Files - France's National Front political party head Marine Le Pen, Dutch PVV leader Geert Wilders during a joint news conference at the European Parliament in Brussels, Belgium, 16 June 2015.  Photo: OLIVIER HOSLET/dpa  (zu dpa Umfrage: "Die Flüchtlingszahlen steigen - und die Rechten sind im Aufwind?" vom 26.09.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ |
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Files - France's National Front political party head Marine Le Pen, Dutch PVV leader Geert Wilders during a joint news conference at the European Parliament in Brussels, Belgium, 16 June 2015. Photo: OLIVIER HOSLET/dpa (zu dpa Umfrage: "Die Flüchtlingszahlen steigen - und die Rechten sind im Aufwind?" vom 26.09.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ |

Ausblick

2017 - Ein Jahr, in dem sich viel entscheiden wird

Folgt auf den Brexit nun der „Nexit“ und der „Fraxit“? Es sind jedenfalls wegweisende Wahlen, die am 15. März in den Niederlanden und am 27. April in Frankreich anstehen. Und zwar nicht nur für die jeweiligen Länder, sondern gleich für ganz Europa. Dies für den Fall, dass die Holländer dem Rechtspopulisten Geert Wilders zur Mehrheit verhelfen und die Franzosen Marine Le Pen vom rechten Front National ins Präsidentschaftsamts hieven. Beide Politiker sind erklärte EU-Gegner und könnten bei einem Erfolg nationale Referenden über einen Verbleib in der Gemeinschaft ansetzen – mit durchaus offenem Ausgang.

Angriff der Populisten

Folgt auf den Brexit nun der „Nexit“ und der „Fraxit“? Es sind jedenfalls wegweisende Wahlen, die am 15. März in den Niederlanden und am 27. April in Frankreich anstehen. Und zwar nicht nur für die jeweiligen Länder, sondern gleich für ganz Europa. Dies für den Fall, dass die Holländer dem Rechtspopulisten Geert Wilders zur Mehrheit verhelfen und die Franzosen Marine Le Pen vom rechten Front National ins Präsidentschaftsamts hieven. Beide Politiker sind erklärte EU-Gegner und könnten bei einem Erfolg nationale Referenden über einen Verbleib in der Gemeinschaft ansetzen – mit durchaus offenem Ausgang.

Okay, wir wollen jetzt nicht gleich den Teufel an die Wand malen, aber unmöglich sind solche Szenarien in diesen unsicheren Zeiten nicht. Spannung ist dieses Frühjahr jedenfalls garantiert.

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Mutti-Dämmerung ante portas?

Selten war eine Bundestagswahl so unberechenbar wie der kommende Urnengang. Voraussichtlich zwischen dem 17. und dem 24. September sind die Bürger zur Stimmabgabe aufgerufen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Fliegt „Mutti“ Merkel die Flüchtlingspolitik nach den teils heftigen CDU-Verlusten bei den vergangenen Landtagswahlen auch im Bund um die Ohren? Oder kann sie die Wähler noch einmal genügend mobilisieren? Und natürlich wäre da noch das Abschneiden der rechtspopulistischen AfD, die nach jetzigen Umfragen mit einem zweistelligen Ergebnis rechnen kann. Spannend wird auch sein, mit welchem Spitzenkandidaten die SPD ins Rennen zieht und ob die Sozialdemokraten aus ihrem Dauertief herauskommen. Erste Fingerzeige könnten die im Frühjahr anstehenden Landtagswahlen geben: 26. März Saarland, 7. Mai Schleswig-Holstein und 14. Mai Nordrhein-Westfalen.

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Europa-Jubiläum mit Katerstimmung

Welche Ironie des Schicksals: 60 Jahre Römische Verträge feiert das vereinte Europa diesen März. Also jenes Dokument, mit dem im Jahr 1957 Vertreter von sechs europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gründeten und damit den Weg zur späteren Europäischen Union ebneten. Und nun im März 2017 könnte das vereinte Europa bröckeln, wenn die Briten mit den Verhandlungen zum Austritt aus der EU beginnen. Zumindest hat die neue Premierministerin Theresa May verkündet, dass die entsprechende Erklärung nach Artikel 50 des EU-Vertrags bis Ende März abgegeben werden soll. Der Prozess wird sich dann wohl etwa zwei Jahre hinziehen – es sei denn das britische Parlament macht den Brexit-Befürwortern noch einen Strich durch die Rechnung. Denn nach einem Gerichtsurteil muss das Parlament dem Austritt zustimmen.

