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Clown ?Filou? sorgte als Feuerschlucker und auf dem Hochrad für Unterhaltung beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen des Mehrgenerationenhauses.

Feier

Zehn Jahre Mehrgenerationenhaus im Kreml Kulturhaus

Das Mehrgenerationenhaus (MGH) im Kreml Kulturhaus, Zollhaus, feierte am vergangenen Samstag das zehnjährige Bestehen. Im Beisein vieler Ehrengäste – darunter Landrat Frank Puchtler (SPD) – wurde das Jubiläum mit einem stimmungsvollen Festakt begangen.

Silke Löhr, Koordinatorin im MGH sowie im „Haus der Familie“, erläuterte gegenüber dieser Zeitung die Bedeutung des MGH in Zeiten des demografischen Wandels. „Es ist notwendig, Einrichtungen wie das Mehrgenerationenhaus hier im Kreml zu erhalten, damit das Zusammenleben in einer ländlich geprägten Region, auch vor dem Hintergrund, den demografischen Wandel zu gestalten, weiterhin funktioniert.“ Ehrenamtliches Engagement vieler Menschen aus der Region wird dabei „groß“ geschrieben. „Als Informations- und Dienstleistungseinrichtung für Menschen jeden Alters, jeder Herkunft und Religion sei das MGH 2008 installiert worden und nun nicht mehr wegzudenken“, erläuterte Roger Schimanski, Leiter des überregional beliebten Kulturzentrums.

Löhr, die auch für das Rahmenprogramm der Veranstaltung verantwortlich war, berichtete darüber hinaus von zahlreichen durchgeführten und von bevorstehenden Vorträgen, Workshops und kulturellen Veranstaltungen, die im Mehrgenerationenhaus geboten werden.

„Wir verstehen uns als ein Haus der Begegnung und versuchen, Menschen zusammenzubringen, die im Alltag wenige Berührungspunkte haben. Alt und Jung, Arm und Reich, Deutsche und Angehörige andere Nationalitäten“, so die Diplom-Sozialpädagogin. „Das Mehrgenerationenhaus spannt ein Netz über die gesamte Region.“ Um solche Begegnungen zu ermöglichen, hält das MGH eine Vielzahl an generationen- und kulturübergreifenden Angeboten in den Bereichen Bildung, Kultur, Bewegung und Freizeit vor. „Von der Krabbelgruppe bis hin zur Seniorengymnastik treffen sich hier wöchentlich zahlreiche Menschen“, zog Löhr eine positive Bilanz, zu der auch das Kulturcafé, die Betreuungsangebote für demenzkranke Menschen und die PC-Lotsen zählen.

Weitere Kurse wie Wirbelsäulengymnastik oder autogenes Training sind ebenso im Programm. „Jedes Jahr bringt neue Herausforderungen und Themen mit sich. Mal haben wir finanzschwache Familien im Fokus, dann Flüchtlinge“, sagte Löhr abschließend und garantierte, an der von Landrat Puchtler formulierten „Erfolgsstory“ weiter arbeiten zu wollen.

Dies hat zur Folge, ständig an neuen Konzepten zu arbeiten. Stillstand gibt es im MGH nämlich nicht. Um daher künftig noch detaillierter auf die Bedürfnisse der Gäste eingehen zu können, hat das Kreml Kulturhaus im Rahmen der Freizeit- und Kulturforschung im ländlichen Raum zwischen Lahn und Aar aktuell eine Umfrage geschaltet. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite .

Der Festakt an sich war – typisch für das MGH im Kreml – in einen Tag mit einem kunterbunten Programm integriert. Im Rahmen des rheinland-pfälzischen Kultursommers 2018, der sich der Industriekultur widmet, führte der Traktorverein Ackerkralle eine originale Dampfmaschine der Firma Marshall aus dem Jahr 1881 vor, im Kellergewölbe erfreuten sich die Menschen der „Symphonie der Maschinenklänge“, einem besonderen Klangerlebnis. Im Café Zeitlos konnte ein Demenzparcours absolviert werden, im Kino stand ein Beitrag vom „demografischen Wandel im Film“ auf dem Programm. Der Clown „Filou“ sorgte für Begeisterung. Auf der Open-Air-Bühne rockte die Wiesbadener Band „Frau Doktor“ im Ska-Stil, danach glühten die Plattenteller der Kreml-DJs Manfred Kessler und Thomas Lawetzky, die für tanzbaren Rock, Funk und Soul sorgten.

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