Stadtverordnete geben grünes Licht

Wohnungsbau auf dem alten Bolzplatz in Marxheim

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Die Bebauung des ehemaligen Fußballfeldes am Thüringer Weg ist unter Dach und Fach. Das Stadtparlament stimmte dem Bebauungsplan zu, gegen die Stimmen der Wählergemeinschaft Wallau.

Die sonst diskussionsfreudige Hofheimer Stadtverordnetenversammlung wollte dieses Thema gar nicht mehr groß besprechen, es wurde alsbald abgestimmt. Das hat zwei Gründe: Erstens sind alle Argumente so oft ausgetauscht, dass wohl niemandem mehr ein neuer Aspekt einfällt. Und zweitens sind sich die Linken, oft genug die schärfsten Gegner der Pläne der Verwaltung, diesmal mit der Mehrheit einig, dass das einstige Bolzplatzgelände am Thüringer Weg mit Wohnungen bebaut werden soll.

Auf dem Grundstück wird die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) ein Mehrfamilienhaus hochziehen. Der Ortsbeirat hatte das Gelände vorgeschlagen, als der Magistrat stadtweit nach Grundstücken für Flüchtlingsunterkünfte suchte. Solche werden zwar nicht mehr gebraucht, preiswerte Wohnungen schon.

Das Gelände gilt als geeignet, weil es im Besitz der Stadt ist und nebenan bereits Mehrfamilienhäuser stehen. Außerdem darf es als Bolzplatz nicht mehr genutzt werden, weil es zu dicht an den Nachbarhäusern steht. Nachbarn hatten sich wegen des Lärms beschwert, die Stadt ließ daraufhin schon vor Jahren die Tore abbauen. Eine Unterschriftensammlung gegen die Bebauung wurde dann damit begründet, dass das Grundstück sehr wohl weiter als Bolzplatz genutzt und gebraucht würde – in der Politik wurde dies unterschiedlich eingeschätzt. Fakt ist, dass es der Stadt in vielen Jahren Suche nicht gelungen ist, ein Ersatzgrundstück für den Bolzplatz zu finden.

Im Bebauungsplanverfahren waren zuletzt noch zwei andere Einwände vorgetragen worden. Nachbarn hätten sich gut den Bau eines Spielplatzes vorstellen können. Der Magistrat hat darauf mit dem Hinweis auf das vor einigen Jahren erarbeitete Spielplatzkonzept für Hofheim-Süd und Marxheim reagiert. Dabei habe sich gezeigt, dass es überall in Marxheim für alle Altersgruppen in angemessener Entfernung Spielplätze gebe.

Andere Nachbarn fürchten, zusätzliche Wohnungen könnten die Kanalisation überfordern. Dazu hat der Magistrat erklärt, dass für das neue Haus ein neuer Kanal verlegt werden soll. Das Wasser fließe gar nicht in die Rohre im Thüringer Weg, wo nach Darstellung der Anwohner bei Starkregen Kanaldeckel nach oben gedrückt wurden. Im Übrigen sei es wirtschaftlich und technisch nicht möglich, Kanäle zu bauen, die jedem Starkregen gewachsen sind, heißt es dazu.

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