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500 Jahre Superstar

Er ist ein Superstar der deutschen Geschichte. Und das seit 500 Jahren. Die Rede ist von Reformator Martin Luther, der im Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben soll. Historisch nicht verbürgt, aber doch ein Ereignis, das die Welt veränderte – und Anlass für ein großes Jubiläum, das 2017 gebührend gefeiert wird. Außerdem ist 2017 der Reformationstag am 31. Oktober einmalig ein bundeseinheitlicher Feiertag. Zudem können Wanderer auf dem „Lutherweg 1521“ pilgern.

Die beschilderte Route geht durch drei Bundesländer, davon 360 Kilometer durch Hessen. Stationen sind bedeutsame Orte, die Luther im Jahr 1521 zum Reichstag nach Worms und anschließend als Geächteter zur Wartburg passiert haben soll.

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Der postfaktische Präsident

Es ist eine neue Ära, die anbricht, wenn am 20. Januar der 45. Präsident der Vereinigten Staaten ins Amt eingeführt wird. Und das nicht nur in den USA. Auch der Westen, wie die transatlantische Welt nach dem Zweiten Weltkrieg gerne genannt wird, steht vor einer Zäsur. Denn Donald Trump, der Meister des Postfaktischen, könnte alles über den Haufen werfen, was bislang für eine gewisse Sicherheit und Berechenbarkeit gesorgt hat, auch wenn die Welt zunehmend aus den Fugen geraten ist.

Ob sich die USA aus der Weltmachtrolle verabschieden, sich Putin annähern, eine Mauer zu Mexiko bauen, wie der Populist im Wahlkampf angekündigt hat, das wird sich noch weisen.

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Der neue Krieg der Sterne

Für Fans ist es zwar noch eine lange Durststrecke: Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Im Dezember soll er dann aber starten, der neue Star-Wars-Film. Genauer gesagt handelt es sich um Nr. 8 der Weltraum-Saga, der direkt an den Vorgänger Nr. 7 mit dem Zusatztitel „Das Erwachen der Macht“ anschließt. Es handelt sich dabei um den zweiten Teil der dritten Star-Wars-Trilogie. Alles klar? Generell soll 2017 gespickt sein mit filmischen Highlights, sprich einer Menge hochkarätig besetzter Blockbuster. Darunter befinden sich Fortsetzungen von Kinohits wie „Fast & Furious 8“, „Guardians of the Galaxy 2“, „Pirates of the Caribbean 5“ oder „Ich – Einfach unverbesserlich 3“.

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Eintrachts Höhenflug gen Europa

Für Eintracht Frankfurt läuft’s bekanntlich hervorragend in der aktuellen Bundesligasaison. Nach grandioser Vorrunde kratzt die Elf von Niko Kovac sogar an den Europa League-Plätzen. Einen weiteren Schritt können die Adler am 21. Januar machen, wenn es im ersten Rückrunden-Spiel zum Emporkömmling RB Leipzig geht. Apropos Europa: Die deutschen Fußballfrauen wollen vom 16. Juli an in den Niederlanden ihren EM-Titel verteidigen. Es ist zugleich das erste Turnier als Bundestrainerin für die Frankfurterin Steffi Jones, Bei Fechtern und Leichtathleten stehen gar Weltmeisterschaften an. Die Klingen werden vom 17. bis 26. Juli in Leipzig gekreuzt. Die Leichtathleten messen sich vom 5. bis zum 13. August an in London.

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Stein(meier)zeit

Zugegeben, die Wahl des nächsten Bundespräsidenten hat den Spannungsfaktor einer Ausgabe der ZDF-Sendung „Fernsehgarten“, also gleich Null. Denn bereits vor der Abstimmung am 12. Februar in der Bundesversammlung haben CDU und SPD ausklamüsert, wer Joachim Gauck ins Schloss Bellvue folgen soll: And the Winner is, Trommelwirbel, Frank-Walter Steinmeier. Aber immerhin: der alte Sozi und bisheriger Außenminister ist bei allen Abstrichen, sprich Gähnfaktor wegen fehlender ernstzunehmender Konkurrenz und seinem Diplomatensprech, kein schlechter Kandidat. Und dazu ist er in der Bevölkerung überaus beliebt – halt wie der ZDF-Fernsehgarten.

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In den Startlöchern

Dem Flugverkehr im Rhein-Main-Gebiet stehen 2017 einige Veränderungen bevor. Das Schicksal des kriselnden Regionalflughafens Hahn könnte sich demnächst entscheiden. Nach der Posse um den gescheiterten Verkauf an eine chinesische Firma soll nun Mitte Januar feststehen, welcher der drei Bieter, mit denen Rheinland-Pfalz derzeit verhandelt, den Zuschlag erhält. In Frankfurt wiederum bricht Ende März die Ära der Billigflieger an. Die irische Gesellschaft Ryanair bietet mit dem neuen Sommerflugplan je einmal täglich von Montag bis Sonntag Flüge von und nach Alicante, Faro, Málaga und Palma de Mallorca an.

