Zwei Frauen wegen Mordversuchs vor Gericht
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Die Drohungen gegen hessische Gerichte nehmen zu

Besorgniserregende Zahlen

Bombendrohungen bei hessischen Gerichten - Fälle nehmen zu

Im Vergleich zu vergangenen Jahren gab es 2019 mehr Bombendrohungen an hessischen Gerichten. Auch andere Gewaltvorfälle häufen sich. 

Wiesbaden – Die Zahl der Bombendrohungen bei hessischen Gerichten ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Das ging aus einer Anfrage der FDP-Landtagsfraktion beim Justizministerium hervor. 

Während im Jahr 2015 noch eine Bombendrohung ausgesprochen wurde, waren es 2019 bislang neun, je zweimal in Darmstadt und Frankfurt. Dort war im Mai eine in englischer Sprache verfasste E-Mail eingegangen. Das Gebäude musste geräumt werden. 

Wiesbaden: Immer mehr Bombendrohungen an Gerichten 

Neben den häufigeren Bombendrohungen gab es in diesem Jahr den Angaben zufolge bereits drei Fluchtversuche von Angeklagten während Verhandlungen, nämlich in Fulda, Wetzlar und Korbach. Am Landgericht Darmstadt warf ein Angeklagter mit Stühlen und Taschen im Gerichtssaal. 

Wiesbaden: Waffen und Gegenstände an Gerichten entdeckt 

Auch bei Kontrollen finden sich immer wieder verdächtige Objekte. Seit dem Jahr 2017 wurden folgende Gegenstände bei Kontrollen festgestellt: 

  • Seit 2017 wurden bei Einlasskontrollen bei den hessischen Amts- und Landgerichten ca. 9130 Waffen festgestellt. Dazu zählen auch Dienstwaffen von Angehörigen des öffentlichen Dienstes.
  • Bei Einlasskontrollen an hessischen Verwaltungs-, Sozial-, Arbeitsgerichten und dem hessischen Finanzgericht wurden keine Waffen festgestellt.
  • Insgesamt wurden an Amts- und Landgerichten auch 67.580 gefährliche Gegenstände festgestellt. Dazu zählen unter anderem Taschenmesser, Pfefferspraydosen, Nagelscheren und Haarspraydosen. 
  • An den Verwaltungs-, Sozial-, Arbeitsgerichten und dem hessischen Finanzgericht wurden ca. 3.070 gefährliche Gegenstände bei Einlasskontrollen festgestellt.
red

Insgesamt ist die Kriminalität in Hessen rückläufig. Sie sank im Jahr 2018 erneut, wie aus der Kriminalstatistik der hessischen Polizei hervorgeht. Mit rund 373.000 Straftaten wurden knapp 1 Prozent weniger gezählt als im Vorjahr 2017. Zehn Jahre zuvor, im Jahr 2008, waren noch mehr als 407.000 Straftaten registriert worden. Die Gefahr, in Hessen Opfer von Kriminalität zu werden, ist im Jahr 2018 so gering wie seit 40 Jahren nicht mehr, heißt es vom Innenministerium. 

In Hanau ist eine anonyme Drohung im Justizzentrum eingegangen. Die Polizei war vor Ort und durchsuchte das Gebäude.

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