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Am Ausleger des Krans ist die Hebebühne montiert, an der es nach oben ging.

St. Katharina

Wetterhahn und Kranz in 35 Metern Höhe befestigt

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Er ist wieder oben auf der Turmspitze, der goldene Wetterhahn von St. Katharina: da, wo er hingehört. Mit schwerem Gerät wurde er an seinen Ort gebracht, mit gegrillten Hähnchen das Ereignis gefeiert. Nur das Wetter blieb etwas trübe.

Mehr als acht Monate ist es her, dass der goldene Wetterhahn und das Kreuz bei einem Sturm am 18. Januar dieses Jahres in den Hof der Unterkirche von St. Katharina stürzten. Zum Glück waren dabei keine Menschen verletzt worden. Der Sachschaden wurde später mit 8000 Euro beziffert. Aber die Aufregung war groß, und in der Kurstadt gab es reichlich Gesprächsstoff.

Jetzt dreht sich der Wetterhahn nach der Reparatur bei dem Kunstschlosser und Restaurator Götz Bormuth in Groß-Umstadt wieder im Wind. Es war aber ein hartes Stück Arbeit, als das rund 60 Kilogramm schwere Wahrzeichen der Kirche wieder auf seinen Platz 35 Meter hoch gelegenen gesetzt wurde.

Der Hahn und das Kreuz lehnten zunächst sorgsam verpackt und verschnürt an der Kirchenwand. Runter gestürzt waren Hahn und Kreuz mit der Wucht des Sturmtiefs Friederike ruckzuck. Aber jetzt musste der schwere Koloss wieder hinaufgeschafft werden. Keine leichte Sache. Der von Goran Dadic gesteuerte Kranwagen mit Hebebühne vom Kelkheimer LG-Verleih Gerd Lehmann stand pünktlich bereit.

Nach einigen Vorarbeiten, die Kunstschlosser Götz Bormuth und der Dachdecker und Spengler Thorsten Nitsche von der Mammolshainer Firma Rollinger in luftiger Höhe erledigten, wurden der goldene Hahn und das Kreuz an die Hebebühne gebunden und nach oben gehievt.

Goran Dadic lenkte die Hebebühne mit den Arbeitern und der schweren Last sorgsam an die richtige Stelle, so dass Kreuz und Hahn in die Öffnung auf der Kirchturmspitze wieder eingesetzt werden konnten. In knapp zwei Stunden war die Aktion beendet. „Da oben ist es ganz schön windig“, sagte Thorsten Nitsche, als er nach getaner Arbeit wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Die Kälte an diesem frühen Morgen war wohl auch der Grund, dass nur eine Handvoll Schaulustiger die Rückkehr des Hahns verfolgten. Zu den Beobachtern zählten die beiden 78 Jahre alten Erich Grötsch und Franz Dietz, die 1957 als Lehrlinge mit dabei waren, als der Wetterhahn in der Schlosserei der früheren Much AG vergoldet wurde (das Kreisblatt berichtete). Sie durften den Wetterhahn nach gelungenem Werk auf der Hebebühne aus nächster Nähe in luftiger Höhe an seinem alten und neuen Standort bewundern.

Hans Schaefer, Mitglied des Verwaltungsrates der Kirchengemeinde und für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten zuständig, atmete zufrieden auf. Er blickte nach dem Ende der Aktion in die Höhe und sagte: „Jetzt ist es geschafft. Solange der Hahn da war, hielten das alle für eine Selbstverständlichkeit. Als er fort war, war er in aller Munde.“

Auf jeden Fall war die Rückkehr des goldenen Hahns ein Grund zum Feiern – und das verbunden mit einem wunderbaren Motto der „Einladung zu Hahn & Hähnchen“. Leider störten am Dienstagmorgen die Kälte und der Regen auf dem Kirchplatz. Aber die gegrillten Hähnchen schmeckten bei dem Fest, zu dem der Vorsitzende des Ortsausschusses Bad Soden der Pfarrei St. Marien und St. Katharina, Gabriel Kruppa, und die Vorsitzende des Fördervereins der katholischen Kirche Bad Soden, Carola Zimmermann, begrüßten. Der Erlös aus dem Hähnchen-Schmaus und dem Verkauf von Getränken kommt dem Förderverein zugute.

Pfarrer Alexander Brückmann segnete das Kreuz und den Hahn und stimmte zur Feier des Tages den Kanon „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn“ an.

Froh über die Rückkehr des Hahns ist auch Lissy Schmidt, die sich an die Einweihung der Kirche im Jahr 1957 erinnerte: „Es war ein großes Fest mit Bischof Wilhelm Kempf und Pfarrer Georg Sturm, und ich habe ein Banner getragen. Ich war damals 17 Jahre alt.“

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