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Wildschweine toben durch die Innenstadt von Wiesbaden. (Symbolbild)

Ganze Rotte unterwegs

Wildschweine machen Wiesbadener Innenstadt unsicher - Nicht die erste Sichtung 

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  • Svenja Wallocha
    Svenja Wallocha
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In Wiesbaden wird eine Gruppe von Wildschweinen gesichtet. Die Polizei rückt aus. Es ist nicht die erste Sichtung in der Stadt. 

Update vom 21.10.2019, 13.53 Uhr: Am vergangenen Freitag (18.10.2019) hielt eine Wildschwein-Rotte in Wiesbaden Polizei und Anwohner auf Trab. Ein Bürger hatte die 20 Tiere in den frühen Morgenstunden entdeckt, wie sie gemütlich an der Rheinstraße umherliefen. Ein Großeinsatz der Polizei folgte.

Es war jedoch nicht die erste Sichtung dieser Tiere in Wiesbaden. Bereits vor etwa zwei Jahren, im August 2017,  gab es einen ähnlichen Vorfall. Damals bahnte sich ein Tier seinen Weg durch die Straßen. Ein Passant hielt das Ereignis in einem Video fest. Es landete schließlich bei YouTube und wurde wenig später auch bei vielen Nachrichtensendungen gezeigt. Das junge Wildschwein wurde damals von einem Mitarbeiter der Jagdbehörde erschossen. 

Wildschweine in Wiesbaden: Nicht die erste Begegnung in der Innenstadt

Laut einem Bericht von faz.net hat das Ordnungsamt Wiesbaden in diesem Jahr bereits 15 Fälle notiert, bei dem privates oder städtisches Eigentum von Wildschweinen beschädigt wurde. Da jedoch nicht alle Fälle förmlich aufgenommen werden, geht das Amt von einer höheren Zahl aus. Zweimal im Monat, so schätzt die Behörde, richten die Wildschweine Schäden an. Das sind rund ein Viertel mehr Vorfälle als noch in 2018.

Wie der Pressesprecher des hessischen Landesjagdverbands in dem Bericht sagt, seien auch häufig Anwohner dafür verantwortlich, dass Wildschweine in die Städte vordringen. Herumliegender Grünschnitt, große Komposthaufen oder Mais, der für Gänse ausgestreut wird, locken die Tiere an. Ein anderer Grund ist das Klima, durch das die Population wächst. Außerdem wird der Lebensraum durch die Ausdehnung der Städte immer kleiner. 

Wiesbaden: Wildschweine machen Kurpark unsicher

Erstmeldung vom 18.10.2019: Wiesbaden - Ein Wiesbadener Bürger machte in den frühen Morgenstunden mitten in der hessischen Landeshauptstadt eine Begegnung der besonderen Art. Als der Mann gegen 2.45 Uhr in der Innenstadt unterwegs war, stand er auf einmal vor Wildschweinen.

Die Rotte, die aus mindestens 20 Exemplaren bestand, hielt sich im Bereich der Rheinstraße und der Wilhelmstraße auf - laut eines Polizeiberichts ganz „gemütlich“ und wohl friedlich, zumindest ohne von dem Wiesbadener Bürger allzu große Notiz zu nehmen.

Wiesbaden: Polizei rückt aus, Wildschweine flüchten Richtung Kurpark

Der alarmierte aber trotzdem und wohl auch zur eigenen Sicherheit die Polizei. Die Einsatzkräfte aus Wiesbaden nahmen die Sache ernst und entsandten mehrere Polizeistreifen, die darüber hinaus von der Stadtpolizei unterstützt wurden.

Allem Anschein nach hatten die Wildschweine aber im Vorfeld doch etwas ausgefressen. Wie sonst ist zu erklären, dass die ganze Rotte Reißaus nahm, kaum waren die Streifenwagen an besagtem Ort eingetroffen. Die Wildschweine versuchten, sich der polizeilichen Kontrolle zu entziehen und flüchteten in Richtung Norden in den Park „Warmer Damm“, an dessen nördlichem Ende sich das Hessische Staatstheater sowie das Kurhaus befindet. Die Beamten nahmen umgehend die Verfolgung der flüchtenden Tiere auf.

Wiesbaden: Wildschweine entkommen der Polizei

Es entwickelte sich eine Verfolgungsjagd in Richtung Westen, die die flinken Wildschweine alsbald für sich entscheiden konnten. Im Kurpark verloren die Einsatzkräfte schließlich den Sichtkontakt und die Tiere flüchteten im Schutz der Parkanlagen in die morgendliche Dunkelheit.

Laut des Polizeiberichts bestand für die knapp 276.000 Bürgerinnern und Bürger der Landeshauptstadt Wiesbaden zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr. Die zuständige „Untere Jagdbehörde“ mit Sitz in Frankfurt am Main wurde über den nächtlichen Ausflug der Rotte informiert.

Wiesbaden: Paarungszeit der Wildschweine ab November, Frischlinge im Frühjahr

Wildschweine stehen kurz vor dem Beginn ihrer Paarungszeit. Bachen und Keiler kommen ab November bis Januar zusammen und lassen der Natur freien Lauf. Etwa vier Monate später - im Frühjahr - bringen die Bachen bis zu sechs Frischlinge zur Welt. Dann gelten die Muttertiere als besonders gefährlich für den Menschen.

Der Wildschwein-Bestand in Hessen wird durch gezielte Jagd kontrolliert - so geschehen Anfang des Jahres im Grundwald* zwischen dem Ortsteil Walldorf und dem Frankfurter Flughafen.

Ein Falschparker steht in Wiesbaden einem Linienbus im Weg. Doch der Mann dreht völlig durch, als ein Busfahrer ihn bittet, wegzufahren.

In Wiesbaden sind in gleich zwei Linienbussen Schlägereien eskaliert. Die Polizei sucht nun nach Zeugen.

(red)

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