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Wolf tappt in Fotofalle: Die Tiere werden in Hessen wieder stärker heimisch. Das ist eine Gefahr für Schafe.

Sprunghafter Anstieg

Schäfer in großer Sorge: Der Wolf erobert Hessen 

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Schäfer klagen über mehrere gerissene Tiere und berichten von Panik und Wut. Denn ihnen sind die Hände gebunden.

Wiesbaden - Viele Schäfer in Hessen zeigen sich besorgt über den Vormarsch des Wolfes. "Sie haben Angst und sind verärgert, dass dem Wolf einfach freier Lauf gelassen wird", sagte Hubertus Dissen, Zweiter Vorsitzender im Hessischen Verband für Schafzucht und -haltung. Die Tiere sind in Deutschland geschützt und dürfen nicht gejagt werden.

Die Sichtungen und Nachweise von Wölfen in Hessen seien in diesem Jahr sprunghaft gestiegen, wie die Wolfsbeauftragte Susanne Jokisch vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie berichtet. In diesem Jahr wurden bis Mitte November bereits rund 30 Nachweise registriert. Die meisten Wölfe wurden in Nord-, Ost- und Mittelhessen nachgewiesen. Im Vorjahr gab es landesweit gar keinen Nachweis, 2017 waren es fünf gewesen.

Wolf galt einst als ausgerottet

Mitte des 19. Jahrhunderts galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet. Erst nach dem Mauerfall kamen mehrere Tiere über Polen nach Deutschland zurück, Anfang der 1990er wurden die ersten Wölfe in Brandenburg entdeckt.

Wölfe können auf ihren Streifzügen in einer einzigen Nacht mehr als 70 Kilometer zurücklegen. Sie fressen Rehe, Rothirsche und Wildschweine. Bei den Nutztieren sind sie vor allem auf Schafe und Ziegen aus. Doch im Vogelsberg wurde im September auch mindestens ein neugeborenes Kalb durch einen Wolf gerissen.

Das hessische Umweltministerium teilte mit: "Auch wenn in den letzten Monaten vermehrt Wölfe nachgewiesen wurden, kam es bisher in Hessen nur sehr vereinzelt zu Nutztier-Rissen durch Wölfe." Wölfe haben 2019 laut Jokisch in etwa zehn Fällen Nutztiere verletzt oder getötet, etwa Schafe oder Kälber. Die häufigste Beute sind aber weiterhin Wildtiere, insbesondere Rehe, so Jokisch. Zu den Rissvorfällen sagt die Biologin: "Jeder Fall ist schrecklich und bedauernswert. Ich kann die Sorgen der Schafzüchter gut verstehen." 

Wolf in Hessen: Schäfer kommen die Tränen

Hobby-Schäfer Karl-Heinz Meckbach (70) holte sich bei Berufsschäfer Anton Göbel (66) in Spangenberg-Herlefeld Rat. Als er ihm Fotos seiner getöteten Tiere zeigt, kommen ihm die Tränen. Auf einem Bild ist ein Schaf mit zerfleischter Kehle zu sehen. "Als ich das Tier entdeckt habe, brachen Panik und Wut in mir aus", sagt Meckbach, "ich bin immer noch völlig mitgenommen." Er verlor an dem Tag zwei Schafe, zwei weitere mussten verletzt eingeschläfert werden, sagt er.

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In Fachkreisen ist eine Diskussion entbrannt, wie etwa Schafhalter ihre Tiere schützen können. Die Behörden empfehlen bei mobilem Betrieb mindestens 90 Zentimeter hohe Stromzäune. Doch nach Ansicht des Schäferverbands reicht das nicht. Wölfe seien in der Lage, sie zu überspringen. Doch höhere Zäune seien in der alltäglichen Handhabung schwierig. Die Schäfer hätten nun Probleme, ihre Tiere zu schützen. Das Land versichert, den Schäfern beratend zur Seite zu stehen und stellt Geld für die Prävention bereit. Betroffene Schäfer können auch entschädigt werden.

Dass Menschen bei einem Waldspaziergang auf einen Wolf treffen, ist unwahrscheinlich - und kein Grund zur Panik. Es gelten die allgemeinen Grundregeln für den Umgang mit Wildtieren, erklärt der Naturschutzbund Deutschland. Das bedeutet: respektvoll Abstand halten, nicht hinterherlaufen, nicht füttern und Jungtiere keinesfalls anfassen. Wölfe ziehen sich gewöhnlich zurück, wenn sie auf Menschen treffen. Mit lautem Rufen und Klatschen lassen sie sich verscheuchen.

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