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Hessentag mit Gangster-Rappern

Einer der Hotspots in Rhein-Main wird 2017 Rüsselsheim sein. Grund ist der Hessentag, der vom 9. bis zum 18. Juni in der Opelstadt über die Bühne geht. Klar, dass sich die Opelstadt ins Zeug gelegt hat und 400 Programmpunkte stemmt – mit Höhepunkten wie den Auftritten der Rocklegende „Scorpions“ oder der Band „Kings of Leon“. Dennoch sorgt das Landesfest für Knatsch in Rüsselsheim. Der dreht sich um die Rap Night mit den Musikern Farid Bang und Kollegah. Vor allem kirchliche und soziale Gruppen sprechen sich gegen das Konzert der Gangster-Rapper aus, weil deren Texte gewaltverherrlichende und sexistische Passagen enthalten. Erst nach langer Debatte im Parlament wurde nun der Vorverkauf wiederaufgenommen. Ausgestanden ist das Thema aber noch nicht, denn mittlerweile ist die Kritik in Form eines offenen Briefs bei der Landesregierung gelandet. Damit nicht genug. Bei einigen Rüsselsheimern herrscht außerdem Skepsis wegen der finanziellen Belastung durch den Hessentag. Manche zweifeln die Prognose der Stadt an, durch Kosteneinsparung am Ende bei plus minus null zu landen.

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Schwierige Börsenfusion

An der für 2017 geplanten Fusion der Deutschen Börse in Frankfurt und der Londoner Börse scheiden sich die Geister. Ein Knackpunkt ist der geplante Sitz der Obergesellschaft an der Themse, der damit künftig außerhalb der EU läge. Generell fürchten Kritiker, dass Frankfurt als Verlierer hervorgeht. Offen ist, wie die EU-Kommission und die bei Wirtschaftsminister Al-Wazir (Grüne) angesiedelte hessische Börsenaufsicht entscheiden.

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Kampf um die Wahrheit

Falsche Nachrichten durch social Bots, also Programme, die im Internet automatisierte Botschaften verbreiten; gezielte Wähleransprache in den sogenannten sozialen Netzwerken wie WhatsApp, Twitter oder Facebook: Big Data könnte in Zukunft die Meinungsbildung beeinflussen und so Wahlen entscheiden. Der Erfolg von Donald Trump etwa geht nach Meinung von Experten auf dessen raffinierte digitale Wahlkampfmaschinerie zurück. Und auch die Cyberangriffe aus Russland während des Kampfs um die US-Präsidentschaft, wie sie zuletzt Barack Obama und die unterlegene Hillary Clinton anprangerten, sorgen dafür, dass sich viele Sorgen machen über Online-Propaganda, Datendiebstahl, kompromittierende Hacks und Manipulationen. So mancher fürchtet gar um die Zukunft der westlichen Demokratien. Das verleiht gerade der kommenden Bundestagswahl zusätzliche Brisanz.

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Ohnmächtiger UN-Chef

Seit gestern steht António Guterres an der Spitze der Vereinten Nationen. Auf den früheren portugiesischen Ministerpräsidenten warten schwere Herausforderungen. An erster Stelle steht der Krieg in Syrien, bei dem die UN bisher zur Untätigkeit verdammt war. Das lag in erster Linie an Russland, das bisher im Sicherheitsrat mit seiner Blockadepolitik verhindert hat, dass dem Leiden der syrischen Bevölkerung ein Ende gesetzt wird. Ob der neue Generalsekretär bei Putin auf mehr Gehör stößt, darf angesichts der neoimperialen Großmachtträume im Kreml bezweifelt werden.

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Ticket für einen Euro pro Tag

Na endlich kommt Hessen auch auf den Trichter. Das sagen viele völlig zurecht angesichts einer Neuerung, die ab Herbst 2017 kommen soll. Die Rede ist vom Schülerticket, auf das sich das Land sowie die drei Verkehrsverbünde RMV, NVV und VRN verständigt haben. Der Fahrschein soll hessenweit gelten und 365 Euro im Jahr kosten, also einen Euro pro Tag. Das Land Hessen stellt dazu pro Jahr rund 20 Millionen Euro zusätzlich bereit. „Wir entlasten die Familien bei den Mobilitätskosten“, schwärmt Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) von dem Vorhaben. Und: „Die Wege zur Schule, zu Freunden, zum Sportverein oder zur Musikstunde enden heute nicht mehr an Kreisgrenzen.“

Einziger Wermutstropfen bei der Angelegenheit: In trockenen Tüchern ist das Ticket, das zu Beginn des Schuljahrs 2017/2018 eingeführt werden soll, noch nicht. Aber es wird daran gearbeitet. Immerhin.

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