+
Schäfer demonstrieren mit Alpakas für mehr Schutz vor Wölfen.

Alpakas auf der Straße 

Grünen-Ministerin bei ungewöhnlicher Demo von Hunderten ausgebuht 

Mehrere Hundert Teilnehmer waren bei einer Demonstration in Wiesbaden auf der Straße. Sie hatten auch eine ungewöhnliche tierische Begleitung. 

  • Demonstration in Wiesbaden
  • Schäfer in traditioneller Kluft fordern mehr Schutz vor dem Wolf
  • Weidetierhalter haben ungewöhnliche Begleitung

Wiesbaden - Vor rund 150 Jahren wurde der Wolf in Deutschland ausgerottet. Mittlerweile ist er wieder in Deutschland verbreitet, auch in Hessen gibt es immer wieder Wolfs-Sichtungen. Doch nicht alle freuen sich über den Rückkehrer: Einige hundert Schäfer haben am Mittwoch (15.01.2020) in Wiesbaden für mehr Schutz ihrer Herden vor Wölfen auf die Straße gegangen. Die Tierhalter fürchten Risse ihrer Schafe durch den Wolf, nachdem es zuletzt immer mehr Nachweise von Wölfen in Hessen gibt, wie die Deutsche-Presse-Agentur (dpa) mitteilt. 

Einige hundert Schäfer demonstrieren in Wiesbaden.

Demo in Wiesbaden: Schäfer in traditioneller Kluft auf der Straße 

Auf den Plakaten der Schäfer stand unter anderem "Koexistenz geht nur mit uns!"oder  "Wolf wir brauchen dich nicht hier". Viele der Tierhalter kamen zu der Demonstration in Wiesbaden in ihrer traditionellen Kluft mit dem typischen großen Hut, langen Mantel und Stock. Zum Start der Demonstration am Bahnhof waren auch Alpakas mit dabei. Diese Tiere werden häufig zum Herdenschutz eingesetzt.

Später war eine Kundgebung in der Innenstadt geplant. Agrarministerin Priska Hinz (Grüne) wird zudem ein Forderungskatalog übergeben. Die Ministerin wurde bei ihrer Rede vor mehreren hundert Teilnehmern in Wiesbaden mehrfach kräftig ausgebuht. "Wir müssen alle lernen, mit dem Wolf zu leben", hatte die Grünen-Politikerin erklärt und damit für einen Entrüstungssturm gesorgt. Die zugesicherte Erhöhung der Fördermittel des Landes für bessere Schutzmaßnahmen wie Elektrozäune wurde von den Schäfern als zu gering bezeichnet und als "Almosen" und "Augenwischerei" lautstark kritisiert.

Mit verschiedenen Schildern fordern die Schäfer mehr Schutz vor Wölfen.

Wiesbaden: Schäfer kritisieren entstehende Mehrkosten durch den Wolf

Die Schäfer kritisieren bei der Demonstration in Wiesbaden vor allem die finanziellen Schäden durch gerissene oder verletzte Tiere. Auch die Investitionen in stärkere Schutzmaßnahmen sowie ein höherer Kontrollaufwand kämen durch die Rückkehr des Wolfes auf sie zu. Experten schließen nicht aus, dass erstmals seit längerer Zeit wieder ein Wolf in Hessen heimisch werden kann. 

Von Lukas Reus mit dpa 

Bei einer Demonstration von Landwirten in Wiesbaden wurde eine Person schwer verletzt. Der Teilnehmer krachte mit seinem Traktor mit einem Lkw zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare