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Zwei Schecks für »Hessen hilft« aus Büdingen

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cwo_TENspende1_140422_4c © Oliver Potengowski

Einen fünfstelligen Betrag kann der Verein »Hessen hilft« für seine Ukraine-Hilfe einsetzen dank zweier Spendenschecks der Stadt Büdingen und einer Rinderbügener Bürgerinitiative.

Büdingen/Rinderbügen (ten). Das Schicksal der Ukraine nach dem Überfall Russlands löst auch in der Region eine große Welle der Hilfsbereitschaft aus. Tobias Greilich konnte für die Aktion »Hessen hilft« innerhalb weniger Tage in Büdingen gleich zwei Geldspenden entgegennehmen. Bei der Übergabe erläuterte Greilich, dass solche Geldspenden helfen, Sachspenden in die Ukraine zu transportieren.

»Ich kann aus 3000 Euro 100 000 Euro machen, indem ich Sachspenden hole«, erklärte er, als er in Rinderbügen einen symbolischen Scheck über 1700 Euro überreicht bekam. »Hessen hilft« könne bei zahlreichen Unternehmen Sachspenden einwerben. Doch jeder Transport in die Ukraine koste 4000 bis 5000 Euro. Durch die Geldspenden an den Verein ließen sich diese Transporte finanzieren.

Je vier Stunden backen und Verkauf

»Wir könnten nichts tun, wenn wir nicht viele kleine Initiativen hätten, die hinter uns stehen«, betonte Greilich. Wenige Tage bevor »Hessen hilft« in Rinderbügen die Spende über 1700 Euro bekam, hatten ihm Büdingens Erste Stadträtin Katja Euler und Bürgermeister Benjamin Harris eine Spende der Stadt über 20 000 Euro überreicht. Unter dem Eindruck des Angriffs Russlands auf die Ukraine und der Berichte über das Leid der Zivilbevölkerung hatten sich Magistrat und Stadtverordnete kurzfristig zu der Unterstützung entschlossen.

Die Berichte aus der Ukraine spornten auch das Backhausteam in Rinderbügen an, eine Hilfsaktion zu starten. »Vier Stunden backen, vier Stunden verkaufen, da hat jeder Spaß dabei gehabt«, berichtete Ortsvorsteher Karsten Farr. Der von Michael Masche organisierten Initiative hätten sich auch andere Vereine und Personen, wie die Landfrauen, die Jagdgenossenschaft, die Erdinger Weißbierfreunde sowie die Bäckereien Wolfgang Naumann aus Kefenrod und Stefan Fischbach aus Bessenbach angeschlossen, um ebenfalls zu helfen.

Greilich erklärte, dass sich die Aktion »Hessen hilft« in den 90er Jahren am Wolfgang-Ernst-Gymnasium gegründet habe, um Menschen zu unterstützen, die durch die Kriege bei der Auflösung Jugoslawiens in Not geraten waren. Seitdem habe der Verein immer wieder in Krisensituationen geholfen. So hatte »Hessen hilft« erst vor wenigen Monaten begonnen, Sachspenden für den Wiederaufbau im Ahrtal nach der Flutkatastrophe zu sammeln.

Vorteil: Verein hat Kontakte im Land

Dass der Verein den ehemaligen OBI-Markt in Büdingen dafür als Lager überlassen bekam, erwies sich jetzt als Glücksfall. So konnte »Hessen hilft« weitere Sachspenden für die Ukraine einwerben. Inzwischen hat der Verein hier rund 150 Paletten Hygienematerial eingelagert.

»Im Moment kommt fast keine Hilfslieferung in die Ukraine, außer sie war vorher schon da«, erklärte Greilich, warum Spenden an »Hessen hilft« sinnvoll sind. Denn der Verein habe schon länger Kontakte in das Land und entsprechende Verbindungen und Erfahrungen. »Der einzige Weg in die Ukraine ist, indem ich ukrainische Lkw-Fahrer hole.« Von den Hilfsgütern käme ein Drittel in die staatliche Verteilung, den Rest übergebe »Hessen hilft« an selbst ausgewählte Projekte. Dabei arbeite der Verein mit mehreren örtlichen Partnern zusammen, um mehr zu erreichen.

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cwo_TENspende_140422_4c © Oliver Potengowski

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