immer einfach für sein Verwaltungsteam gewesen, wenn auch viele Mitarbeiter »nicht das geringste Problem« mit ihm gehabt hätten, stellte Spamer selbstkritisch fest. »Sie haben mich gelegentlich ertragen - doch meinerseits muss ich sagen: Die Arbeit mit ihnen hat mir jeden Tag sehr viel Freude bereitet, auch wenn es manchmal stressig für alle Beteiligten wurde.«

Ausdrücklich und mit lobenden Worten verabschiedete sich Erich Spamer von der Finanzabteilung und dem Hauptamt, dem Bauhof und dem Bauamt, dem Ordnungsamt und den IT-Zuständigen sowie dem Empfang und, mit einem persönlichen Lob an René Rau vom Amt für Jugend, Kultur und Soziales. »Die Situation in den Kindergärten war zuletzt mein größtes Sorgenkind«, unterstrich der scheidende Bürgermeister und wünschte seinem Nachfolger eine glückliche Hand bei der Lösung der gerade in diesem Bereich anstehenden personellen Probleme.

»You did it your way - du hast es auf deine Art gemacht!« sang Tine Lott zum Abschluss im Anklang an den berühmten Sinatra-Song und dankte Spamer im Namen der Künstlerschaft besonders für seinen Einsatz für die Kultur - bevor die ersten Sektkorken knallten, Präsente übergeben, freundliche Worte gefunden und ein letztes Gruppenfoto zur Erinnerung geschossen wurde.

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