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Der hessische Innenminister Peter Beuth will die Gefahr durch IS-Rückkehrer mit einem Projekt eindämmen.

Projekt soll Fürsorge und Deradikalisierung gewährleisten

Kinder von IS-Kämpfern sollen in Hessen integriert werden

Das erste deutsche IS-Kind wurde vor wenigen Tagen nach Hessen zurückgeholt. Weitere werden folgen. Die Landesregierung hat ein Projekt ins Leben gerufen, um den traumatisierten Kindern zu helfen und sie - wenn nötig - zu deradikalisieren.

Wiesbaden –  Erstmals wurden in dieser Woche Kinder von deutschen IS-Kämpfern aus Syrien zurückgeholt. "Eines davon ist in Hessen geblieben", bestätigt der hessische Innenminister Peter Beuth im Interview mit der Frankfurter neuen Presse. Nach Informationen unserer Zeitungsgruppe lebt es bei Verwandten in Kassel.

Beuth hält es für unwahrscheinlich, dass von minderjährigen Syrien-Rückkehrern eine Gefahr ausgeht. "Bei den Kindern ist das erstmal keine Sicherheitsfrage, sondern eine Frage der Fürsorge", sagt der CDU-Politiker. Die meisten von ihnen seien Waisen und brauchten Hilfe.

Deradikalisierung der Kinder 

Hessen habe sich mit dem Projekt "Rückkehrkoordinierung" auf die Aufnahme der Kinder vorbereitet. Mit Unterstützung des Bundes seien beim Landeskriminalamt (LKA) zwei zusätzliche Stellen geschaffen worden, um die Fälle "ganzheitlich zu betreuen". Dazu würden Polizei, Verfassungsschutz, Jugendämter, Jobcenter sowie soziale und psychologische Dienste zusammengeschaltet. Schon bevor ein Kind in Hessen ankomme, würden alle beteiligten Stellen darüber informiert, betont der Innenminister. Um die Deradikalisierung der Kinder kümmerten sich Spezialisten beim "Violence Prevention Network", "die Jugendliche vom Abgleiten in den Fanatismus abhalten" können.

Anders ist die Lage bei erwachsenen Rückkehrern: "Unser Ziel ist es, jeden Syrienreisenden, der auf der Seite des IS gekämpft hat, hinter Gitter zu bringen", so Beuth.

Das gesamte Interview mit Pether Beuth liesen Sie hier. 

Von Christiane Warnecke 

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