Waldbrandgefahr

Zweithöchste Alarmstufe wegen Trockenheit ausgerufen

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Das „Ü30“-Wetter geht weiter. Die Natur wird immer trockener und die Waldbrandgefahr steigt. Die Forstämter sind zwar nicht in Panik, raten aber jedem, der in Wald und Flur unterwegs ist, zu erhöhter Wachsamkeit und vor allem Vernunft.

„Wenn wir Glück haben, gibt es am Wochenende vielleicht das eine oder andere kleinere Gewitter. Ich fürchte aber, es geht nächste Wochen genau so weiter“ – Forstoberrat Bernd Müller, Leiter des Forstamtes Weilrod, bereitet die seit langem anhaltende und sich durch die immer heißer werdenden Tage weiter verstärkende Trockenheit in Wald und Flur Sorge. Derzeit herrscht im Forstamtsbereich die zweithöchste Alarmstufe.

Die höchste Stufe musste nach Müllers Erinnerung aber seit vielen Jahren nicht mehr ausgerufen werden, nicht einmal im besonders trockenen Jahr 2003. Dramatischer und gefährlicher sei die Lage im hessischen Ried und in Südhessen, in den höheren Regionen des Taunus ist die Situation nicht so dramatisch. Auch wenn es hier von Tag zu Tag im wahrsten Sinne „brenzliger“ wird, ist man im Forstamt nicht in Panik, aber: „Wir müssen halt extrem wachsam sein, warnen zunächst nur und appellieren auch bei jeder Gelegenheit an die Vernunft der Waldbesucher“, sagt Müller. Für ihn bergen nicht die schattigen Wälder die Hauptgefahr („Da passiert wohl eher nichts“), sondern die freien Flächen und die inzwischen brottrockenen Waldwiesen. Sollte die „Alarmstufe rot“ doch noch ausgerufen werden, müssen die Forstämter zu anderen Mitteln der Vorsorge greifen, um Waldbrände bereits im Entstehungsstadium zu entdecken. „Das geht dann bis zur Befliegung der gefährdeten Waldgebiete“, erklärt Müller in der Hoffnung, dass es so weit dann doch nicht kommt.

Schon jetzt hilft die „Luftaufklärung“, Waldbrände zu lokalisieren. Denn Brände gibt es schon jetzt nahezu täglich. So beispielsweise gestern, als bei Usingen-Eschbach ein 1000 Quadratmeter großes Stück Waldboden brannte. Dem Rettungshubschrauber Christoph II gelang es, den Brand zu lokalisieren und die Rettungsstelle zur Einsatzstelle zu lotsen. Am Dienstagabend brannten beim Zacken in Oberems 25 Quadratmeter Waldboden. Ein Mountainbiker entdeckte die Flammen und alarmierte die Feuerwehr. Besonders bedrückend: in diesem Fall kann eine fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden, so dass die Polizei nun ermittelt.

Am Mittwoch haben sich die Forstamtsleitung und die Geschäftsführung des Naturparks Taunus über das weitere Vorgehen abgestimmt und insbesondere auch eine Sperrung der Grillplätze diskutiert: „Noch werden wir die Benutzung der ausgewiesenen Grillplätze nicht untersagen, aber wir mahnen dringend zu allerhöchster Wachsamkeit, was aber nicht heißt, dass es bei sich weiter verschärfender Trockenheit nicht doch zu einem Grillverbot kommt, „wir werden die Sache natürlich beobachten“, sagte Müller im Gespräch mit dieser Zeitung. Wichtig sei vor allem, dass Grillfeuer gewissenhaft abgelöscht, aber auch keine Flaschen und Gläser achtlos zurückgelassen werden, sie könnten wie Brenngläser wirken. Und Rauchen im Wald ist ja ohnehin untersagt.

Auf das gewissenhafte Löschen von Grillfeuern will sich die Stadt Bad Homburg nicht verlassen und hat das Grillen auf den Buschwiesen bis auf Weiteres untersagt. Auf das Verbot wird in Kürze auch mit Schildern aufmerksam gemacht. Die Gefahr des Funkenflugs, der den Waldboden in Brand setzten könnte, sei zu hoch.

Forst und Naturparkleitung warnen davor, Autos auf Waldwegen zu parken, da sie eventuelle Feuerwehreinsätze behindern könnten. Leichtsinnig sei es auch, Autos auf Wiesen abzustellen. Viele Wald- und Flächenbrände seien schon durch heiße Katalysatoren ausgelöst worden, was dann nicht nur für die Natur eine Katastrophe werden kann, sondern auch das Auto zerstört.

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