Wissenschaftler fordern Gedankenfreiheit

Hochschulpräsidenten, aber auch Politiker haben sich solidarisch mit dem Rektor der katholischen Hochschule St. Georgen gezeigt. Sie kritisierten die faktische Absetzung des Gelehrten.

Hochschulpräsidenten, aber auch Politiker haben sich solidarisch mit dem Rektor der katholischen Hochschule St. Georgen gezeigt. Sie kritisierten die faktische Absetzung des Gelehrten. Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, stellt fest: „Manchmal entsteht der Eindruck, im Rom gäbe es doch noch Leute, die glauben, die Erde sei eine Scheibe“. An ihrer Seite kritisiert Prof. Frank Dievernich, Präsident der Frankfurter Fachhochschule: „Mit diesem Verhalten verliert die katholische Kirche den Anschluss an die vielfältige Gesellschaft, in der wir leben. Wir sind entsetzt, dass in die Freiheit einer Frankfurter Wissenschaftsinstitution eingegriffen wird.“

Für Prof. Niels Stieglitz, Präsident und Geschäftsführer der Frankfurt School of Finance & Management, zeigt der Fall „einmal mehr, dass Religion nicht in die Freiheit der Wissenschaft eingreifen darf.“ Und Prof. Eva Schwinghammer, Präsidentin der Provadis School of International Management and Technology AG, unterstreicht: „Die Freiheit der Gedanken, auch der schriftlich verfassten, ist unantastbar und darf nicht sanktioniert werden.“

Der Stadtverordnete und Katholik Christian Becker (CDU) nennt es „einen Skandal, dass ein Teil der Kurie Wucherpfennig aus dem Amt entfernen und zum Widerruf zwingen will“. Die Grünen-Politikerin Mirjam Schmidt betont, dass Wucherpfennig nichts anderes getan habe, als homosexuellen Menschen ein Mindestmaß an Anerkennung zuzugestehen. rem

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