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Zum Geburtstag: »Innsbrucker Böhmische« spielen für »Oberhessische 7«

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Voll ins Schwarze getroffen: Zum fünften Geburtstag der Gruppe »Oberhessische 7« spielt die Formation »Die Innsbrucker Böhmische« in der Weninger Festhalle. © Ingeborg Schneider

Es war ein Fest der Musik. Die Blasmusik-Formation »Oberhessische 7« feierte ihren fünften Geburtstag mit einem Konzert, das die Gruppe »Innsbrucker Böhmische« in Wenings darbot.

Das Publikum in der Festhalle applaudierte stehend und frenetisch, die Leute sangen, klatschten und schunkelten mit und genossen das gesamte opulente Konzert in vollen Zügen: Ins Schwarze getroffen hat die heimische Blasmusik-Gruppe »Oberhessische 7« mit ihrer Idee, zum fünfjährigen Bestehen die sieben hochkarätige Profimusiker von der Formation »Die Innsbrucker Böhmische« zu einem mehrstündigen Geburtstagskonzert einzuladen.

Über Besuche der Lokalmatadoren bei Workshops und CD-Präsentationen der Tiroler habe sich eine musikalisch inspirierende Freundschaft zwischen beiden Gruppen entwickelt, hatte der Tubist und Bandmanager der »Oberhessischen 7«, Marko Fidorski, bekanntgegeben und einen Ausnahmeabend auf hohem Niveau für alle Freunde böhmischer Volksmusik versprochen.

Markenzeichen des Septetts um Bandleader, Schlagzeuger und Moderator Norbert Rabanser sind die vielen Eigenkompositionen und -arrangements, federführend aus der Hand von Tubist Mathias Rauch und Harald Kobler (Tenorhorn/Posaune), sowie der ureigene Stil, der sich bei aller Freude an der Tradition manchmal sehr weit vom Genre entfernt, ohne dass die Zuhörer den Spaß verlieren. Wer erfährt, dass allein schon der launig moderierende Norbert Rabanser Dozent am Tiroler Landeskonservatorium und Lehrbeauftragter an der Universität Mozarteum in Salzburg ist, wird Ähnliches von den übrigen Musikern erwarten und liegt damit absolut richtig. Allesamt kommen sie von der Klassik und dem akademischen Studium her, sind Solisten in Symphonieorchestern zwischen Innsbruck und Wien, Bamberg und Leipzig, Dozenten und Kreative, die um das Potenzial ihrer Instrumente wissen und gelegentlich fast unmerklich Swing, Jazz, Bigband-Sound, die Karibik und dann wieder das Alphorn oder gar das australische Didgeridoo in ihre Kompositionen einfließen lassen. Seit knapp 30 Jahren musizieren neben den bereits genannten Größen Heinz Weichselberger, Markus Ettlinger und Rupert Darnhofer an den Trompeten sowie der Tubavirtuose Gerhard Anker unter dem Motto »6 x Blech und 1 x Schlagzeug« daheim und auf internationalen Festivals, erringen Auszeichnungen in Serie und nennen unter ihren vielen CD-Schöpfungen auch ein goldprämiertes Album ihr Eigen.

Zwischen Polka, Marsch und Walzer

Ganz entsprechend dieser Vorgeschichte wurden die Weningser Geburtstagsgäste der »Oberhessischen 7«, unter ihnen einige von weit her angereiste Fans, mit einem Feuerwerk traditionell klingender, jedoch im Hintergrund innovativ angelegter Blasmusikstücke zwischen Polka, Walzer und Marsch bedient. Dazu gehörten der »Kaskadenmarsch« aus der Anfangszeit der Innsbrucker, die Dompfaff-Polka und »Für die Ewigkeit« von Harald Kobler, »Für alle Zeit«, »Mein bester Freund«, eine Polka als Hommage an die Dominikanischen Republik und als Krönung die »Böhmische Liebe« von Mathias Rauch. Dazwischen gab es kleine Abstecher in die österreichische Walzerkunde, einen Ausflug in die Romantik zu Felix Mendelssohn-Bartholdy, heitere Anekdoten aus dem Eheleben, präsentiert von Moderator Norbert Rabanser sowie erste Wetterauer Eindrücke zwischen Windrädern und Äppelwoi.

Tubist Gerhard Anker sorgte, wie die anderen Solisten auf ihrem Gebiet ebenfalls, für Gänsehautmomente mit seiner außergewöhnlichen sechsventiligen Miraphone-Tuba, die er zweistimmig und mit vielen magischen Obertönen erklingen ließ. Ein gleichermaßen fröhlicher wie beeindruckender Abend, der natürlich nicht ohne etliche Zugaben der sympathischen und spielfreudigen »Innsbrucker Böhmischen« zu Ende gehen konnte.

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