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Zum Umgang mit der Rotbuche

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Von: red Redaktion

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Am Tag des Waldes trifft sich ein kleiner Kreis. Eingeladen hatte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. © pv

Bad Salzhausen (red). Traditionsgemäß lädt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in Verbindung mit dem Forstamt Nidda am »Tag des Baumes« in den »Park der Bäume des Jahres« im Oberen Kurpark in Bad Salzhausen ein. Jährlich findet dort die Pflanzung des »Baumes des Jahres« statt. Durch die Corona-Pandemie konnte auch in diesem Jahr das jährliche Event mit Kaffee und Kuchen nicht wie gewohnt stattfinden.

Es trafen sich lediglich einige SDW-Vorstandsmitglieder sowie Helfer und Akteure.

Mit dabei waren in diesem Jahr der Niddaer Forstamtsleiter, Bernd Reißmann, und der Sachbereichsleiter und SDW-Vorstands-Mitglied, Anselm Möbs.

Auswahl erfolgte nicht zufällig

Der diesjährige »Baum des Jahres«, die Rotbuche, war bereits schon einmal im Jahr 1990 »Baum des Jahres«. Nicht zufällig hat man sie erneut ausgewählt. Hierdurch soll der Zwiespalt zwischen Verzweiflung und Hoffnung in der Klimakrise symbolisiert werden. Im Verlauf der Jahrtausende hatte sich die Buche in den hiesigen Regionen derart wohlgefühlt, dass sie zur dominanten Baumart wurde und die Römer in Furcht vor diesen dunklen Wäldern die hiesige Gegend Buchonia tauften. Das Buchenholz ist begehrtes Brennholz, es wurde früher in Wald-Glashütten mit angeschlossenen Köhlereien und Aschebrennereien zur Herstellung von Pottasche verwendet. Heute wird es überwiegend als Furnierholz, im Möbelbau für Fußböden, Treppen oder als Paletten sowie kleine Alltagsgegenstände benötigt. Die Buche neigt von Natur aus zur Bildung von Reinbeständen und schließt schnell den Kronenraum, sodass lichtbedürftige Baumarten keine Chance haben.

Am Fingerspitzengefühl der Forstleute liegt es, den lichtbedürftigen Baumarten im Rahmen von Pflege und Nutzung zu helfen, um einen artenreichen Mischwald zu erhalten. Beabsichtigt ist, auch weiterhin mit der Buche in Verbindung mit anderen klimaverträglichen Baumarten einen strukturreichen, gemischten Dauerwald zu erhalten.

SDW-Vorsitzender Wolfgang Eckhardt, pensionierter Forstmann, ergänzte, dass er die von einigen Naturschutzverbänden geforderten und von der Landesregierung unterstützen Maßnahmen zur großflächigen Waldstilllegung aufgrund des schnellen Kronenschlusses der Buche ablehnen müsse.

Buche sichert sich den Platz am Licht

Er könne einen damals vor über 50 Jahren vorhandenen Eichen-Buchen-Mischwald zeigen, der heute nur noch als reiner Buchenbestand existiere, da der lichtbedürftigen Eiche sowie anderen lichtbedürftigen Mischbaumarten nicht mehr geholfen wurde.

Gleichzeitig verwies Wolfgang Eckhardt auf Fehlentscheidungen von vor circa 40 bis 50 Jahren bei der Pflege von Grünland in Naturschutzgebieten. Damals durfte nur in der Zeit zwischen Mitte Oktober und Mitte Dezember gemäht werden. Das hatte zur Folge, dass nur die dominierenden Pflanzen übrig blieben und die weniger dominierenden abstarben. Außerdem musste das Futter auf der Deponie entsorgt werden.

Jetzt habe man diesen Fehler korrigiert. Beim Wald werde man heutige Fehlentscheidungen allerdings erst in Jahrzehnten erkennen.

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